Neuer Marktmanager sieht sich als Lotse

Von Bettina Gröber · 4. November 2025 um 21:30

Bad Abbach. Eines der großen Ziele der Bad Abbacher Politik ist die Wiederbelebung und attraktivere Gestaltung des Ortskerns. Mehrere Schritte wie die Schaffung einer neuen Tourist-Info, die Mitte November eröffnet wird, oder ein Konzept für die Felsenkeller und speziell deren Außenbereich sind bereits erfolgt. Ein weiterer und durchaus großer Baustein ist nun am Start: Seit Oktober gibt es ein Marktmanagement, das Eigentümerinnen und Eigentümer, die im Innerortsbereich bauen, sanieren oder modernisieren wollen, berät.

Hintergrund ist ein Förderprogramm, das die Gemeinde aufgelegt hat und für das im nächsten Jahr 100 000 Euro im Haushalt eingeplant sind: Es gewährt für Maßnahmen im Bereich der Bebauungspläne A, B und C des Innerorts bis zu 20 000 Euro Zuschuss. 80 Prozent davon kommen von der Städtebauförderung der Regierung Niederbayern.

Ansprechpartner für Bürger

An dieser Stelle tritt nun Joachim Häring auf den Plan: Er ist der neue Marktmanager und damit künftig Hauptansprechpartner, wenn es ums bauliche Planen in Bad Abbachs Ortsmitte geht. Wer sanieren, modernisieren oder neu bauen will, kann sich bereits in einem ganz frühen Stadium an Häring wenden, um zu klären, was wie möglich ist – und welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit die Fördergelder fließen. „Ich bin Anlaufstelle für alle, die sich informieren wollen. Meine Tür ist für alle offen“, so Joachim Häring.

Das Büro wird im sanierten Gebäude Am Markt 22 beheimatet sein. Seine Funktion beschreibt Häring als die eines „Lotsen“. Das Nürnberger Planungsbüro Planwerk Stadtentwicklung begleitet den Prozess ebenfalls und bringt entsprechende Expertise ein.

Mit dem neuen Förderprogramm kommt auch eine eigene Sanierungsberatung für den Innerort. Sanierungsarchitekt Michael Feil informiert Eigentümerinnen und Eigentümer über relevante Vorgaben bei Bauvorhaben und unterstützt, wenn es um Bau-und Förderanträge geht. Grundlage für das Was und Wie beim Sanieren und Bauen ist die Gestaltungsfibel, die der Marktgemeinderat jüngst beschlossen und die Feils Architekturbüro erarbeitet hat (die MZ berichtete).

In der Fibel finden sich etwa Hinweise und Vorgaben zu städtebaulichen Prinzipien und Baudenkmälern, zu Gestaltungsprinzipien und einzelnen Bauelementen. Außerdem geht es um die Richtlinien des kommunalen Förderprogramms und steuerlicher Abschreibungen. Die Gestaltungsfibel soll das Ziel unterstützen, durch „eine schrittweise und langfristig angelegte Ortsreparatur durch qualitätvolles Sanieren und neues Bauen in alter Umgebung“ den Ortskern „wieder attraktiver und lebenswerter zu machen“.

„Wir wollen, dass etwas passiert – und wir wollen den Worten Taten folgen lassen“, so Bürgermeister Benedikt Grünewald. Langfristig erhoffe man sich „einen echten Umbau der Innerortsmeile“. Seit der Ankündigung des neuen Förderprogramms habe es schon zahlreiche Anfragen von Interessierten gegeben, berichtet der Bürgermeister. Jüngst sei ein Gebäude im Markt verkauft worden, in dem nach der Sanierung Büroräume für 25 Arbeitsplätze eingerichtet werden sollen, berichtet Grünewald.

Optimistische Stimmung

Auch Michael Feil ist optimistisch: „Man merkt, dass die Menschen wahrnehmen, dass der Gemeinde das Thema wichtig ist.“ Auch Projekte wie der Kauf der Gebäude am Markt 20 und 22 und deren Umbau zu modernen Räumlichkeiten für Bürgertreff und Tourist-Info hätten „Vorbild-und Anstoßwirkung“. Marktmanagement und Sanierungsarchitekt sind zunächst bis Ende 2028 installiert. Bis dahin sind für die finanzielle Förderung jährlich 100 000 Euro im Haushalt einkalkuliert – „und wenn am Ende eines Jahres nichts mehr da sein sollte, würden wir uns mehr als freuen“, sagt der Bürgermeister.

Eine Informationsveranstaltung zu Marktmanagement, Sanierungsberatung und kommunalem Förderprogramm findet am Montag, 24. November, ab 19 Uhr im Kurhaus Bad Abbach statt. Eingeladen sind alle Interessierten.