Schmierereien in Schwandorf: Polizei schnappt Tatverdächtige – Auch Wohnung durchsucht

Von Vanessa Ebert · 11. November 2025 um 15:14

Unzählige Graffiti, verteilt über das Schwandorfer Stadtgebiet, tauchten Anfang vergangener Woche wie aus dem Nichts auf, zum Beispiel an einer der neuen Naabbrücken und an weiteren prominenten Stellen in der Innenstadt. Wenig später wurden auch zwei Brückenpfeiler in der Nähe von Irlaching besprüht. Am Dienstag vermeldete die Polizei einen schnellen Ermittlungserfolg: Geschnappt wurden drei Tatverdächtige, allesamt amtsbekannt.

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Verewigt haben sich die Graffiti-Sprayer mit politisch motivierten Schriftzügen. Zunächst waren diese am vergangenen Dienstag auf einer der Naabbrücken aufgefallen, auch ein Hakenkreuz sticht hier ins Auge. Betroffen ist ebenfalls die Parkgarage beim Bahnhof sowie zahlreiche weitere Stellen im Stadtgebiet, beispielsweise die Fassade der Bäckerei Glaab an der Breite Straße.

Sprayer verursachten beträchtlichen Schaden

„Der Gesamtschaden beläuft sich auf mehrere tausend Euro“, bilanzierte ein Polizeisprecher vergangene Woche. Damit nicht genug: In der Zeit zwischen Mittwoch und Donnerstag vergangener Woche tauchten erneut Schmierereien auf, wie dem Polizeibericht zu entnehmen war. In der Nähe von Irlaching wurden die Zahl „1161“, ein Hakenkreuz sowie die Wörter „Zak“ und „Stone“ auf zwei Brückenpfeiler der B85 Nähe gesprüht. Hier schätzte die Polizei den Schaden auf rund 5000 Euro.

In der Postgartenstraße waren auch Sprayer unterwegs. - Foto: Philipp Breu

Was die Graffiti in der Stadt und der Naabbrücke betrifft, vermeldete die Polizei am Dienstag einen Ermittlungserfolg. Wie die Pressestelle des Polizeipräsidiums Oberpfalz mitteilte, arbeiteten die Polizeiinspektion Schwandorf und Zivilfahnder aus Amberg eng zusammen, um den Sprayern auf die Spur zu kommen. Bei einer gezielten Kontrollaktion am vergangenen Sonntag, gegen 0.30 Uhr, seien drei Jugendliche in der Ettmannsdorfer Straße gestellt worden.

Ein 16-jähriger Deutsch-Amerikaner war laut Polizei zuvor durch Tritte gegen ein Gartentor aufgefallen. Bei einem seiner Begleiter, einem 15-jährigen Deutschen, fanden die Beamten dann einen Schlagring sowie Utensilien, die dem Anbringen von Graffiti zugeordnet werden konnten. Bei dem dritten Jugendlichen, einem 17-jährigen Deutschen, haben die Beamten einen selbst gebauten pyrotechnischen Gegenstand sichergestellt, vermutlich handelt es sich hier um einen Böller. Aufgefallen waren die Jugendlichen in der Vergangenheit bereits wegen Verstößen gegen das Waffen- sowie das Sprengstoffgesetz.

Polizei stellt mehrere Spraydosen in einer Wohnung sicher

Bei einer Wohnungsdurchsuchung fanden die Ermittler weiteres Beweismaterial. Laut Polizei waren darunter mehrere Spraydosen. „Die bisherigen Erkenntnisse erhärten den Verdacht, dass der 15- und der 16-Jährige für die Graffiti-Serie vom 3. auf den 4. November in Schwandorf verantwortlich sind“, teilte die Pressestelle der Polizei mit. Die Kriminalpolizei Amberg führt nun die weiteren Ermittlungen. Hinweise auf mögliche zusätzliche Tatbeteiligte werden derzeit ebenfalls überprüft.

Ob die Tatverdächtigen auch für die weiteren Graffiti auf den Brückenpfeilern der B85 bei Irlaching verantwortlich sind, die in der Zeit von 5. auf 6. November entstanden sind, das wurde von der Polizei noch nicht bestätigt. Dies sei noch Gegenstand der Ermittlungen. Auffällig ist jedoch, dass in allen Fällen das Wort „Zak“ sowie Hakenkreuze gesprüht wurden.

Oberbürgermeister Feller spricht von einer „Sauerei“

Für die Stadt Schwandorf sind solche Graffiti ein großes Ärgernis. Auf Nachfrage der MZ bestätigte die Pressestelle, dass Schäden durch Graffiti im Stadtgebiet spürbar zunehmen. Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) findet dazu deutliche Worte: „Jegliche Form illegal angebrachter Graffiti ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Sauerei. Denn solche Schmierereien verschandeln unser Stadtbild – sei es an den neuen Naabbrücken oder an anderen Plätzen.“ Wie Feller erklärte, werde jeder einzelne Fall konsequent zur Anzeige gebracht.

Jegliche Form illegal angebrachter Graffiti ist im wahrsten Sinne des Wortes eine Sauerei.Andreas Feller, Oberbürgermeister der Stadt Schwandorf

So schnell die Graffiti angebracht sind, so schwierig ist ihre Beseitigung. „Welcher Aufwand für die Beseitigung von Graffiti notwendig ist, hängt überwiegend vom Untergrund und den verwendeten Farben ab“, erklärte die Stadt Schwandorf gegenüber der MZ. So würden beispielsweise im Fall von Betonuntergründen alleine die Materialkosten für den notwendigen Spezialreiniger bei 200 bis 300 Euro pro Quadratmeter liegen.