Einweihungsfeier und Tag der offenen Tür: Bodenwöhrer feierten ihre Grundschule

Viele Überraschungen erwarteten die Besucher, die am vergangenen Samstag zur Einweihungsfeier in die Hammerseehalle und dem Tag der offenen Tür in die neue Grundschule in Bodenwöhr gekommen waren. Die Bodenwöhrer waren neugierig und wollten wissen, wie die neue Schule von innen aussieht. Zwischen zehn und 14 Uhr kamen unzählige Interessierte, um an der Einweihung teilzunehmen und/oder eine Runde durch die neuen Räumlichkeiten zu drehen.
Vollzählig versammelten sich zunächst die Grundschüler auf der Bühne der Hammerseehalle. Begleitet von Gitarrenmusik eröffneten sie mit der Schulhymne „Grundschule Bodenwöhr, das sind wir“ singend den Festakt. Belohnt wurden sie mit viel Applaus. Schulleiterin Lisa Rudhart hieß als Hausherrin zahlreiche Ehrengäste willkommen, darunter ehemalige Lehrer. „Heute ist ein denkwürdiger Tag“, so Rudhart, „an dem sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft begegnen.“ Sie sei dankbar und stolz, dass sie ein Stück Schule mitgestalten durfte. Auch die Kinder hätten ihre Ideen miteinbringen können.
Zwei Jahre Bauzeit
Mit dem von Karl Schwarzer umgeschriebenen und von den vierten Klassen vorgetragenen Lied „Einweihung“ schloss sich das nächste Musikstück an. „Eure Musik wäscht den Alltagsstaub von der Seele“, meinte danach ein strahlender Bürgermeister Hoffmann (CSU) in Richtung der Schüler. „Am 15. September ist mit der Fertigstellung der neuen Grundschule das bisher größte Projekt in der Geschichte unserer Gemeinde ins Ziel gelaufen“, so Hoffmann weiter. „Nach vier Jahren Planungs- und zwei Jahren Bauzeit ist eine neue Schule entstanden, die sich an den Kindern orientiert und jedem Schüler die Möglichkeit gibt, in seinem eigenen Tempo zu lernen.“

Mit Herzblut engagiert
Die Entscheidung, eine neue Schule zu bauen, anstatt die alte zu sanieren, sei richtig gewesen, so Hoffmann. Anschließend dankte er der Beraterin in Schulfragen, Andrea Lehner, der Gemeindeverwaltung und den Handwerkern. Sein Dank ging auch an die Gemeinderäte, die zu dem Projekt gestanden und die Kosten in Höhe von rund neun Millionen Euro genehmigt hätten, aber auch der Regierung der Oberpfalz und dem Land Bayern, die mit einem Fördersatz von 56 Prozent und einem KfW-Zuschuss diese finanzielle Herausforderung erst möglich gemacht hätten. Lehrer und Kinder würden das Gebäude zum Leben erwecken. Anschließend dankte Hoffmann den vier Rektorinnen Sieglinde Huber, Margit Schmidbauer, Sabine Voggenreiter und Lisa Rudhart. Sie alle hätten sich mit viel Herzblut für das Leben im Schulhaus engagiert. Sein Dank galt auch dem Architekturbüro Weber. „Ihr seid Zauberer für etwas, das weit über die Gemeindegrenzen hinausstrahlt und ihr habt etwas geschaffen, das bayernweit seinesgleichen sucht“, so Hoffmann wörtlich.

Danach gaben die Bodenwöhrer Sänger das Lied „Ist alles wohl bestellt“ zum Besten. Schulamtsdirektorin Susanne Muffert vom staatlichen Schulamt Schwandorf lobte den mutigen Entschluss, das zukunftsorientierte Projekt umzusetzen. Damit seien ideale Lehr- und Lernbedingungen geschaffen worden. Nach einem weiteren Lied der Klassen 1/2a brachten vier Schüler der Klassen 3a/b in einem Sprechstück ihre Begeisterung über die neue Grundschule zum Ausdruck.
Architekt Martin Weber meinte zurückblickend, dass der Bau der Schule vom ersten Tag an Spaß gemacht hätte, weil Vertrauen und Enthusiasmus des Bürgermeisters, der Gemeinderäte, der Schulleitung und der Lehrer zu spüren waren. Als Dank überreichte er einen Scheck über 1000 Euro für die geplante neue Outdoorspielfläche.
MdL Alexander Flierl (CSU) meinte, dass in einer Schule nicht nur Wissen, sondern auch Herz und Charakter vermittelt würden. Landrat Ebeling (CSU) würdigte die Bemühungen und den persönlichen Einsatz Hoffmanns für den Bau der Schule. Im neuen Schulgebäude nahmen Pfarrer Stefan Hackenspiel und Joachim Höring die Segnung des Gebäudes vor.
Weniger Lärm in der Schule
Danach bestand die Möglichkeit, die Schule beim Tag der offenen Tür zu begutachten. Von der Schulstraße aus sticht der Neubau mit seinen vier riesigen in grün, gelb und orange eingefärbten Fensterrahmen unweigerlich ins Auge. „Grün steht für die Klassen eins und zwei, gelb für drei und vier sowie orange für die Lehrer und die Verwaltung“, erklärte Lisa Rudhart. Diese Farben ziehen sich wie ein „grün-gelb-oranger“ Faden durch das gesamte Gebäude. Der Kugelgarnfilzboden schluckt zusammen mit der Heraklith-Platten-Decke 40 Prozent des Lärms.
Im Untergeschoss, das von der Bucherbergerstraße aus betreten werden kann, sind die Schulverwaltung, das Rektorat, mehrere Büros, Lehrerzimmer, Bücherei, Technik-, Lehrmittel-, Werk-, Musik-, Seminar- und ein Ausweichraum untergebracht. Im Lehrerzimmer befindet sich auch eine Küche.
Lesen Sie dazu auch: Wohl modernste Grundschule Bayerns ist in Betrieb: Große Freude bei Schülern in Bodenwöhr
Ein Schmuckstück sei der Seminarraum mit drei Kochstellen, damit eine ganze Klasse gleichzeitig üben kann. Der Werkraum ist modern und fortschrittlich eingerichtet. Ein Stockwerk höher sind acht Klassenzimmer in zwei gegenüberliegenden spiegelgleichen Clustern beheimatet. Es gibt je eine „Innere Mitte“ einschließlich Schulmarktplatz und vier Mehrzweckräume.
Weniger Hitze im Klassenzimmer
„Um den mit dem Klimawandel einhergehenden höheren Temperaturen entgegenwirken zu können, ist dies die erste Schule in Bayern, bei der sechs Klassenzimmer nach Norden angelegt sind“, betonte Hoffmann. Durch die nach Süden ausgerichteten Oberlichter gebe es trotzdem genügend Lichteinfall. Bei Bedarf könne man aus den Mehrzweckräumen noch zwei weitere Klassenzimmer generieren und damit für bis zu 200 Kinder Platz bieten, so Hoffmann.
Um das Gebäude weitestgehend energieunabhängig zu machen, wurde bereits eine PV-Anlage auf dem Dach installiert. Beheizt wird es mit einem Blockheizwerk, das auch die Hammerseehalle, die alte Hauptschule, die Kinderkrippe „Si-Sa-Sinnesland“ und das TV-Vereinsheim mit Wärme versorgt.