Auf freudigen Start folgt Unwetter-Klatsche: So verlief die Gillamoos-Evakuierung

Von Lucia Pirkl · 5. September 2025 um 15:50

Aufgrund einer Unwetterwarnung wurde der Gillamoos in Abensberg (Landkreis Kelheim) am Donnerstagabend geräumt. Was für die Verantwortlichen alternativlos war, stieß anderen sauer auf. So haben Festbesucher und Einsatzkräfte den Abend erlebt.

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Am Nachmittag sah es noch so vielversprechend aus: Bei strahlendem Sonnenschein saßen die Menschen schon kurz nach der Eröffnung am Oidn Gillamoos beieinander. Kurz nach acht Uhr abends herrschte auch auf dem Gillamoos beste Stimmung.

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Eine Stunde später endete das Fest abrupt. Wohl zum ersten Mal in der Geschichte des Gillamoos musste der Platz aufgrund einer Unwetterwarnung geräumt werden – nicht jedem gefiel das „Wie“. Tags darauf ist beim Gang über den noch vom Regen aufgeweichten Festplatz zu hören, wie sich Standlbesitzer und Schausteller unterhalten. Während die einen Verständnis zeigen und von Unwettern sprechen, die sie auf anderen Festen als brenzlich empfunden hätten, raunte ein anderer, dass die Art und Weise von so manchem Securitymitarbeiter eine „Frechheit“ gewesen sei.

Im Kuchlbauerzelt betrat gerade DJ Ötzi die Bühne, als Festwirt Peter Schöniger die Gäste bat, zu gehen. - Foto: Loscher

Unmut über Umwege auf den Straßen bei Abensberg

Auch in den sozialen Medien äußert sich der eine oder andere mit Unmut. Ärgerlich auf ganz andere Art war für so manchen Abensberger der Heimweg. So berichtet ein Ehepaar, dass es nach dem Heimbringen der Enkel nicht einfach auf direktem Wege zurück in ihr Haus fahren konnten. Großflächig wurde stadteinwärts abgesperrt. Die Empfehlung eines Feuerwehrmanns, es über die B16 zurück nach Abensberg zu probieren, endete wieder an einer Absperrung. Über eine Stunde irrlichterten sie über Nebenstraßen umher, bis sie schließlich zuhause ankamen. „Das habe ich noch nicht erlebt“, sagt der 70-Jährige (Name der Redaktion bekannt).

Die Feuerwehr sperrte die Straßen ab. - Foto: Loscher

Dass der Gillamoos überhaupt geräumt wurde, war für die Verantwortlichen indes auch eine Herausforderung. Eine Unwetterwarnung mit schweren Sturmböen, schwerem Hagelschlag und schwerem Blitzschlag ab 22.30 Uhr zwang sie zur Entscheidung.

Das sagt unser Grantler zum Donnerstagabend: Das Wetter beim Gillamoos - immer ein Grund um zu schimpfen

Weil die Räumung des Platzes etwa eine Stunde dauert, beschloss die Koordinationsgruppe, bestehend aus Einsatzkräften und Mitarbeitern der Stadt, schließlich gegen 21 Uhr, das Gelände räumen zu lassen. „Wir haben uns die Entscheidung wahrlich nicht leicht gemacht“, sagt am nächsten Morgen Bürgermeister Bernhard Resch. Die Unwetterwarnung habe es schon ein paar Tage davor gegeben. Fortlaufend wurde beobachtet, wie sich das Wetter entwickelt. Sogar ein eigener Meteorologe wurde eingeschaltet, so Resch. Um acht Uhr, als die meisten noch gemütlich feierten, beriet das Koordinationsteam im Hintergrund, was zu tun ist, verschob schließlich die Entscheidung noch einmal. Als sich die Wetterdaten auch kurz danach nicht verbesserten, wurden die Festwirte in Kenntnis gesetzt.

Die Zelte wurden zügig geräumt. - Foto: Pieknik

Im Kuchlbauerzelt stand der Auftritt von DJ Ötzi bevor, als Festwirt Peter Schöniger die Gäste kurz nach 21 Uhr darüber informierte, dass sie nun alle das Fest verlassen müssten, und zwar unverzüglich. Ungläubiges Raunen machte die Runde, manche hielten die Durchsage zunächst für einen Scherz, der den österreichischen Schlagerstar ankündigen sollte. Um seine Fans nicht ganz enttäuscht gehen zu lassen, stimmte DJ Ötzi für rund eine Minute seine bekanntesten Hits an. Festwirt Schöniger bat daraufhin die Besucher noch einmal mit Nachdruck, das Zelt zu verlassen. Es sei kein Witz und man solle die Lage ernst nehmen. Während einige das Zelt zügig, aber ohne Anzeichen von Panik verließen, reagierten andere ungläubig oder blieben stoisch sitzen und wollten noch Getränke oder Essen bestellen.

Im Hofbräuzelt indes wurde das Holzsägen abgebrochen und die Sägen in Sicherheit gebracht. „Wir werden zu gegebener Zeit darüber informieren, wann wir es weiterführen“, so Niklas Neumeyer vom Stadtverband.

Evakuierung auf dem Gillamoos: Durchsagen zu leise?

Draußen gab es zur gleichen Zeit Durchsagen, aber nicht jeder konnte sie hören. „Ich habe mich nur gewundert, dass die Essensstände plötzlich zu hatten“, meinte eine Augenzeugin. Gleichzeitig brach der Handyempfang für einige Zeit zusammen oder war sehr instabil.

Kurz darauf ging die Security durch und forderte die Schausteller und Standbesitzer dazu auf, ihre Buden dicht zu machen– und das wohl bisweilen vehement.

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Vehement in anderer Art und Weise war dann ein 41-Jähriger, der laut Polizeibericht eine Absperrung in der Regensburger Straße ignorierte und auf drei Feuerwehrmänner zufuhr, die sich nur durch einen Sprung zur Seite retten konnten.

Für die Festwirte freilich, deren Gäste die Zelte schnell verließen, wohlmöglich mit so manch unbeglichener Rechnung, war der Donnerstagabend eine bittere Pille. Resch wiederum betont im Nachgang ausdrücklich, dass die Festwirte sich sehr kooperativ gezeigt hätten. Auch insgesamt sei die Evakuierung recht geordnet abgelaufen, und das bei 15.000 bis 20.000 Besuchern.