Musikunterricht im Städtedreieck: Zukunft ist auch nach Rundem Tisch weiter offen

Von Thomas Rieke · 10. September 2025 um 11:00

Wie geht es mit dem Kommunalen Musikunterricht weiter? Diese Frage beschäftigte die Bürgermeister aus Burglengenfeld, Teublitz und Maxhütte-Haidhof auch in der Sommerpause. Kürzlich wurden an einem Runden Tisch im Burglengenfelder Rathaus Lösungsvorschläge diskutiert. Am Ende konnte dem Vernehmen nach zwar ein Konsens erzielt werden. Das letzte Wort ist aber noch lange nicht gesprochen.

Rückblende: Der Kommunale Musikunterricht, eine Institution, die 1999 von Burglengenfeld und Teublitz gegründet worden ist, stand Ende Juli auf der Tagesordnung der Ratsgremien eben dieser beiden Kommunen. Insbesondere wegen rechtlicher Gründe hielten es die Verwaltungen für angebracht, die Musikschule unter das Dach der Volkshochschule (VHS) im Städtedreieck zu stellen, womit künftig auch Maxhütte-Haidhof beteiligt wäre.

In Teublitz gab es dafür auf Anhieb eine klare Mehrheit, in Burglengenfeld wurde der Vorschlag nach einer spannenden Debatte knapp abgelehnt.

Die Folge: An einem Runden Tisch, zu dem laut Pressemitteilung eine „breite Mischung aller Parteien“ geladen war, sollten noch einmal alle relevanten Fragen zur Sprache gebracht und so weit wie möglich geklärt werden.

Es geht um Rechtssicherheit

„Ein besonderer Fokus lag auf der musikalischen Früherziehung und der rechtssicheren Fortführung dieses wichtigen Bildungsangebots“, berichten die CSU-Bürgermeister Thomas Gesche (Burglengenfeld) und Thomas Beer (Teublitz) in einer gemeinsamen Erklärung. Intensiv sei über die künftige Beschäftigungssituation der bislang als Honorarkräfte tätigen Musiklehrer gesprochen worden. Nach einem Urteil des Bundessozialgerichts besteht die große Sorge, dass die Lehrer als Scheinselbstständige eingestuft werden könnten, was die Nachzahlung von Beiträgen in die Sozialversicherung zur Folge haben könnte.

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Aus Sicht von Rita Rauscher, der Leiterin der Musikschule, ist diese Sorge allerdings unbegründet. Das Urteil, auf das sich die Verwaltung berufe, beziehe sich auf einen konkreten Einzelfall und sei nicht auf die Honorarkräfte des Kommunalen Musikunterrichts übertragbar. Um auf Nummer sicher zu gehen, reichten hier kleine Korrekturen in den Verträgen aus.

Auch Rauscher bekam am Runden Tisch Gelegenheit, ihre Sicht der Dinge zum Besten zu geben. Sie kämpft für den Erhalt des Kommunalen Musikunterrichts in seiner bisherigen Form. Sollte Maxhütte-Haidhof mit einsteigen wollen, hätte sie nichts dagegen. Die Integration in die VHS birgt aus ihrer Sicht allerdings die Gefahr, dass sich das Angebot in absehbarer Zeit deutlich verteuern würde. Kinder aus Elternhäusern, in denen das Geld knapp ist, könnten dann, so ihre Befürchtung, ausgegrenzt werden.

Für Spannung ist gesorgt

Am Ende der Zusammenkunft bestand laut Pressemitteilung Einigkeit, dass die Zukunft des Musikunterrichts „in einer Form gesichert werden soll, die sowohl pädagogisch, als auch organisatorisch und rechtlich tragfähig ist“. Über die Ausgestaltung der Lösung wird der Burglengenfelder Stadtrat im September erneut beraten und entscheiden. Erst im Anschluss, betonen Gesche und Beer, werde Klarheit darüber bestehen, wie die Musikschule in die Strukturen der VHS integriert – oder in anderer Form weitergeführt werde.

Die Abstimmung im Rat verspricht spannend zu werden. 2. Bürgermeister Josef Gruber (CSU) erklärte auf Anfrage, er könne bis heute kein Argument erkennen, das die Abschaffung des Kommunalen Musikunterrichts in seiner bewährten Form rechtfertigen würde.