Kanzler-Vorstoß: Das sagen unsere Leser zum gesellschaftlichen Pflichtjahr

In der Talkshow von Caren Miosga hat Bundeskanzler Friedrich Merz am Sonntagabend ein gesellschaftliches Pflichtjahr anstelle einer freiwilligen Wehrpflicht ins Spiel gebracht. Wir haben unsere Abonnenten unserer Whatsapp-Channels gefragt, was sie von diesem Vorstoß halten. Das Ergebnis war eindeutig.
Die Bundeswehr braucht dringend eine Aufstockung ihrer Truppe. 80.000 Soldaten mehr sollten es mindestens sein, findet die Nato. Nur so könne Deutschland einem Angriff, etwa aus Russland, entgegentreten. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will das Problem mit einem freiwilligen Wehrdienst lösen. So steht es auch im Koalitionsvertrag von Union und SPD.
Grundgesetzänderung nötig
Bei Caren Miosga sagte Merz nun am Sonntagabend aber, dass er nicht glaube, dass es bei der Freiwilligkeit allein bleiben könne. Er sprach sich stattdessen für ein gesellschaftliches Pflichtjahr aus für alle, also Männer und Frauen. Das würde dann nicht nur den Dienst in der Truppe, sondern auch in sozialen Bereichen ermöglichen. Dazu muss allerdings erst das Grundgesetz (GG) geändert werden. In Artikel 12a ist dort geregelt, dass nur Männer verpflichtet werden können.
Um das zu ändern, ist allerdings eine Zweidrittelmehrheit des Bundestags nötig. Diese bei der aktuellen Sitzverteilung im Reichstag zu erlangen, dürfte für Schwarz-Rot schwierig werden. Aktuell nimmt die Regierungskoalition zusammen 328 der 630 Sitze im Bundestag ein. Für eine Änderung des Grundgesetzes benötigt sie aber 420 Stimmen, weshalb sie auf Unterstützung aus den Reihen von Grünen, Linken und AfD angewiesen wäre.
Umfrage zum Pflichtjahr auf Whatsapp
Wir wollten nun von den Abonnenten unserer Whatsapp-Kanäle von PNP-Niederbayern, PNP-Oberbayern, Donaukurier und Mittelbayerische wissen, was sie von dem Kanzler-Vorschlag eines gesellschaftlichen Pflichtjahrs halten. Nach fünf Stunden hatten sich 1689 Leser an der Umfrage beteiligt. Und deren Tenor war eindeutig.
1199 Teilnehmer, also 71 Prozent, befürworten die Idee eines gesellschaftlichen Pflichtjahrs und damit den verpflichtenden Dienst für die Allgemeinheit. 317 (18,8 Prozent) befürworten gesellschaftliches Engagement junger Menschen ebenfalls, allerdings solle dies auf freiwilliger Basis geschehen. 144 Teilnehmer (8,5 Prozent) sind dagegen, dass junge Menschen ein Jahr für den Staat opfern sollen. 29 (1,7 Prozent) interessierten sich nicht für die Diskussion.