Technologie Campus Wörth-Wiesent: Der Förderverein legt jetzt richtig los

Wirtschaft integrieren, Studierende unterstützen: Der Vorstand nennt ehrgeizige Ziele. Am Standort wird nicht nur bei Wasserstoff-Technologien geforscht, es gibt auch die Bereiche Leistungselektronik und Nachhaltiger Schwerlastverkehr.
Gleich zum Start war der Förderverein volljährig – zumindest mit Blick auf die Mitgliederzahl. Mit 18 Engagierten legten die „Freunde und Förderer des Technologie Campus Wörth-Wiesent“ am 14. Mai los, um dem neuen Wissenschaftsstandort im Gewerbepark auch von der Förderseite Aufschub zu geben. Inklusive der beiden Bürgermeister Josef Schütz (Wörth) und Elisabeth Kerscher (Wiesent) traf man sich in einem Büro jenes Gebäudes, das mittlerweile über voll eingerichtete Forschungslabore der TH Deggendorf verfügt. Dadurch wurden die beiden Kommunen erstmalig Hochschul-Standort, worauf man in Wörth und Wiesent freilich stolz ist.
Per Definition verfolgt der Förderverein das Anliegen, „Forschung und Lehre am Standort aktiv zu fördern, Studierende und Gaststudierende zu unterstützen sowie die Verbindung zwischen Campus, Bürgerschaft und Unternehmen in der Region weiter zu stärken“.
„In die Forschungsprozesse integrieren“
Im MZ-Gespräch führen das die beiden Vorsitzenden Dr. Rudolf Apfelbeck und Hans Solleder näher aus. „Wir wollen eine Brücke zu den örtlichen Firmen schlagen, sie in die Forschungsprozesse integrieren“, sagt Solleder. Ob nachhaltige Antriebstechnologien für den Fuhrpark oder die Energieversorgung durch die PV-Anlage in der Nähe – die Ideen hierfür seien weitreichend. Apfelbeck als 1. Förderverein-Vorsitzender weist darauf hin, dass am Tech-Campus nicht ausschließlich bei Wasserstoff-Technologien geforscht wird, sondern der Standort breiter aufgestellt ist. So gibt es auch die Bereiche Leistungselektronik und Nachhaltiger Schwerlastverkehr, die man jüngst beim „Tag der offenen Tür“ besichtigen konnte.
Neben den Wissenschaftlern war dort auch der Förderverein präsent. Er blickt auf eine „rundum gelungene Veranstaltung“ zurück. Es habe sich gezeigt, dass die Einwohner von Wörth und Wiesent daran Interesse haben, was am Tech-Campus geschieht, betonen Apfelbeck und Solleder.
Wir wollen eine Brücke zu den örtlichen Firmen schlagen.
Hans Solleder
Ebenso habe der Förderverein vor, Studierenden bei Bedarf finanziell unter die Arme zu greifen – etwa wenn sie aus dem Raum Deggendorf eine weite tägliche Anfahrt haben oder allgemein besser über die Runden kommen sollen. Darüber hinaus möchte er Führungen oder vom Tech-Campus organisierte Vorträge und Seminare unterstützen. Auch sei angedacht, die Förderverein-Mitglieder mit einem Info-Schreiben über Neuigkeiten am Tech-Campus zu informieren. „Immer, wenn sich was regt“, soll das der Fall sein.
Für all diese Zwecke sei der Verein nun dabei, seine Gemeinnützigkeit zu erhalten. Rechtlich geführt wird er unter einer Register-Nummer beim Amtsgericht Regensburg. Aktuell ist er auf rund 40 Mitglieder angewachsen. Neben mehreren Stadt- und Gemeinderäten sind bei den „Freunden und Förderern“ auch die drei Hochschul-Professoren des Tech-Campus vertreten.

Dies sei dem Förderverein ein wichtiges Anliegen, schließlich wolle man sich gemeinschaftlich über die Inhalte austauschen. Die wissenschaftliche Standort-Leitung hat Prof. Otto Kreutzer inne, die operative Leitung Vanessa Boos. Der Standort im Gewerbepark Wörth-Wiesent ist einer von 17 Lehr- und Forschungsstandorten der TH Deggendorf im ostbayerischen Raum.
Erfahrung im Vorstand
In ihrer Vorstandsarbeit für den Förderverein fühlen sich Apfelbeck und Solleder gut aufgehoben. Schon seit seiner Studienzeit beschäftige er sich mit nachwachsenden Rohstoffen, sagt Apfelbeck, der vor seinem Ruhestand dem Verband bayerischer Zuckerrübenanbauer vorgestanden hatte. Wie Apfelbeck spricht sich auch Hans Solleder für eine Mobilitätswende aus, die er in Form eines „technologieoffenen Übergangs“ bevorzuge, wie er im Gespräch betont. Beide Vorstände sitzen im Stadtrat der Stadt Wörth.