Max-Josef-Schule Amberg: Mangelhafter Brandschutz sorgt für Ärger

Die Max-Josef-Schule erhält einen Erweiterungsbau für die Ganztagsbetreuung. Jetzt hat das zuständige Ingenieurbüro erhebliche Mängel in Sachen Brandschutz am Bestandsgebäude festgestellt. Dabei geht es um Mängel, die eigentlich seit 25 Jahren beseitigt sein sollten. Jetzt muss die Stadt hierfür noch einmal fast eine halbe Million bereitstellen. Das beschloss der Haupt- und Finanzausschuss in der vergangenen Woche, wenn auch mit einer gehörigen Wut im Bauch.
In den 90er-Jahren sollte im Rahmen der Brandschutzsanierung das Haupttreppenhaus im „Alt-Bau“ in zwei eigenständige Treppenhäuser geteilt werden. Hintergrund ist die brandschutztechnische Vorgabe, einen zweiten Rettungsweg zu schaffen. Da das Schulgebäude jedoch unter Denkmalschutz steht, war der Anbau einer Außentreppe über vier Geschosse nicht möglich. Man entschied sich deshalb für die Teilung des bestehenden Treppenhauses in zwei eigenständige Treppenhäuser.
Zweiter Rettungsweg nötig
Doch diese Maßnahme wurde nur teilweise umgesetzt. „Es wurde festgestellt, dass die Teilung des Haupttreppenhauses im Altbau nur in den Obergeschossen umgesetzt wurde, nicht aber im Erdgeschoss“, informierte der Kämmerer Jens Wein den Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung. Konkret fehlt im Erdgeschoss die notwendige G60-Verglasung, die das Treppenhaus teilt und damit einen zweiten Rettungsweg schafft.
Zusätzlich ergibt sich jetzt das Problem, dass die G60-Verglasung heute nicht mehr den Vorgaben entspricht, eine brandschutztechnisch aufwendigere Variante in Form der F30-Verglasung gewählt werden muss, was zu einer zusätzlichen Kostensteigerung führt, erklärte Wein. „Wie kann es sein, dass bei der Baumaßnahme vor 25 Jahren diese Mängel nicht festgestellt wurden?“, das fragte sich nicht nur ÖDP-Stadtrat Josef Witt in der Hauptausschusssitzung.
Jetzt müssen zur Behebung der Brandschutzmängel die neu erforderliche F30-Brandschutzverglasung, zusätzliche Zugangstüren sowie weitere Türen im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss eingebaut werden, informierte der Kämmerer. Erst dann seien die baurechtlichen Vorgaben beim Bestandsgebäude erfüllt. Dann könne die Baugenehmigung für den Erweiterungsbau erteilt werden.
Fördermittel beantragt
Die voraussichtlichen Kosten dürften laut Auskunft der Verwaltung bei rund 470 000 Euro liegen. Im Haushalt 2025 sind jedoch bisher nur 155 000 Euro veranschlagt. Um die Finanzierungslücke schließen zu können, schlug Wein vor, in diesem Jahr nicht benötigte Mittel aus dem Topf für den Erweiterungsbau der Dreifaltigkeitsschule zu entnehmen. Außerdem habe man bei der Regierung der Oberpfalz Fördermittel in Höhe von 253 800 Euro beantragt, was einem Fördersatz von 54 Prozent entspreche.