Ein Leerstand weniger: Barbershop am Jobplatz in Neunburg eröffnet

Von Jan Lange · 1. September 2025 um 19:00

Frischer Schnitt für die Altstadt: Ein neuer Barbershop hat am Montag in Neunburg eröffnet. Zentral am Jobplatz gelegen, empfängt hier Mousa Mohamed seine Kunden. In dem Metier kennt sich der gebürtige Syrer sehr gut aus.

Schon seit einigen Wochen kündigte ein Banner am Geschäftshaus Jobplatz 1 die baldige Eröffnung des Barbershops an. Am Montag war es soweit. Und die Neunburger waren neugierig auf den neuen Salon – zur Freude von Inhaber Mousa Mohamed. Eine Handvoll Kunden wollte sich – kaum, dass sich die Türen des Salons geöffnet hatten – einen neuen Haarschnitt verpassen lassen.

Syrer hatte sich sehr wohl in Neunburg gefühlt

So blieb dem 28-Jährigen kaum Zeit, auf die Eröffnung seines Salons anzustoßen. Ein paar Worte musste er dann aber – nach wiederholter Aufforderung der Gäste – doch an die versammelte Runde richten. Etwas schüchtern erzählte Mousa Mohamed, dass er sich schon einige Zeit mit dem Gedanken trug, einen eigenen Salon zu betreiben. Das Geschäft wollte er unbedingt in Neunburg eröffnen, wo er einige Monate nach seiner Flucht gelebt hatte. Er habe sich in Neunburg sehr wohl gefühlt, begründet der jetzige Amberger seine Entscheidung. Auch seien die Neunburger sehr nett und in der Stadt würden noch viele seiner Freunde leben.

Der 28-jährige Syrer war vor etwa zwei Jahren nach Amberg umgezogen, weil er hier zuvor schon gearbeitet hatte. Er war, so erzählt Mousa Mohamed, in Amberg bei verschiedenen Friseuren angestellt. Sein letzter Salon war der Friseur mit Herz in der Bahnhofstraße. Deren Inhaber betreiben mehrere Friseurgeschäfte unter anderem Regensburg und München. Beim Friseur mit Herz lernte Mousa Mohamed auch Isa Ismat kennen, der ihn nun im Neunburger Salon unterstützt. Dritter im Bunde ist Omar Subhi, den der 28-Jährige ebenfalls aus Amberg kennt.

Er ist zentral gelegen und jeder sieht ihn, der vorbeikommt.

Mousa Mohamed über den Standort seines Salons

Zu dritt rasieren und frisieren sie ab sofort die Kunden – Herren wie Damen – im Da Vinci Barbershop. Ein ungewöhnlicher Name für einen Friseur. Er sei durch das Mona-Lisa-Gemälde auf dessen Maler Da Vinci gestoßen, erzählt der gebürtige Syrer. Und so nannte er seinem Salon Da Vinci. Mousa Mohamed sieht Parallelen: Da Vinci sei ein malender Künstler gewesen und auch er selbst sieht sich ein wenig als Künstler – eben als Haarkünstler. Den Beweis trat er am Montag gleich bei einigen Kunden an. Die ersten waren mit dem von Mousa Mohamed verpassten Schnitt sichtlich zufrieden und versprachen, wiederzukommen.

Kaum hatten sich die Türen des Geschäftes geöffnet, nahmen auch schon die ersten Kunden auf den Stühlen Platz. - Foto: Jan Lange

Im Irak, wo der gebürtige Syrer seit 2011 lebte, hatte er den Beruf des Friseurs erlernt. Vor gut dreieinhalb Jahren flüchtete er nach Deutschland und wohnte etwas mehr als ein Jahr in der Neunburger Flüchtlingsunterkunft auf dem Plattenberg.

Gebäude wurde saniert

Für den 28-Jährigen stand immer fest, dass er hier auch arbeiten wolle. Flüchtlingshelfer wie Rosmarie Duscher sehen ihn als Beispiel für gelungene Integration. Rosmarie Duscher half dem gebürtigen Syrer auch bei der Suche nach den passenden Geschäftsräumen. Die fanden sich schließlich am Jobplatz. Der 28-Jährige findet den Standort ideal. Er liege zentral und sei aus allen Richtungen zu sehen.

Es sind fleißige und kreative Leute. Ich wünsche dem ganzen Team, dass sie Erfolg haben.

Elke Reinhart, Neunburgs Integrationsbeauftragte

Vor circa vier Monaten habe er erstmals Kontakt mit dem Eigentümer des Geschäftshauses Jobplatz 1 gehabt, erzählt Mousa Mohamed. Beide seien sich nach seinen Worten schnell einig geworden. Das Gebäude wurde in den vergangenen Jahren grundlegend saniert und nun im Erdgeschoss der Friseursalon eingerichtet. Der Laden stand zuvor mehrere Jahre leer, zuletzt befand sich hier die Filiale eines Optikers.

Das Angebot an Friseuren war nach Einschätzungen von Neunburgern bisher nicht sehr üppig. In der Altstadt und der angrenzenden Vorstadt gab es bis dato nur drei Friseursalons. Der neue, nunmehr vierte Salon „sieht wahnsinnig cool aus“, fand Neunburgs zweite Bürgermeisterin Margit Reichl (CSU), die dem Inhaber die Glückwünsche der Stadt zur Eröffnung überbrachte. „Man muss Ihnen ein ganz großes Kompliment machen. Der Laden sieht toll aus und sie sind sympathische Leute. Ich bin zuversichtlich, dass es klappt“, meinte Reichl.