Kosten für Schulbegleitungen haben sich verdoppelt

Von Mittelbayerische Zeitung · 18. September 2025 um 21:32

Kelheim. Landrat Martin Neumeyer macht in einer Pressemitteilung auf die „existenzielle Schieflage bei der Finanzierung von Schulbegleitungen“ aufmerksam. Mit einem Schreiben wandte er sich deswegen an Ministerpräsident Markus Söder sowie weitere Verantwortliche auf Bundes- und Landesebene. Darin bat er, sich für eine Neuordnung der Zuständigkeit sowie eine gerechte Finanzierungsverteilung bei der Schulbegleitung einzusetzen. Nur so lasse sich die Handlungsfähigkeit der Kommunen aufrechterhalten, so Landrat Neumeyer.

„Die Inklusion an Schulen ist ein gesellschaftlich und politisch gewolltes Ziel, das wir ausdrücklich unterstützen. Damit dieses Ziel auch langfristig erfolgreich umgesetzt werden kann, braucht es eine klare Aufgabenteilung, eine gesicherte Finanzierung sowie verlässliche Rahmenbedingungen für alle Beteiligten“, so Neumeyer

Schulbegleitungen helfen Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen im schulischen Alltag. Ihre Aufgabe besteht darin, die Teilhabe am Unterricht und am sozialen Leben der Schule zu ermöglichen und zu fördern.

Nach Auswertungen des Bayerischen Landkreistags sind die Bedarfe stark angestiegen, entsprechend haben sich die Fallzahlen schulischer Eingliederungshilfe in Bayern im Jugendhilfebereich in den vergangenen sechs Jahren um rund 150 Prozent erhöht. Die Gesamtausgaben stiegen im gleichen Zeitraum um etwa 175 Prozent. Für den Landkreis Kelheim bedeute dies konkret, dass der Haushaltsansatz für Schulbegleitungen im Bereich der Jugendhilfe für das Jahr 2025 von einer Millionen Euro auf zwei Millionen Euro verdoppelt werden musste. Ursächlich hierfür sind insbesondere die hohen Kostensteigerungen bei den Jugendhilfeausgaben.

Aus Sicht von Landrat Martin Neumeyer ist die Bereitstellung von ausreichendem Schulpersonal – insbesondere für sonder- und sozialpädagogische Bedarfe – eine staatliche Aufgabe. Der Freistaat Bayern müsse deshalb dauerhafte Lösungen zur Finanzierung und Organisation von Schulbegleitungen entwickeln.

Der Weg zu diesem Ziel führe nur über eine Abkehr vom gesetzlichen Individualanspruch auf Eingliederungshilfe hin zu einer Stärkung schulischer Maßnahmen zur inklusiven Beschulung, heißt es in der Pressemitteilung.