Welpe in erbärmlichem Zustand bei Schwandorf ausgesetzt: Polizei ermittelt Verdächtigen

Von Mittelbayerische Zeitung · 16. Oktober 2025 um 17:00

Tierfreunde im Landkreis Schwandorf können bei diesem Vorfall nur entsetzt mit dem Kopfschütteln: Ein erst wenige Monate alter Chihuahua-Mix wurde Ende September im Bereich der Großen Kreisstadt von einem Pilzsammler in einem lebensbedrohlichen Zustand entdeckt. Nun hat die Polizei einen Verdacht, wer das Tier dort ausgesetzt haben könnte.

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Der Pilzsammler hatte Ende September das Tierbaby im westlichen Stadtgebiet, neben einem Waldparkplatz zwischen Neukirchen und Eichelhof, gefunden und Alarm geschlagen. Der erst vier Monate alte Welpe wurde umgehend zu einem Tierarzt gebracht. Dort wird er laut Landkreissprecher Manuel Lischka noch immer stationär behandelt.

Junger Hund hatte gleich mehrere Krankheiten

Bei der Einlieferung sei der junge Hund in einem sehr schlechten Zustand gewesen. „Nach den vorliegenden Informationen kann durchaus Lebensgefahr bestanden haben“, berichtete Lischka auf Anfrage der Mittelbayerischen.

Der Welpe habe mehrere Krankheiten gehabt. Nach Informationen der Mittelbayerischen soll er unter anderem dehydriert, unterkühlt und verfloht gewesen sein. Mehr noch: Auch zu neurologischen Ausfällen soll es bereits gekommen sein.

Nach den vorliegenden Informationen kann durchaus Lebensgefahr bestanden haben.Manuel Lischka, Landkreissprecher

Inzwischen geht es dem Chihuahua-Mix, den das Personal des Schwandorfer Tierheims auf den Namen Emil taufte, deutlich besser. Doch wie es mit dem jungen Rüden weitergeht, steht noch in den Sternen. „Es ist völlig offen, ob und wann der Hund vermittelt werden kann“, so Landkreissprecher Lischka.

Ermittlungen wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz

Während der Welpe nun gut umsorgt wird, gerät ein 20-Jähriger aus dem Schwandorfer Stadtgebiet wohl in Erklärungsnot. Laut Polizeioberkommissar Stefan Dirnberger soll der junge Mann den Hund im Wald ausgesetzt haben. Man ermittle daher wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Wie der Schwandorfer Polizeisprecher sagte, sei der entscheidende Zeugenhinweis nach einem Facebook-Beitrag des Tierheims eingegangen.

In der Veröffentlichung nannte das Tierheim den Welpen „einen kleinen Kämpfer“. „Mit seinen geschätzten drei bis vier Monaten sollte er die Welt entdecken, spielen und unbeschwert sein. Stattdessen sahen wir ein Häufchen Elend“, schrieben die Tierschützer Ende September. Man danke „den wunderbaren Menschen, die nicht weggesehen haben“.