Sparsame Sprayer warnen Geisterradler in Regensburg

Graffiti auf der Fahrbahn warnen Geisterradler, die die Kumpfmühler Brücke in falscher Fahrtrichtung passieren wollen. Die Schmiererei an der Warnung birgt für Benedikt Baumgartner zweierlei Erkenntnis.
Wenig erhitzt die Gemüter in Regensburg so zuverlässig wie Graffiti-Geschmiere. Besonders dreistes Gespraye lässt sich aktuell an der Kumpfmühler Brücke begutachten, dort breitet sich das Gepinsel von Wänden und Fassaden nun auch schon auf den Boden aus, genauer: auf die Fahrradwege. Ein kryptisches Zeichen ist zu sehen, eine große Hand, darin möglicherweise ein kleines Gespenst. Erst der Schriftzug darunter bringt Aufklärung, dass es sich um kein Überbleibsel von Halloween handelt. „Falsche Richtung“ steht da über einem Pfeil, der die richtige Richtung für Fahrradfahrer anzeigt.
Zu sparsam beim Sprayen, aber korrekt beim Fahren
Hier waren offenbar professionelle Sprayer, angestellt bei der Stadt, unterwegs. Trotzdem ist neben den aufgepinselten Warnhinweisen für Geisterradler weißes Geschmier von Fahrradreifen auf der Fahrbahn zu erkennen. Das lässt zwei Schlüsse zu: Beim Sprayen darf man nicht sparsam sein – weder bei der Qualität der Farbe noch bei der Zeit des Trockenlassens. Und: Die Schmiererei findet sich hinter den Warnhinweisen, nicht auf beiden Seiten davon. Der Großteil der Fahrradfahrer scheint also in Fahrtrichtung unterwegs gewesen zu sein, als sie am Reifen etwas Farbe mitnahmen. Geisterradler sind die absolute Ausnahme – sogar an Halloween.