Das „Herz“ schlägt: Energiezentrale und Feuerwehr im neuen BMW-Werk fertiggestellt

Die erste Eröffnung konnte im neuen Werk von BMW in Irlbach-Straßkirchen gefeiert werden: Die Gebäude, in der die Energiezentrale und die Feuerwehr untergebracht werden, sind fertig. „Ein Meilenstein“, sagte Sabrina Kugler, Projektleiterin Werkaufbau in Irlbach-Straßkirchen, nicht ohne Stolz.
Die Energiezentrale versorgt den neuen Standort, an dem die sechste Generation der Hochvoltbatterien montiert werden, mit allen betriebsnotwendigen Ressourcen. Außerdem findet die Feuerwehr auf rund 3000 Quadratmetern Platz.
26 Feuerwehrleute im Schichtbetrieb
Im Juni nahm die Mannschaft der Betriebsfeuerwehr laut BMW bereits ihren Rund-um-die-Uhr-Dienstbetrieb auf. Mit fünf Dienstfahrzeugen und 26 Mitarbeitenden im Schichtbetrieb ist die Feuerwehr im Einsatz. Derzeit laufe das Anerkennungsverfahren zur Werkfeuerwehr, hieß es. Zur Mannschaft gehören auch neu ausgebildete Feuerwehrleute aus der Region, zwei von ihnen sind Angehörige der Feuerwehren in Irlbach und Straßkirchen.
Für Silvia Meyer, Leiterin Immobilienmanagement am Standort Irlbach-Straßkirchen, ist die Energiezentrale das „Herz“ des neuen Standorts, wie sie erklärt. Von diesem Gebäude werden die künftige Produktion und die Nebengebäude mit allen „Medien“, das sind Strom, Kälte, Wärme, Kühlwasser und Druckluft versorgt. Die Steuerung erfolgt im sogenannten Operations Center. Mit intelligenter Energieleittechnik werden Heizung, Lüftung, Klimatisierung und Beleuchtung der Gebäude automatisiert und ressourceneffizient geregelt. Mithilfe von Sensoren werden alle wichtigen Produktionsanlagen und Räume überwacht und in Echtzeit auf die Bildschirme des Leitstands übertragen.
Die Abwärme aus der Produktion verpufft nicht, sondern wird als Heizung in der Betriebsgastronomie, im Lager und in Nebengebäuden genutzt. Dafür wandeln Wärmepumpen in der Energiezentrale das von den Produktionsanlagen auf rund 23 Grad erwärmte Kühlwasser in Heizenergie mit einer Temperatur von etwa 60 Grad um. Vier Wärmepumpen mit je 1,8 Megawatt (MW) garantieren laut BMW-Experten eine ausfallsichere Heizleistung.
Rohrleitungssystem erstreckt sich über 3,8 Kilometer
Das gesamte Rohrleitungssystem der Energiezentrale erstreckt sich über 3,8 Kilometer und wird einmalig mit 500 000 Litern Wasser befüllt. Und dennoch betont der Autobauer, dass der Produktions- und Montageprozess der Hochvoltbatterien kein Wasser benötigt. Trinkwasser wird am Standort lediglich für Küchen und Waschbecken genutzt. Für die Toiletten findet Regenwasser Verwendung, das auf den Dächern gesammelt wird.
Die hochautomatisierte Fördertechnik im Produktionsprozess der Hochvoltbatterien benötigt kontinuierlich Druckluft. Aus der Energiezentrale wird den Anlagen im Produktionsgebäude Druckluft mit sechs Bar bereitgestellt. Dazu stehen zwei Kompressoren zur Verfügung, deren Abwärme wiederum dem Kühlwasserkreislauf zugeführt wird und über die Wärmepumpen wieder zum Heizen zur Verfügung steht.
Obwohl durch das Gelände eine Erdgasleitung läuft, wird für die Energieversorgung des BMW Group Werk Irlbach-Straßkirchen im Regelbetrieb vollständig auf den Einsatz von fossilen Energieträgern verzichtet, wurde bei der Eröffnung betont. Das Werk sei nicht an die Erdgasleitung angeschlossen. Auf dem Dach findet eine 62 000 Quadratmeter große Photovoltaikanlage Platz, die aus Sonne einen guten Teil des Gesamtstrombedarf des Werkes produziert.
Mobilfunkmast und Antennen im Werk
Auch für die Mobilfunkversorgung des Werks leistet die Energiezentrale einen wichtigen Beitrag. Auf dem Dach steht ein Funkmast, der die Mobilfunkversorgung im Außenbereich des Werksgeländes sicherstellt. Für den Innenbereich wurden bereits rund 220 Antennen installiert und mehr als 9,5 Kilometer Hochfrequenzkabel und 3,5 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Das rund 10 400 Quadratmeter große Gebäude für Energiezentrale und Feuerwehr wurde in knapp 14 Monaten fertiggestellt.