Tierkadaver bei Lam ziemlich sicher ein Wolf – Gutachten auch zu Todesursache

Im Gemeindegebiet Lam im Landkreis Cham ist ein toter Tierkadaver entdeckt worden. Nach ersten Einschätzungen könnte es sich um einen jungen Wolf handeln. Das Landesamt für Umwelt bleibt dabei vage. Die Polizei prüft nun, ob ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz vorliegt. Die Herkunft und Todesursache werden untersucht.
Wie die Polizei Bad Kötzting mitteilt, wurde am vergangenen Wochenende im Gemeindegebiet Lam (Lkr. Cham), nahe der tschechischen Grenze, ein toter Tierkadaver entdeckt. Wanderer machten die Entdeckung und informierten daraufhin ein ehrenamtliches Mitglied des Netzwerks Großer Beutegreifer.
Dieser übergab das Tier an die Polizei Cham, die den Kadaver sicherstellte. Erste Sichtungen lassen laut Polizeinagaben zufolge vermuten, dass es sich bei dem toten Tier um einen jungen Wolf handelt – eine gesicherte Bestätigung steht jedoch noch aus.
Das bayerische Landesamt für Umwelt (LfU) teilte auf Anfrage der Mediengruppe Bayern mit: „Der Totfund eines wolfsartigen Tieres im Landkreis Cham am 26.10.2025 kann bestätigt werden. Es handelt sich mit großer Wahrscheinlichkeit um einen Wolf.“
Genetische Analysen werden dem LfU zufolge grundsätzlich am Labor der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung - Fachgebiet Wildtiergenetik, Gelnhausen, durchgeführt. Das dortige Labor fungiert seit 2010 als Referenzzentrum für die Wolfsgenetik in Deutschland. Die durchschnittliche Auswertungszeit einer Probe betrage in etwa zehn Werktage. Zur Klärung der Art und Herkunft wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Regensburg, Zweigstelle Straubing, ein ebensolches Gutachten beauftragt.
Zudem soll ein spezialisiertes pathologisches Institut die genaue Todesursache untersuchen, denn dazu lägen weder dem Landesamt noch der Polizei belastbare Informationen vor. Laut einem BR-Bericht gebe es Anzeichen für Jagdwilderei.
Ermittlungen wegen möglichem Verstoß gegen Naturschutzgesetz
Die Polizei Bad Kötzting führt zudem Ermittlungen wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Das ehrenamtliche Mitglied des Netzwerks Großer Beutegreifer wurde bereits als Zeuge vernommen.
Polizei bittet um Hinweise
Menschen, die in den Tagen vor dem 26. Oktober im Bereich der Gemeinde Lam, insbesondere nahe der tschechischen Grenze, Beobachtungen gemacht haben, die im Zusammenhang mit dem Tierfund stehen könnten, werden gebeten, sich bei der Polizei Bad Kötzting unter (09941)94310 zu melden.