Demonstranten protestieren mit Radtour gegen Sallerner Brücke in Regensburg

Etwa 100 Gegner des Projekts radelten am Sonntag vom Bahnhof zum Regenufer. Wir müssen die Klimakatastrophe bei allem, was wir in der Stadt vorhaben, im Blick behalten“, fordert Simon Lacher vom Bündnisses „Bass gegen Beton“.
Rad fahren für die Umwelt statt Auto fahren auf der Sallener Regenbrücke – das ist das Ziel der etwa 100 Demonstranten, die sich am Sonntagnachmittag samt Drahteseln und Plakaten auf dem Bahnhofsvorplatz versammelten. „Wir fordern, dass das Projekt der Regenbrücke überarbeitet wird und dass Mobilität in Regensburg neu gedacht wird“, sagt Simon Lachner, Sprecher des Bündnisses „Bass gegen Beton“, das die Demonstration organisiert hat.
Die Planung für den Bau einer Trasse, die bei Sallern über den Regen führen soll, gibt es, wie die Diskussion darüber, seit Jahrzehnten. Befürworter versprechen sich vor allem eine Entlastung des Verkehrs auf der Amberger Straße. Geplant sind der Ausbau des Lappersdorfer Kreisels, eine neue Regenbrücke und der vierspurige Ausbau der Nordgaustraße.
Die Demonstranten befürchten, dass sich der Stau und der starke Autoverkehr durch diese „Stadtautobahn“ in die Stadt verlagern wird. „Wir müssen die Klimakatastrophe bei allem, was wir in der Stadt vorhaben, im Blick behalten – und noch mehr Autos schaden der Umwelt natürlich“, sagt Lachner und erklärt: Durch mehr Straßen gebe es keine Verkehrsentlastung, sondern mehr Autoverkehr, Lärm und Staus in der Stadt. Außerdem würden laut den Kritikern durch den Bau die Regentalauen inklusive wichtiger Frischluftschneise zerschnitten. Für die Demonstranten ist klar: Das Bauvorhaben umzusetzen, wäre ein Fehler.
Um ein Zeichen dafür zu setzen, dass es gute Alternativen zum Autoverkehr gibt, machte sich die Menschenmenge nach einer Eröffnungsrede auf den Rädern auf den Weg zum Regenufer, wo ein Protestfest stattfand. Dabei waren auch die Omas for Future, unter ihnen Ulrike Buck, selbst Regensburger Oma und Klimaschützerin. „Wir brauchen gute Alternativen, zum Beispiel einen ausgebauten ÖPNV. Dann verzichten die Leute gerne auch mal auf das Auto“, meint sie und sagt, dass es jetzt mutige politische Entscheidungen brauche. Diese politische Entscheidung will die Gruppe „Mobilität neu denken“ mit einem Bürgerbegehren herbeiführen, für das sie warb.