Die Glaubwürdigkeit ist das höchste Gut der Mittelbayerischen Zeitung

Von Christian Eckl · 24. Oktober 2025 um 05:00

Manchmal fragt man sich, wie es weitergehen soll in einer Demokratie, in der Social-Media-Blasen den Ton anzugeben scheinen. Man fragt sich, wie es um die Demokratie bestellt ist, wenn die Tech-Giganten aus den USA den Diskurs vorgeben. Die Zeiten der guten, alten Bonner Republik mit ihren Klüngeleien und ihren recht übersichtlichen Medien ist vorbei. Das ist vielleicht auch gut so. Aber was kommt, wenn doch die Zeitungen an Auflage verlieren? Ist dann Instagram die neue Informationsquelle?

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Fake News sind allgegenwärtig – doch Zeitungen genießen weiter großes Vertrauen – das war das Ergebnis der Studie „Zeitungsqualitäten 2025“, die von der Zeitungsmarktforschung Gesellschaft (ZMG) im Auftrag des Bundesverbands Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) durchgeführt wurde. Veröffentlicht wurde diese Studie bereits im Mai. Laut den Ergebnissen haben 85 Prozent der Deutschen bereits Erfahrungen mit Falschnachrichten gemacht. In Zeitungen stießen jedoch nur acht Prozent der Befragten darauf. Die Studie unterstreicht damit die herausragende Rolle von Print- und Digitalzeitungen als verlässliche Informationsquelle.

Grafik aus der Studie „Zeitungsqualitäten 2025“ - Foto: ZMG/BDVZ

Fake News als Problem

Hauptquelle für Desinformation bleibt das Internet: 78 Prozent der Befragten begegneten dort Fake News – besonders in sozialen Netzwerken (67 Prozent) und auf Video-Plattformen (53 Prozent). Redaktionell betreute Nachrichtenportale schneiden deutlich besser ab: Nur neun Prozent gaben an, dort Falschmeldungen gesehen zu haben.

Für 80 Prozent der Befragten ist eine glaubwürdige und verlässliche Berichterstattung besonders wichtig – Werte, die Zeitungen seit Jahrzehnten prägen. „Redaktionen prüfen Fakten, recherchieren unabhängig und stehen für fundierte Berichterstattung. Die Studienergebnisse zeigen, wie essenziell journalistisch geprüfte Inhalte für eine informierte Gesellschaft sind“, betont BDZV-Hauptgeschäftsführer Dr. Jörg Eggers. „Zeitungen und ihre digitalen Angebote garantieren faktenbasierte Berichterstattung – gerade in Zeiten, in denen Desinformation Hochkonjunktur hat“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des Verbandes.

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Was sich sicherlich verändert, ist das Nutzungsverhalten der verschiedenen Formate. Media Perspektiven ist heißt die Fachzeitschrift, die von der ARD aus das Mediennutzungsverhalten wissenschaftlich untersucht. Der regelmäßig durchgeführten Studie zufolge ist die Mediennutzung jedes Bundesbürgers ab 14 Jahren von 2024 mit 384 Minuten täglich nochmal auf 387 Minuten gestiegen. Sie haben richtig gelesen: Das ist die tägliche Nutzungsdauer. Mitgezählt wird dabei aber natürlich neben Fernsehen und Radio auch der Blick aufs Handy zwecks Informationsgewinn.

Beim Nutzungsverhalten spielen zwar nach wie vor Texte eine große Rolle. Doch vor allem Videos sind es, die sich viele Deutsche zwischenzeitlich ansehen. Zeitungsverlage haben die Kompetenz im Textbereich, aber immer schon auch bei der Erstellung von guten Pressefotos. Dieser Bereich hat sich in den vergangenen Jahren ausgeweitet – zunehmend wurden auch Kompetenzen in Sachen Bewegtbild aufgebaut. Für Reporter der MZ ist es zwischenzeitlich Alltag, auf Terminen auch zu filmen.

Kein Ersatz für Zeitung

„Ohne Heimatzeitung wird es finster in Deutschland“, titelte die FAZ vor ein paar Wochen. Dabei bezog sich die Zeitung, die selbst einen Wandel durchgemacht hat die vergangenen Jahre, auf eine Studie der TU Dresden in Bezug auf Lokalmedien in Thüringen. Die Ergebnisse überraschen nicht: Es mag sein, dass mancherorts Blogger die Lücken zu füllen versuchen. Oder dass manche in Facebook-Gruppen meinen, genügend Informationen über ihre Heimat zu bekommen. Aber: „Öffentliche Gruppen oder Profile im Social Web liefern so gut wie keine gehaltvollen Informationen über Politik und zur Meinungsbildung“, hieß es von den Studienmachern. Die Lokalzeitung bleibt also wichtig.