Jazzclub Abensberg feiert eine besondere Premiere

Von Wolfgang Abeltshauser · 16. September 2025 um 05:00

Am 22. September startet der Abensberger Jazzclub in die nächste Herbstsaison – wieder mit monatlichen Konzerten bis in den Dezember hinein. Das ist in der Stadt ja eigentlich schon eine Routinemeldung. Diesmal ist es aber etwas ganz anderes, beginnt für den Verein doch eine neue Ära.

Erstmals wird im Lokal Stanxxs ein Konzert des Jazzclubs stattfinden. Wie berichtet, war der Verein dort untergekommen, nachdem das Center, das angestammte Domizil, derzeit geschlossen ist. „Ich bin gespannt, wie das Publikum den neuen Ort annimmt“, blickt Vereinschef Anton Supritz auf das erste Konzert.

Jörg Kopatsch, der das Lokal betreibt, freut sich auf alle Fälle schon: „Jetzt haben wir mehr Kultur als früher – ich mache das sehr, sehr gerne.“ Supritz und musikalischer Leiter Michael Gottwald sind vorbereitet. So haben sie mittels eines Klaviers und eines Mikrofons schon einmal die Akustik getestet – und waren ganz zufrieden damit.

Die Musikerauswahl müsse Gottwald aber ein wenig an den neuen Ort anpassen. Eine Big Band könne man schlichtweg im Stanxxs nicht sinnvoll platzieren. Deshalb habe er sich zunächst auf kleinere Formationen beschränkt.

Und so gibt es beim Auftakt erst einmal ein Duo. Das biete eine für den Jazz außergewöhnliche Klang-Konstellation. Das Duo aus dem Gitarristen Christian Bekmulin und dem Harfenisten Anton Mangold sei etwas Besonderes. Die Musiker erzeugen laut Gottwald eine besondere Klangfarbe, welche mit lyrischer Vielfalt einen ganz individuellen Klang kreiert. Die beiden stellen im Abensberger Jazzclub ihr neues Album „Duo Time“ mit Eigenkompositionen dem Publikum vor.

Rückenwind für den Verein

Für seinen Start in den neuen Räumen erhält der Abensberger Jazzclub schon Mal jede Menge Rückenwind. Der Verein wurde wie schon 2022 und 2023 auch im Vorjahr neben zwölf weiteren bayerischen Jazzclubs vom Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst in Kooperation mit dem bayerischen Musikrat für „sein hochwertiges und anspruchsvolles Programm“ ausgezeichnet (die MZ berichtete mehrfach). Stolz weist man das auf der eigenen Internetseite aus. „Das damit verbundene Preisgeld verwenden wir für die Aufstockung der Musiker- und Bandgagen“, betonen die beiden Macher des Vereins.

Theresa Luna gilt als großes Talent. - Foto: Mia Gjakonovski

Neben der hohen Programmqualität werde bei der Auszeichnung auch die Förderung junger Musiker, insbesondere aus der Region, gewürdigt. Und damit macht der Abensberger Jazzclub in den kommenden Monaten weiter: Der junge aufstrebende Regensburger Big-Band-Leader und Komponist Roman Fritsch darf am 29. September seine neueste Quartett-Formation mit neuen Kompositionen und Klassikern im Stile des West Coast Jazz präsentieren. Der Bayerische Jazzverband zeichnet jährlich die besten Nachwuchstalente der bayerischen Jazzszene mit einem Förderpreis aus. Den Hauptpreis hat 2025 Teresa Luna mit ihrem Quintett gewonnen. Sie ist eine Künstlerin, die laut Gottwald Klangräume zwischen Kulturen erschafft.

Eine britische Legende

Geboren im pulsierenden Buenos Aires, aufgewachsen zwischen den Wäldern und Wiesen Bayerns, lebt sie heute in Berlin – und trage all diese Orte in ihrer Stimme. Ihr Auftritt steht am 13. Oktober an.

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Dazu hat der Jazzclub wieder einmal einige Knaller zu bieten. Der 80-jährige Jim Mullen gilt laut Gottwald als einer der besten Jazzgitarristen von der britischen Insel. Er kommt am 20. Oktober. Gitarrist Jörg Seidel hat mit Hyejin Cho eine sehr bekannte Sängerin aus Südkorea mit im Boot. Ihr Auftritt steigt am 6. Oktober. Und am 27. Oktober gastiert der laut Gottwald „einzigartige Trompeter“ Maik Krahl in Abensberg.

Weitere Konzerte: 10. November: Hans „Yankee“ und Christoph Meier werden zu hören sein. 17. November: Das Flod Art Ensemble macht seine Aufwartung. 24. November: Julian Blumenthaler Quartett; 1. Dezember: Marica Bittencour & Dami Andres; 8. Dezember: Titilayo Adedokun; 15. Dezember: The S‘mores.

Das Konzert von Maik Krahl wird laut Michael Gottwald ein Höhepunkt der Reihe sein. - Foto: Alessandro De Matteis

Die Konzerte beginnen jeweils um 20.15 Uhr. Der Eintritt, der laut Supriz und Gottwald seit Jahrzehnten gleich geblieben war, steigt diesmal ein wenig an. Man müsse einfach den gestiegenen Kosten Rechnung tragen. Ein Ticket pro Konzert kostet jetzt zwölf Euro (für Vereinsmitglieder in der Regel sechs Euro).

Bis jetzt steht alleinig fest, dass dieses Herbstprogramm im Stanxxs über die Bühne geht. Das endet im Dezember. Wie es weitergeht? Laut Gottwald werde entscheiden, auf welche Weise das Publikum das Lokal annimmt, ob man weitere Programme dort auf die Beine stellt.