Kirchturmstreit um den Abensberger Hundertwasserturm

Zum achtzigsten Jubiläum der Mittelbayerischen Zeitung werfen wir einen Blick auf die großen Schlagzeilen, die die Region bewegten: Die Kuchlbauer-Brauerei im Herzen von Abensberg (Landkreis Kelheim) kaufte einen Entwurf des Wiener Kunstfantasten. Doch dessen hochragende Pläne wurden zum jahrelangen Streitobjekt.
Es ist eines der letzten Projekte, die der österreichische Künstler der Fantasie, Friedensreich Hundertwasser, vor seinem Tod im Jahr 2000 entwickelt hat, aber selbst nicht mehr umsetzen konnte: Ein 70 Meter hoher Turm, der die Kuchlbauer-Brauerei weit über Abensberg hinaus zum Gesprächsthema machen sollte.
Doch ein Turm, der höher als der örtliche Kirchturm war, das rief damals den Denkmalschutz auf den Plan und auch die Stadt klagte dagegen. Der Streit ging so weit, dass das Projekt beinahe gekippt worden wäre. Immer wieder wurden Gerichte angerufen. Am Ende einigten sich die Verantwortlichen nach mehreren Anpassungen der Pläne, die auch optische Veränderungen beinhalteten, dann doch – unter anderem auf eine Turmhöhe von 35 Metern.
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Der Grundstein wurde 2007 gelegt. 2010 wurde das Bauwerk mit der goldenen Kuppel und der Aussichtsterrasse für Besucher geöffnet und ist bis heute ein Besuchermagnet. Der Chef der Weißbierbrauerei, Leonhard Salleck, sagte später, er sei seinen Gegnern heute dankbar, dass der Turm nur 35 Meter hoch wurde. Alles andere wäre nicht zu finanzieren gewesen.