Oktoberfest-Bedienung aus Burgkirchen schildert Ausnahmezustand in München

Von Alexander Nöbauer · 1. Oktober 2025 um 12:41

Die Burgkirchnerin Sandra Harlander (Landkreis Altötting) bedient jedes Jahr auf der Wiesn. Als sie sich am Mittwochvormittag auf den Weg zum Festgelände macht, erfährt sie von den Explosionen im Münchner Norden. Das Oktoberfest macht erst einmal dicht. Im Gespräch mit der Mediengruppe Bayern schildert sie die Situation vor Ort.

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Blaulicht, Sirenen, Einsatzkräfte – nach mehreren Explosionen im Münchner Norden haben sich am Mittwochmorgen die Ereignisse rund um das Oktoberfest überschlagen. Kurzerhand wurde das größte Volksfest der Welt geschlossen, soll am späten Nachmittag wieder öffnen.

Ich vertraue unserer Polizei voll und ganz, dass sie das alles in den Griff bekommt

Sandra Harlander

Mittendrin in dem ganzen Trubel sitzt auch eine Burgkirchnerin: Sandra Harlander bedient normalerweise im Löwenbräuzelt und erlebt den Trubel in der Landeshauptstadt hautnah. „Ich habe aber keine Angst. Ich vertraue da unserer Polizei voll und ganz, dass sie das alles in den Griff bekommt.“

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Es ist ein sonniger Mittwochvormittag. Einen, den Sandra Harlander in München verbringt – wie immer, zur Wiesn-Zeit. Sie feiert dort stets ihren Geburtstag, mischt sich mit ihren Krügen unter die Leute und steht immer für einen kurzen Ratsch parat. Die Gäste kennt die Bedienung seit vielen Jahren, gerne kommen sie immer wieder zu ihr ins Löwenbräuzelt. Und so ist sie auch dieses Jahr wieder vor Ort, seit dem Anzapfen.

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Auch am Mittwochvormittag macht sie sich von ihrer Unterkunft bei der Münchner Freiheit gerade auf den Weg zum Festgelände, als sie einen Anruf einer Kollegin bekommt: „Bleib daheim und verfolge die Nachrichten“, war die Aussage. Kurz nach 10 Uhr muss das gewesen sein.

Festbüro hatte erst noch keine genauen Infos

Die Arbeitstage der Burgkirchnerin, die sonst im „Habedere“ im Bürgerzentrum bedient, beginnen täglich um 10.30 Uhr und gehen bis tief in die Nacht. „Ich bin dann umgekehrt und habe erst einmal im Festbüro angerufen. Dort hatten sie auch noch keine genauen Infos, nur, dass die Wiesn erst einmal gesperrt ist“, erzählt sie.

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„Jetzt sitzen wir dann erst einmal hier und warten ab.“ Gut möglich, dass das Oktoberfest den ganzen Tag über geschlossen bleibt. „Aber ich glaube ohnehin nicht, dass heute noch viel los ist. Reservierungen werden da nach den ganzen Vorkommnissen ohnehin nicht mehr reinkommen.“

Ihre Familie macht sich Sorgen

Sie selbst geht relativ relaxt mit der Situation um. „Ich habe keine Angst, da vertraue ich unserer Polizei.“ Bei der Verwandtschaft sieht das ganz anders aus: „Mein Mann, meine Mama und meine Schwester haben heute schon gleich angerufen, als sie das alles gehört haben. Die machen sich natürlich Sorgen. Ich kann die Situation hier aber ziemlich gut ausblenden“, sagt Sandra Harlander. Freilich sei sie froh, nicht bereits mitten im Geschehen gewesen zu sein. „Aber es ist halt auch ein Tag ohne Geld.“

Bisher hat sie die Wiesen so erlebt, wie sie sie kennt und mag: friedlich, gesellig, zünftig. Auch Freunde aus Burgkirchen haben sie schon besucht und schöne Stunden bei ihr im Zelt verbracht. „Es war eigentlich bisher so, wie es sein sollte.“

Man merkt schon, dass nicht alles ganz normal ist

Sandra Harlander

Bis am Mittwochmorgen die Meldungen zu den Explosionen im Münchner Norden reingekommen sind. „Ich höre hier bei meiner Unterkunft an der Münchner Freiheit kaum Sirenen“, beschreibt Harlander die Situation kurz vor Mittag. Aber sie stellt auch fest: „Es sind wesentlich weniger Leute auf den Straßen unterwegs. Man sieht nur die Bauarbeiter.“ Selbst der Kindergarten gegenüber, auf der anderen Straßenseite, hat alles dicht gemacht, die Kleinen spielen heute nur drinnen. „Man merkt schon, dass nicht alles ganz normal ist.“

Sandra Harlander hofft, so wie alle anderen auch, dass die Einsatzkräfte die Situation möglichst schnell aufklären können, damit der Betrieb und das Leben in der Stadt wieder in geregelten Bahnen fortlaufen können. „Auch wenn das den ganzen Tag braucht und die Wiesn am Mittwoch nicht mehr aufmacht, Hauptsache, es passt dann alles“, sagt die Burgkirchnerin. Und viel wichtiger: Dass keine weiteren Menschen mehr zu Schaden kommen.