Wildlandmobil bringt Natur zu Kindern: 40.000 Euro-Gefährt ist Initiative der Jäger im Kreis Cham

Von Alois Dachs · 23. September 2025 um 05:00

Auf eine Initiative der im Landesjagdverband Bayern organisierten Jägerschaft geht der Bau des Wildlandmobils zurück, das am Sonntag beim Sommerfest der Further Jäger von Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl gesegnet wurde. Landrat Franz Löffler bezeichnete den „Lernort Natur“ auf Rädern als eine exzellente Chance, Kindern die Natur in unserer Heimat wieder näherzubringen und ihnen das Zusammenwirken von Menschen und Natur verständlich zu machen.

Der Vorsitzende der BJV-Kreisgruppe Waldmünchen, Stephan Daiminger, hatte die zunehmende Entfremdung von Kindern und Erwachsenen von Tieren und Vorgängen in der Natur zum Anlass genommen, mit seinen Kollegen von den Kreisgruppen Bad Kötzting, Cham, Furth im Wald und Roding zu beraten, wie dieses Defizit ausgeglichen werden könnte. Der Bau eines großen Anhängers durch eine Firma aus dem Landkreis, der mit zahlreichen präparierten Tieren bestückt ist und auch Lebensräume dieser Tierarten aufzeigt, wurde schließlich nach umfangreichen Vorbereitungen in Angriff genommen. Der „Lernort Natur“ auf Rädern kann bei den jeweiligen Kreisgruppenvorsitzenden für einen Einsatz angefordert werden und wird von ehrenamtlich tätigen Jägern betreut, erklärte Daiminger, nachdem Stadtpfarrer Karl-Heinz Seidl das Gefährt gesegnet hatte.

Bayernweit einmalig

Rund 40.000 Euro wird der große Anhänger mit voller Ausstattung kosten, erklärte Daiminger, eine Summe, die keine Kreisgruppe alleine aufbringen hätte können. Neben einem beachtlichen Zuschuss des Landkreises, den Finanzierungsanteilen der vier Kreisgruppen und Förderungen von Banken und Sponsoren habe auch der Landesjagdverband eine Förderung für dieses bayernweit einmalige Projekt zugesagt, so Stephan Daiminger.

Gerne würden auch noch Zuschüsse von den größeren Städten und Privatpersonen entgegengenommen, sagte der Initiator des Projektes. Pfarrer Seidl sah bei der Segnung den enormen Nutzen dieses mobilen Lernorts bei der Vermittlung von Eindrücken über die Natur, die Gott in einer besonderen Vielfalt und Farbenpracht geschaffen habe. Der Einsatz des Wildlandmobils sei deshalb auch ein Dienst an der Schöpfung, den die Jäger als Naturpädagogen vollbringen.

Den guten Besuch beim Gottesdienst zu Beginn des Jägerfestes wertete Landrat Franz Löffler als Zeichen der Wertschätzung für die Jägerschaft. In einer Zeit, die von vielfacher Kritik geprägt ist, sei es hoch einzuschätzen, dass sich die Jägerkameradschaften aus dem gesamten Landkreis zusammengetan hätten, um das Projekt Wildlandmobil gemeinsam umzusetzen. Die Ausstattung des Hängers ermögliche es, Kindern im Vorschul- und Schulalter, aber auch Erwachsenen auf eine exzellente Wissen über die Natur zu vermitteln, das vielfach verloren gegangen sei. „Das ist super!“, lobte der Landrat die Initiative der Jäger, denn dadurch könnten viele Menschen erleben, welche Tiere bei uns vorkommen und welchen Lebensraum sie nutzen.

Landrat Franz Löffler nannte das Wildlandmobil ein exzellentes Werkzeug, um Wissen über die Natur und ihre Tierwelt zu vermitteln. - Foto: Alois Dachs

Verständnis für Tiere

Dadurch solle auch das Verständnis für den Umgang mit Tieren wachsen, die zeitweise für Probleme im Landkreis sorgen, wieBiber, Fischotter oder Kormoran, wünschte sich Franz Löffler. Auch der 2. Bürgermeister der Stadt Furth im Wald, Michael Mühlbauer, wertete nach der Segnung das Wildlandmobil als große Hilfe bei der Vermittlung von Naturthemen und Naturkunde. Er lobte die Jäger-Kreisgruppe unter ihrer neuen Führung für die Ausrichtung des Festes beim „Koiserbauern“ in Oberrappendorf, das mittags hervorragend besucht war.