Oper mal anders in Regensburg: Hoffmanns Erzählungen von Offenbach live an der Uni

Ein Bartresen steht auf der Bühne. Am Bühnenrand tut sich der Orchestergraben auf, während die ersten Noten der Ouvertüre im Theatersaal der Uni Regensburg erklingen. Es ist ein großes Projekt, das sich die Anonymen Theatraliker vorgenommen haben: In der Endphase der Proben entsteht Offenbachs und Barbiers „Hoffmanns Erzählungen“ – ein Abend zwischen Komik und Tragik, Realität und Rausch. Bis zur Premiere am 15. November wird täglich gebaut, genäht, geleuchtet und musiziert.
Regie führt Felix Scharff, der die Oper seit Kindertagen mit sich trägt. „‚Hoffmanns Erzählungen‘ war die erste Oper, die ich je gesehen habe. Da war ich sechs oder sieben“, sagt er. Eine Szene prägte ihn bis heute: „Ich habe nicht verstanden, wie man eine Puppe bauen kann, die singt und tanzt. Meine Oma musste mir erklären, dass es eine Schauspielerin war.“ Aus dieser Irritation wurde Theaterliebe – und ein Auftrag: „Oper ist kein museales Medium. Man sollte sie aktiv anfassen und zeigen, dass diese Musik heute noch genauso berührt wie moderne.“
Scharff übersetzt Hoffmanns drei Liebesgeschichten in klar markierte Klang- und Bildwelten: Olympia, die mechanische Puppe, bekommt harte, teils dissonante Rhythmen mit Anklängen an die Ästhetik der frühen Moderne. Antonias Welt kippt zwischen Pop, „ein Soulschimmer à la Amy Winehouse“, und fein dosiertem Horror. Giuliettas Sphäre wiederum ist eine rauschhafte Vergnügungswelt, inspiriert von Cabaret- und Chicago-Glamour.
Musikalisch führt Kilian Fleischmann das Orchester und Ensemble durch das Arrangement von Ben Weishaupt, der Offenbachs Partitur in eine Kammerfassung umgewandelt und um ein Akkordeon herum konstruiert hat. Insgesamt sind mehr als 50 Personen auf und hinter der Bühne daran beteiligt, den Opernabend zum Leben zu erwecken.
„Je mehr man einem Idealbild hinterherjagt, desto weniger sieht man, was dahinterliegt“, sagt Scharff über Hoffmanns Suche. Der Fünfakter ist ab dem 15. bis einschließlich 18. November, jeweils 19.30 Uhr, am Theater an der Uni Regensburg zu sehen.
Karten sind schon jetzt im Vorverkauf erhältlich unter: https://stwno.de/de/reservierung.