Neues Gesicht in der FWG-Fraktion: Miroslaw Zgrzendek im Riedener Marktrat vereidigt

Von Michael Rabenhofer · 9. November 2025 um 19:00

Der Riedener Marktgemeinderat hat ein neues Gesicht in seinen Reihen. Miroslaw Zgrzendek folgt als Mitglied der Fraktion der Freie- Wähler-Gemeinschaft Rieden-Vilshofen auf Marga Kraus. Kraus hatte in der August-Sitzung aus privaten Gründen ihren Rücktritt erklärt und wurde Anfang Oktober offiziell aus ihrem Amt verabschiedet.

Nun wurde in der jüngsten Sitzung Zgrzendek vereidigt. Der 43-jährige verheiratete Vater von zwei Kindern ist damit der zweitjüngste Marktrat und Teil der FWG-Fraktion, zu der auch Marlies Grill und Fraktionssprecher Helmut Bauer gehören.

Er wohnt seit 35 Jahren in Rieden

Bürgermeister Erwin Geitner (CSU) begrüßte Zgrzendek als Mitglied des Gremiums und wünschte ihm viel Erfolg für das Ehrenamt. Geboren wurde der neue Marktrat in Oberschlesien. Er lebt seit 35 Jahren in Rieden. Vielen Bürgern ist Miroslaw Zgrzendek bekannt als Dirigent und aktiver Musiker der Blaskapelle St. Georg Rieden. Mittlerweile seit 34 Jahren ist er Mitglied des Riedener Musikvereins.

Durch seine 15-jährige Tätigkeit als Dirigent ist er ein Aushängeschild und prägendes Gesicht der Riedener Blaskapelle. Selbst beherrscht er meisterhaft die Trompete. Der berufliche Blickwinkel liegt bei ihm als Führungskraft in der Automobilindustrie auf der Maschinenbautechnik sowie der Produktentwicklung.

Zgrzendekwill sein Wissen einbringen

Zudem ist Zgrzendek Trainer für mentale Gesundheit. Mit seinem Wissen und seinen Stärken möchte sich der 43-Jährige im Ratsgremium einbringen und die Marktgemeinde voranbringen. Im Pressegespräch erklärte Zgrzendek, warum er sich um das Amt als Marktgemeinderat bemüht hat. „Durch meine berufliche Tätigkeit und die damit verbundenen Reisen ist mir bewusstgeworden, wie wichtig und schön unsere Heimat ist. Auch wenn ich nicht hier geboren bin, ist Rieden für mich Heimat geworden. Freunde, Mitbürger, Vereine und die Riedener Gemeinschaft haben mich auf meinem Leben begleitet und geprägt. Rieden kann stolz auf das sein, was es zu bieten hat. Dieses Gut muss erhalten und weiterentwickelt werden“, sagte Zgrzendek.

Im weiteren Verlauf der Sitzung beschäftigte sich der Marktgemeinderat mit den Hebesätzen zur Grundsteuer ab dem kommenden Jahr. Nachdem das Bundesverfassungsgericht 2018 entschieden hatte, dass die Wertermittlungen der Finanzämter für die Messbeträge nicht mehr zeitgemäß waren, musste der Gesetzgeber eine Grundsteuerreform anstoßen.

Bürgermeister dankte dem Team der Kämmerei

Bis 2024 galten noch die alten Berechnungsgrundsätze. 2025 musste auch in Rieden die Ausgangslage auf Basis der neuen Mitteilungen des Finanzamts überprüft werden. „Herzlichen Dank nochmal an das Team von Kämmerer Stefan Eiglsperger, das hervorragende Arbeit geleistet hat“, sagte Bürgermeister Geitner. Da das Grundsteueraufkommen in den Kommunen aufkommensneutral mit der neuen Rechtslage gestaltet werden sollte, so eine Gemeindetagempfehlung, senkte man in Rieden die Hebesätze der Grundsteuer A für Land- und Forstwirtschaft und die Grundsteuer B auf jeweils 250 Prozent.

Kämmerer Stefan Eiglsperger präsentierte das Zahlenwerk und verglich die Jahre 2024 mit den 2025er Grundsteuereinnahmen nach der Senkung der Hebesätze. So nahm der Markt Rieden im Jahr 2024 bei 350 Prozent Hebesätzen insgesamt 356 951 Euro an Grundsteuern ein. 2025 mit der Neuberechnung lagen die Einnahmen, hochgerechnet auf das ganze Jahr, bei 348 750 Euro – und damit um gut 8000 Euro niedriger als im vergangenen Jahr. „Wir können zufrieden sein, da wir dem Leitsatz, dass es für die Eigentümer nicht teurer werden sollte, gefolgt sind. Das war jedoch kein Muss, sondern ein Kann“, bekräftigte Geitner.

Grundsteuer: Hebesätze bleiben unverändert

Nach einer Diskussion der Markträte entschied sich das Gremium einstimmig dafür, die Hebesätze im kommenden Jahr bei 250 Prozent zu belassen.

Ein Bauantrag auf Anbau eines Balkons an das bestehende Wohnhaus in der Siegenhofener Bachleite fand Zustimmung bei den Räten. Weniger erfreulich war das Ergebnis der Betriebskostenabrechnung des Riedener Kindergartens St. Georg für 2024. Träger ist die katholische Kirchenstiftung Rieden. Durch die langjährige vertragliche Praxis, dass der Markt Rieden 80 Prozent eines Jahresdefizites tragen muss, werden nun für die Gemeinde 76 700 Euro fällig. 2023 lag noch ein kleiner Überschuss von knapp 7000 Euro vor. Bürgermeister Geitner erklärte dazu, es habe aufgrund des Defizites ausführliche Gespräche mit der Kirchenverwaltung vor Ort gegeben.

Höhere Personalkosten

Die Gründe lägen laut Kämmerer Eiglsperger fast ausschließlich in gestiegenen Personalkosten im pädagogischen Bereich. Hier seien die Kosten um gut 26 Prozent gewachsen, was unter anderem mit Personalwechsel und Tariferhöhungen zu erklären sei.

Geitner schob nach, dass die Tendenzen für 2025 sehr positiv seien. Durch Umstrukturierungen in der Kindergartenleitung und den nun längeren Buchungszeitangeboten werde es finanziell 2025 besser aussehen. Bereits im laufenden Haushalt eingestellte Rücklagen für mögliche Ausgleichszahlungen wegen des Kindergartenergebnisses dämpfen laut Geitner zudem den gemeindlichen Mehraufwand.