Über 200 Teilnehmer und Mitwirkende beim 21. Diözesanen Schöpfungstag in Beratzhausen

Am Samstag waren der Bürgersaal in Beratzhausen im Zehentstadel, die Pfarrkirche und der Saal im Pfarrheim bis auf den letzten Platz besetzt. Grund war der 21. Diözesane Schöpfungstag, der heuer in Beratzhausen stattfand. Zum Auftakt mit dem Ehrenvorsitzenden des Bund Naturschutz Bayern, Prof. Dr. Hubert Weiger, zur ökumenischen Mittagsandacht sowie zum Mittagessen und zum Abschluss waren die drei Räume gut gefüllt.
Mit Ständen von über 20 Verbänden, Initiativen und Interessensgruppen gefüllt waren auch die Plätze rund um Zehentstadel und Pfarrkirche.
Aktiv werden
Im Zehentstadel hieß Beate Eichinger, Leiterin der Fachstelle Umwelt & ökosoziale Gerechtigkeit und der Arbeitsgruppe Schöpfungstag im Bischöflichen Ordinariat, die Teilnehmer willkommen. Sie erläuterte, dass sich das Thema „Breit gestreut“ auf das Streuobst wie auch auf die Breite der mit der Schöpfungsthematik verbundenen Aspekte beziehe. Doch der Schöpfungstag solle auch „Plattform zum Austausch und zur Motivation gerade in der heutigen Zeit“ sein.
„Aktiv werden, etwas tun für die Schöpfung“ mahnte Ortspfarrer Johann Christian Rahm in seiner Begrüßung an. Er verwies auf Klimawandel, Artensterben und den hinterherhinkenden Willen zum Umdenken. Das Jubiläum „Zehn Jahre Enzyklika Laudato si“ sieht er als „Weckruf zur Sorge um die gemeinsame Schöpfung“, für die man immer neu dankbar sein müsse.
Neben der Schöpfung gelte es auch, so Bürgermeister Matthias Beer, Tradition, Brauchtum, Kultur und Heimat zu bewahren. Klar sei, dass es immer Differenzen gebe, etwa die Sehnsucht nach Bewahrung der Schöpfung versus Wachstum. Stolz verwies Beer auf den hohen Anteil der in der Gemeinde gewonnenen regenerativen Energie und auf das Verschenken von 100 Streuobstbäumen jährlich an Bürger. Insgesamt gehe es, so der Bürgermeister, um den Erhalt der „Lebensgrundlagen für unser Dasein“.
Hubert Weiger widmete sich dem Thema „Zehn Jahre Laudato si – Zeitenwende für die katholische Kirche?“ Die Enzyklika habe – noch 2015 – bei der Pariser Klimakonferenz zu einstimmigen Beschlüssen geführt. Auch bei der UNO-Vollversammlung sei „Laudato si“ in die Agenda 2030 eingeflossen. „Die Enzyklika ist bis heute von entscheidender historischer Bedeutung. Sie ist keine Enzyklika, die sich nur an Mitglieder der Kirche richtet, sondern an alle Menschen“, führte Weiger aus.
Nicht Herr, sondern Diener
Ein zentraler Faktor sei die Verbindung ökologischer und sozialer Fragen. Damit einher gehe die Frage der Macht, die lange falsch interpretiert wurde. „Wir sind nicht Herr, sondern Diener der Natur, verantwortlich für die Schöpfung.“ Im Rückblick stellte er in der katholischen Kirche zwar Aktivitäten einzelner Gruppen und Verbände, eine Zunahme des ökologischen Landbaus, Verringerung der Energieverbräuche sowie Diskussionen auch außerhalb der Kirche fest. „Aber den großen Ruck habe ich nicht erlebt, eher ein Bemühen. Wir haben nach wie vor Luft nach oben. Es ist noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten“, bilanzierte er.
In der Pfarrkirche war danach die ökumenische Mittagsandacht mit Geistlichen von vier christlichen Konfessionen. Die Predigt hielt Uwe Biedermann, stellvertretender Dekan des Evangelisch-Lutherischen Kirchenkreises Regensburg. Auch er appellierte an den Einsatz eines jeden Einzelnen. „Die Erde ist der Garten Gottes, in dem wir Gäste und Freunde sind. Diesen Garten dürfen wir mit offenen Augen und Herzen betreten.“ Die musikalische Gestaltung oblag dem Projektchor mit Sängern der Pfarreiengemeinschaft Beratzhausen-Pfraundorf. Zum Abschluss gab es noch kulturelle Beiträge. Der Kinderchor der Pfarrei Beratzhausen sang zwei Lieder, Markus Bauer trug sein extra für diesen Tag geschriebenes Gedicht „Die Schöpfung bewahren“ vor.


