Großes Fest steigt im Chamer Rundfunkmuseum

Von Mittelbayerische Zeitung · 3. September 2025 um 21:43

Cham. Das Rundfunkmuseum lädt ein zum großen Museumsfest am Samstag, 13., und Sonntag, 14. September, jeweils von 13 bis 17 Uhr. 40 Mitglieder des Fördervereins sind als Helfer aktiv. Ein „Feuerwerk von Aktionen“ soll ein unvergessliches Erlebnis für alle Besucher garantieren, für Kinder und Jugendliche, für Eltern und Großeltern.

An der Museumstheke erwarten die Besucher Brotzeit, Getränke, Kaffee und Kuchen. Wegen des Riesenerfolgs im Vorjahr, gibt es wieder eine große Verlosung von 20 Werbe-Kult-Radios und zusätzlich von 20 kostenlosen Jahresmitgliedschaften im Förderverein.

Ein Highlight auf der Museumsbühne ist an beiden Tagen die Live-Radioshow der Profis von BR und HR mit Reportagen, Quiz und Musik. Musikwünsche werden erfüllt, und mitgebrachte Lieblingsmusik wird abgespielt. Der Museumssender auf Mittelwelle 801 kHz – das größte Museums-Exponat, laut Professor Wolfgang Heckl ein Glücksfall für die gesamte deutsche Museums-landschaft – überträgt live.

Ein neuer Hingucker ist der auf acht Meter ausfahrbare Mikrofongalgen aus Hollywood, zuletzt eingesetzt bei der Produktion des Komödienstadels beim BR.

Action ist auch im antiken Fernseh- und Rundfunkstudio angesagt – Selfies an der Bluebox, Mikrofonspaß im Studio, auch für Kinder, die eigene Stimme hören, moderieren, singen, diskutieren – und direkt daneben steht das Original-Gottschalk-/Jauch-Mischpult. Und im Vorraum messen sich Kinder bei Roboterkämpfen – spektakulär aber ungefährlich.

Physik- und Technikshow mit 1 Million Volt und 5000 Ampere – Gaußkanonen schießen mit Stromimpulsen Kugeln, Scheiben und sogar Superman nach oben. Mächtige Blitze schlagen in ein Haus ein – mit und ohne Blitzableiter. Auf dem Keyboard der Teslaorgel mit 1 Million Volt kann jeder selbst Musik spielen. Es werden Gläser zersungen und ein Eisendraht-Feuerwerk mit 5000 Ampere gezündet.

Kinder und Erwachsene können mit Laserschwert oder Zauberstab à la Harry Potter selbst wandernde Musikfunken aus dem singenden Tesla zaubern, oder 200 000 Volt mit der Wimshurst-Maschine erkurbeln. Mit durch Kurbeln erzeugtem Strom, wird ein Tonband oder ein kleiner Fernseher plus Kamera betrieben, und man kann sich selbst dabei sehen. Ein Superspaß für Jung und Alt ist auch der elektronische „Hau den Lukas“.

Museumsbetreuer führen durch den lehrreichen Physik- und Techniklehrpfad, beantworten alle Fragen und laden ein, an den über 100 Mitmachstationen aktiv zu werden.

Fachvorträge (nur am Samstag) von einer Referentin des Deutschen Museums und einem Referenten der Firma Rohde & Schwarz runden das Programm für technisch besonders interessierte Besucher ab. Das Referat von Jürgen Putzger (Uni Regensburg) über Radon wird auf großes Interesse stoßen, denn dieses Gas tritt in unserer Region häufig auf und kann gefährlich sein.

Das Café Nostalgie lädt ein zum Verweilen in der „guten, alten Zeit“ mit Vorführungen von Polyphon, Phonograph und Grammophon, mit Aufzeichnungen von Enrico Caruso und Otto von Bismarck, mit Geschichte und Geschichten – lebendig erzählt. Im anschließenden Raum 1920er/1930er Jahre kann man das damalige Rundfunkfieber hautnah erleben, mit Originalradios- und Beiträgen der damaligen Sender, nachgebaut im Rundfunkmuseum.

Auch die dunkle Zeit der deutschen Geschichte ist im Rundfunkmuseum nicht tabu.

Der Machtmissbrauch des Rundfunks im 3. Reich wird eindrucksvoll dargestellt, ebenso die Errungenschaften der „Militärischen Nachrichtentechnik“ in der neuen Abteilung in den Schutzräumen dieses ehemaligen Fernmeldeamtes der Deutschen Post.

Die Räume Nachkriegs- und Wirtschaftswunderjahre atmen das neue Lebensgefühl und zeigen den Aufstieg des deutschen Rundfunks aus den Trümmern des Krieges, zu neuer Weltgeltung. In jedem Raum lädt ein Infosystem mit Kurzvideos zum Recherchieren ein, und eine elektronische Musikbox wartet auf den Abruf der Lieblingsschlager aus den Charts der jeweiligen Epoche.

Im Themenraum „Heimfernsehen“ wird die Fernsehentwicklung vom Beginn 1935 bis zur Gegenwart mit Originalgeräten und Videos lebendig. Und daneben, im Raum „High Fidelity“, lädt eine Couch zum Verweilen und zum Hören von Musik in Perfektion ein.

Insbesondere Technikprofis kommen im Obergeschoss auf ihre Kosten – das Funker-Team zeigt die fantastischen Möglichkeiten des Amateurfunks und die atemberaubende Entwicklung der Telekommunikation vom Beginn 1833 bis heute.

Faszinierend ist der Röhrenraum daneben, der die Entwicklung der Vakuumröhren zeigt und in der Form wohl einzigartig in ganz Europa ist. Auch die Museums-Werkstätten und Labors können von Interessenten besichtigt werden.

Im Obergeschoss sind aber auch noch die Sonderausstellungen Kinderradios, Kitschradios, Kultradios, Kuriositäten und Radios aus Amerika und dem europäischen Ausland untergebracht, die Jung und Alt regelmäßig staunen lassen.

Der Eintrittspreis für Erwachsene beträgt 7,50 Euro, für Jugendliche fünf Euro, für Kinder bis zehn Jahre ist der Eintritt frei. Ein Los kostet einen Euro.