Für stabilere Preise an Tankstellen: Bundesländer fordern Regelung wie in Österreich

Von Christoph Eberle · 11. Oktober 2025 um 07:30

Die angezeigten Preise für Benzin und Diesel an Tankstellen in Deutschland gelten oft nur sehr kurz – laut Bundeskartellamt werden sie im Schnitt 18 mal am Tag geändert. In Österreich wäre das nicht erlaubt. - Foto: IMAGO/dts Nachrichtenagentur

Diese Initiative soll für weniger Preisschwankungen an den Tankstellen sorgen. Die deutschen Bundesländer fordern laut „Rheinischer Post“ von der Bundesregierung die Einführung einer Spritpreisbremse nach österreichischem Vorbild. Denn aktuell würden die Preise für Benzin und Diesel bis zu 18 mal am Tag geändert.

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Immer seltener sei es möglich, bewusst in den „Preistälern“ zu tanken, heißt es demnach in einem Antrag, den das Land Baden-Württemberg federführend eingebracht habe. Aus Kreisen des Bundesrates hieß es, da man sich bereits 2012 für ein solches Vorgehen ausgesprochen habe, werde die Länderkammer voraussichtlich auch diesmal zustimmen.

Hintergrund ist der Zeitung nach ein Bericht des Bundeskartellamtes, wonach es 18 Preisänderungen pro Tag und Tankstelle gebe – Tendenz steigend. In Bayerns Nachbarland Österreich ist es Tankstellenbetreibern nur einmal täglich um 12 Uhr erlaubt, die Preise zu erhöhen. Preissenkungen dürften dagegen jederzeit vorgenommen werden.

Eine Übersicht über aktuelle Spritpreise in der Region finden Sie hier

Selbst wer Preisvergleich-Apps wie „Mehr tanken“, „ADAC Drive“ oder „Clever-tanken“ nutzt, hat nicht immer einen Vorteil. Bis man bei der günstigsten Tankstelle im Umkreis ankommt, kann sich der Preis schon wieder geändert haben. Grundsätzlich lohnen sich die Apps aber aus Experten-Sicht schon. Denn die Preise an den Tankstellen unterschieden sich häufig lokal erheblich. Und selbst bei den Tankstellen eines Betreibers an einem Ort können sich Unterschiede ergeben, so die Prüfgesellschaft GTÜ.

Wann ist Tanken tendenziell am günstigsten?

Sie wollen möglichst günstig tanken? Am billigsten ist der Griff zur Zapfpistole zwischen 20 und 22 Uhr. So lautet eine Faustregel auf Basis von ADAC-Auswertungen. Auch zwischen 18 und 19 Uhr seien die Preise besonders niedrig. Hingegen ist Tanken in den Morgenstunden meist um einiges teurer.

An Autobahntankstellen kostet ein Liter Benzin laut GTÜ gerne 40 Cent mehr als in der nahe gelegenen Stadt. Zwischen diesen Extremen liege das Kraftstoffangebot des Autohofs. So lohnt es sich meist finanziell, fürs Tanken von der Autobahn abzufahren.

Der ADAC empfiehlt zudem für Benziner als Spartipp die Kraftstoffvariante E10: Fast alle Benziner ab Produktionszeit November 2010 vertragen nach Aussage des ADAC Nordrhein problemlos Super E10. Der Biokraftstoff kostet mehrere Cent weniger als Super E5. Wer dennoch unsicher ist, kann auf der Innenseite des Tankdeckels oder in der Bedienungsanleitung nachsehen, ob auch E10 passt.

Tankstellenbetreiber wundern sich selbst oft über Preisänderungen der Mineralölkonzerne

Der Tankstellen-Interessenverband begrüßte den Vorstoß. „Wir finden das richtig und gut“, sagte Sprecher Herbert Rabl der „Rheinischen Post“. Die Tankstellenbetreiber würden sich oft selber wundern, wenn Sprit ad hoc teurer werde. Viele Tankstellen müssten die Preispolitik der Mineralölkonzerne ausbaden, weil sich frustrierte Kunden beschwerten. „Deshalb begrüßen wir das als Beruhigung und Stabilisierung für den Verbraucher“, sagte Rabl.