Massiver Anlagebetrug: Drei Oberpfälzer verlieren hohe Summen – So gehen die Kriminellen vor

Von Mittelbayerische Zeitung · 29. Oktober 2025 um 16:42

In der Oberpfalz sind in den vergangenen Tagen mehrere Menschen Opfer von Anlagebetrügern geworden. Das teilt das Polizeipräsidium mit. Demnach nutzten Kriminelle das oft unübersichtliche Angebot an Finanzprodukten und bringen gutgläubige Anleger so um ihr Erspartes. Die Polizei nennt Fälle in den Landkreisen Regensburg, Neumarkt und Schwandorf – mit Schadenssummen jeweils im fünf- oder sogar sechsstelligen Bereich.

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So habe ein 39-Jähriger aus dem Kreis Regensburg einen Anlagebetrug am Sonntag bei der Polizeiinspektion Neutraubling angezeigt. Seit Mitte September hatte er der Mitteilung zufolge eine fünfstellige Summe an eine Handelsplattform im Internet überwiesen und angelegt. Als er sich das Geld auszahlen lassen wollte, wurde er aufgefordert, erneut einen vierstelligen Betrag zu überweisen. Nachdem er der Forderung nachkam, forderten die Betrüger erneut einen niedrigen fünfstelligen Betrag. Erst dann wurde der Mann offenbar misstrauisch und wandte sich an die Polizei. Die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg habe die weiteren Ermittlungen übernommen, heißt es in der Presseaussendung.

Die kümmert sich auch um den Fall eines 58-Jährigen aus dem Kreis Neumarkt. Der Mann habe Anfang Oktober einen vierstelligen Betrag in Anlagen, die hohe Rendite versprachen, investiert, teilt das Polizeipräsidium mit. Auf Anraten seiner vermeintlichen Kundenberater überwies er in den folgenden drei Wochen über 70 000 Euro auf ausländische Konten. Er wurde in mehreren Chatgruppen und über eine App durch angebliche Experten betreut und immer wieder zu weiteren Zahlungen beeinflusst – bis auch er sich in Neumarkt an die Polizei wandte.

Mann aus dem Kreis Schwandorf wird Zwei-Millionen-Gewinn versprochen

Noch mehr Geld hat offenbar ein Mann aus dem Kreis Schwandorf verloren. Hier ermittelt die Kriminalpolizeiinspektion Amberg. Der 25-Jährige sei im August über eine Social-Media-Plattform auf ein angeblich rentables Aktiengeschäft aufmerksam gemacht worden, heißt es von der Polizei. In den darauffolgenden Monaten übertrug er daraufhin eine Summe im unteren sechsstelligen Bereich auf eine App, um dort mit Aktien zu handeln. Dabei wurde ihm ein Gewinn von zwei Millionen Euro versprochen. Da er diesen aber der Pressemitteilung nie erhalten hat, erstattete er Anzeige bei der Schwandorfer Polizei.

Das Polizeipräsidium Oberpfalz weist darauf hin, Geld ausschließlich seriösen Anbietern anzuvertrauen und bei dem Versprechen hoher Renditen misstrauisch zu bleiben.

So erkennen Sie Anlagebetrug: Hinweise der Polizei

• Unrealistische Versprechen: Betrüger locken mit unrealistisch hohen Gewinnen/Konditionen bei geringem Einsatz.

• Zeitdruck: Sie werden unter Druck gesetzt, schnell zu investieren.

• Aggressive Kontaktaufnahme: Sie erhalten ständig Anrufe oder Nachrichten von angeblichen Beratern.

• Druck zur Ersteinzahlung: Oft wird Sie eine geringe Ersteinzahlung von ca. $250 erbeten, die zunächst erfolgreich erscheint.

• Auszahlungsaufforderungen: Sobald Sie Gewinne auszahlen lassen möchten, werden Sie mit zusätzlichen Gebühren, Steuern oder anderen Kosten konfrontiert.

• Abschottung: Der Kontakt bricht ab, sobald Sie keine weiteren Einzahlungen mehr leisten.

• Fehlende Informationen: Es gibt kein Impressum, unklare Kontaktdaten oder die Webseite ist nicht seriös.

• Fernzugriff: Sie werden aufgefordert, Fernzugriffssoftware zu installieren.

• Gefälschte Werbung: Prominente werden missbraucht, um für betrügerische Plattformen zu werben.

• Vermittlungstätigkeit: Sie erhalten ein Festgeld bei einer Bank im Ausland. Die Anrufer treten nur als vermeintliche Vermittler auf

• Betrügerische Chatgruppen: Chatgruppen in Messengerdiensten (WhatsApp, Telegram) sind eine neue Erscheinungsform des Anlagebetrugs. Leisten Sie keine Investitionen aufgrund Empfehlungen von Chatteilnehmern oder lassen sich von vermeintlichen Gewinnen blenden.