Der Rekordmeister TSV Abensberg muss bei der Titelvergabe erneut zusehen

Von Wolfgang Abeltshauser · 27. Oktober 2025 um 11:11

Auch dieses Jahr blieben die Judoka des TSV Abensberg im Finalturnier der Judobundesliga am Remscheider TV vorzeitig hängen. Wenn auch die Niederlage mit 6:8 (Unterbewertung 55:66) deutlich knapper war als 2024, herrschte im TSV-Lager am Sonntag Enttäuschung vor.

„Wir sind alle sprachlos“, sagte Manuel Scheibel aus dem Trainerstab rund eine Stunde nach dem Ausscheiden im Halbfinale. Ein wenig haderte er auch mit dem Glück, das speziell im zweiten Durchgang nicht auf der Seite der Niederbayern gewesen sei.

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Man kann das so sehen. So verlor Lukas Vennekold bis 81 Kilo gegen Antony Zingg nach langen acht Minuten. Es war ein offener Kampf, in dem beide Chance hatten. Im letzten und unter dem Strich entscheidenden Kampf unterlag Adam Toszegi bis 66 Kilo dem deutschen Vizemeister Nicolas Kunze durch taktisch ungeschicktes Verhalten. Freilich wollte ihm das im Abensberger Lager niemand vorwerfen. Scheibel betonte, dass der 19-Jährige im ersten Durchgang gegen denselben Gegner eine sehr gute Leistung zeigte, Kunze vor der Zeit besiegte und Abensberg mit einer 4:3-Führung eigentlich eine gute Ausgangsposition verschaffte.

Es war ein enger Fight

Grundsätzlich kam es, wie beide Seiten vorhersagten. Scheibel ging von einer 50:50-Situation aus. Remscheids Teammanager Cedric Pick sprach wenige Minuten vor dem Beginn von einer „knüppelharten Nummer“.

Und die wog hin und her. Während bei den Abensbergern der Georgier Saba Inaneishvili (über 100 Kilo) zweimal den deutschen Topmann Losseni Kone besiegen konnte, mussten sich beim TSV Kevin Abeltshauser (bis 73 Kilo) gegen die deutsche Nummer Eins Igor Wandtke und zweimal Timo Cavelius (bis 81 und dann bis 90 Kilo) dem Olympiamedaillengewinner Shamil Borchashvili aus Österreich geschlagen geben.

Auch wenn es nicht sofort zu sehen ist. Illia Sulamanidze (weiß) hat hier gegen Daniel Herbst das Heft in der Hand. - Foto: Gruhn/DJB

Eigengewächs Ben Howard siegte zwar im ersten Durchgang bis 60 Kilo gegen den deutschen Spitzenmann in der Altersklasse U 21 Luke Cabecana, hatte danach aber gegen die Nummer Sechs in der Welt Balabay Aghayev aus Aserbaidschan keine Chance.

Es ist wohl müßig, darüber nachzudenken, an welcher Stelle man genau den einen Punkt liegenließ, der zum Sieg gereicht hätte. Ein schwacher Trost wird es für den TSV sein, dass Pick den Verein im Vorfeld sehr gelobt hatte: „Sie haben in der Vergangenheit vieles richtig gemacht.“

Einsatz und Stimmung beim TSV Abensberg stimmten

An Einsatzwillen hat es auf alle Fälle niemandem beim TSV gefehlt. Und deshalb will Scheibel nicht am eigenen Konzept rütteln. Weiterhin wolle man auf Eigengewächse und junge Kämpfer aus dem bayerischen Landesverband setzten – punktuell verstärkt durch ausländische Athleten.

Der Bundesliga-Meistertitel sei weiterhin das Ziel des Vereins. Allerdings müsse die junge Garde um Abeltshauser und Howard durchaus noch den einen oder anderen Schritt in der Entwicklung machen, um sowohl die eigenen internationalen Ziele im Einzelwettbewerb zu erreichen als auch in der Bundesliga unumstößliche Punktegaranten zu werden.

Das große Plus des TSV könnte der Zusammenhalt werden, den Scheibel als bemerkenswert einstuft. Dass dies auch vermeintlich stärkere Gegner umwerfen kann, um einmal im Bild zu bleiben, zeigte das Finale in Wuppertal. Trotz viel Unterstützung von den Rängen schaffte es Remscheid nicht, sich gegen den UJKC Potsdam, der letztendlich 8:6 siegte, durchzusetzen. Allerdings zeigte da Remscheid wohl auch, dass man nicht unendlich Topkämpfer von der Ersatzbank holen kann. Spätestens im Finale wirkte sich das Fehlen von Topmann Eduard Trippel (bis 90 Kilo) aus, den der ehemaligen Weltmeister Alexander Wieczerzak, der eigentlich nicht mehr aktiv ist, nicht ersetzen konnte.

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