Bayerische Gemütlichkeit am Gillamoos: Er verpasst den Bierzelten den letzten Schliff

Von Lucia Pirkl · 7. September 2025 um 17:00

Thomas Drexler hat sich auf die Dekoration von Bierzelten und Co. spezialisiert. Auch so manches Gillamoos-Festzelt in Abensberg (Landkreis Kelheim) trägt seine Handschrift.

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Wer im Kuchlbauerzelt feiert oder im Härteis-Zelt seine Brotzeit isst, wird sich vielleicht nicht gesondert Gedanken machen über die Dekoration, sondern nur zur Kenntnis nehmen, dass sie recht hübsch anzusehen ist. Dahinter steckt aber jede Menge Arbeit. Und ein Mann: Thomas Drexler hat sich als gelernter Dekorateur auf Volksfeste spezialisiert und gerade ist für ihn Hauptsaison. Jährlich gibt er 100 Bierzelten den letzten optischen Schliff und zaubert mit Hopfensträngen oder -kränzen und vielem anderen mehr die bayerische Gemütlichkeit in die Bierzelte, die die Gäste gerne etwas länger verweilen lässt.

Bayerische Gemütlichkeit

Und nicht nur Bierzelten, auch so mancher Raststätte an der Autobahn und zur Weihnachtszeit Wirtshäusern in München drückt er seinen eigenen Stempel auf. Im Auftrag von Brauereien reiste Drexler auch schon ins Ausland, etwa nach Salt Lake City oder Sidney. Viel Zeit, sich vor Ort umzusehen, hatte er indes nicht. Denn die Zeit zwischen Zeltaufbau und Festbeginn, die ist meist sehr kurz und in genau diesem Zeitfenster muss Drexler mit seiner Dekoration samt Werkzeug anrücken, um den Zelten den letzten Schliff zu verpassen.

Im Härteiszelt hat er beispielsweise 200 Meter Hopfen verdekoriert. Im Kuchlbauerzelt sorgt er schon seit Mitte der 1990er Jahre dafür, dass ein heimeliges Ambiente entsteht, und zwar mit der Gestaltung des Mittelschiffs, mit Girlanden und Fahnen. Dort gehört er fast schon zum „Inventar“, wird von den Bedienungen, die zur Einsatzbesprechung gekommen sind, freudig begrüßt.

Voller Terminkalender

„Ich werde auch oft von den Festwirten zum Mittagessen eingeladen“, erzählt Drexler. Vor dem Gillamoos war er im Übrigen noch beim Barthelmarkt in Oberstimm, hat dort abdekoriert, dann ging es schon auf den Gillamoos. Und sobald am Montag die ersten Bänke abgebaut werden, legt auch Drexler – einer emsigen Biene gleich – los und nimmt seine Deko wieder ab. Schließlich startet ja im Anschluss schon das nächste Volksfest. Und Ende September geht es für die Brauerei Weihenstephan nach Monaco. Oktoberfest, Cannstatter Wasen und viele andere mehr: Der Terminkalender ist randvoll, „und zwar sieben Tage die Woche“, sagt Drexler. „Man darf den Wochentag und die Uhrzeit nicht rechnen“, so der 64-Jährige aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck.

Und der Lohn? Das ist freilich nicht alleine das Monetäre. „Wenn sich die Leute über die Dekoration freuen, man was gestaltet hat, das einem selbst gefällt, ist das ein tolles Gefühl“, sagt Drexler, der auf Nachfrage einräumt, dass er selbst privat gar nicht so gern jedes Volksfest mitnimmt.

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Wenn dann die Volksfestsaison rum ist und letztlich auch Weihnachten, wird es auch für Drexler etwas ruhiger. Allerdings nicht lange, denn schon im Februar beginnen die Starkbierfeste. Und die tragen gerne mal Drexlers gestalterische Handschrift.