Zur Mahnung an die Reichspogromnacht: In Regensburg leuchten Kerzen in Gedenken an NS-Opfer auf

Mit einer noch nie zuvor dagewesenen Beteiligung machten die Regensburger die Erinnerung an Stolpersteinen sichtbar. An insgesamt 128 Stellen gedachten sie der Regensburger NS-Opfer, die vom nationalsozialistischen Regime grausam ermordet wurden.
Die Aktion der Stolperstein-Initiative machte deutlich, wie viele Schicksale auch in der Domstadt mit den Verbrechen verbunden sind – und in Gedenken an die Opfer leuchteten im gesamten Stadtgebiet die Lichter auf.
Anlass der Aktion war die Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938, die den Übergang von der Diskriminierung zur systematischen Vertreibung der deutschen Juden darstellte. „Nie wieder ist jetzt“ lautete demnach die stille Botschaft, die am Sonntag rund 35 engagierte Bürger in die Öffentlichkeit trugen.
Wie Initiativen-Sprecherin Susanne Feichtmayer-Arnold sagte, geschah dies als Ergänzung zur städtischen Gedenkveranstaltung, die ab 19 Uhr im Historischen Reichssaal des Alten Rathauses stattfand. Symbolisch teilten die Aktions-Beteiligten die Kerzen am Caravan-Denkmal am Neupfarrplatz aus, wo Regensburger Bürger schon im Jahr 1519 Juden vertrieben und eine Synagoge zerstört hatten. Über vier Jahrhunderte später mündete der europaweit verbreitete Judenhass in den Holocaust mit sechs Millionen ermordeten Juden.
Immer wieder auf das Unrecht aufmerksam machen
Auch deshalb dürfe das Gedenken an die Reichspogromnacht und ihre Opfer nie an Aktualität verlieren. „Auch in der heutigen Zeit müssen wir solche Anlässe wahrnehmen, um unsere Gesellschaft immer wieder auf das Unrecht der NS-Zeit aufmerksam zu machen“, betonte Feichtmayer-Arnold.

Initiiert vom Evangelischen Bildungswerk, hatte sich die Stolpersteininitiative Regensburg 2005 gegründet. Die rund 320 Stolpersteine in der Domstadt erinnern ebenfalls an die Ermordung von Sinti und Roma, politisch Verfolgten, Homosexuellen sowie an die Opfer der „Krankenmorde“.