Nur noch wenige Plätze frei - Betreuungsplätze für Kinder sind in Neustadt knapp

Spätestens in den Sommerferien läuft die Zeit ab, um Kinder im neuen Betreuungsjahr in einer KiTa unterzubringen. Wer jetzt noch keinen Platz für sein Kind hat, wird sich schwertun, noch einen zu finden. Das gilt auch in Neustadt a.d. Donau.
„Den letzten beißen die Hunde“, sagt ein altes Sprichwort. Es gilt für viele Bereiche des Lebens – vor allem aber da, wo etwas knapp ist. Betreuungsplätze für Kinder gehören dazu. Sie sind Mangelware, obwohl es einen gesetzlichen Anspruch gibt, der die Kommunen und Gemeinden verpflichtet Plätze in ausreichender Zahl bereit zu halten.
So klar der gesetzliche Auftrag ist, so schwer ist es den Anspruch vor Ort umzusetzen. Bürgermeister Thomas Memmel erklärt die Lage in Neustadt: „Bei den Kindergarten-Plätzen haben wir nur noch einige wenige frei. Ansonsten sind die Einrichtungen in unserer Stadt voll gebucht.“
Konkret bedeutet das: „Für Zuzüge wird es schwierig.“ Wer also jetzt gerade nach Neustadt zieht, wird Schwierigkeiten haben, einen Platz für sein Kind zu finden. Die Situation wirkt sich aber auch bei der Stadtverwaltung und den Kindergärten aus. „Für Anmeldungen, die im Sommer gekommen sind, müssen wir ganz schön rudern“, erklärt der Bürgermeister.

Schließlich wirken sich die Ausgaben bei der Betreuung von Kindern auch im städtischen Haushalt aus. Weil der zudem unter rückläufigen Einnahmen leidet, musste der aktuelle Haushalt für 2025 auch wegen der Ausgaben für die Kinder mit einem deutlichen Griff in die Rücklagen gestemmt werden.
„Bei Krippen gut gebucht“
„Auch bei den Krippen sind wir gut gebucht“, sagt Memmel weiter. Jedes Jahr gelte für alle KiTas die immer gleiche Frage: Wo zwickt es heuer am meisten? Und das gilt, obwohl Neustadt a.d. Donau inzwischen über 104 Krippenplätze und 478 Kindergartenplätze in zehn Betreuungseinrichtungen verfügt. Dazu kommen noch die Plätze in der Nachbargemeinde Münchsmünster, die für die Kinder aus Schwaig bestehen.
Entschärfen dürfte sich die Situation, wenn im Ortsteil Irnsing der neue Kindergarten in Betrieb geht. „Da sind wir im Zeitplan“, sagt der Bürgermeister. Er hofft, dass der Stadtrat bei seiner Sitzung im September die Vergabe der Baumeisterleistungen vornehmen kann. Memmel hatte den geplanten Kindergarten immer wieder ein „Herzensprojekt“ genannt.
Baubeginn wäre dann im nächsten Jahr. Es wird mit einer Bauzeit von 16 Monaten gerechnet, weshalb die Einrichtung Anfang 2027 fertiggestellt sein könnte. Der Kindergarten in Irnsing soll über 52 Ganztageskindergartenplätze und zwölf Ganztageskrippenplätze verfügen.

Die Investitionen in die Kinderbetreuung in Neustadt a.d. Donau laufen seit vielen Jahren. Zuletzt hatte die Stadt für weitere Krippenplätze gesorgt, der Kindergarten St. Andreas in Bad Gögging wurde deshalb im vorigen Jahr um einige Container erweitert. Zuvor waren auch neue Einrichtungen wie der Waldkindergarten im Geibenstettener Forst und der Naturkindergarten in Irnsing entstanden.
Wechsel zur Stadt
Zuletzt hatte die Kommune auch die Organisation der Kindergärten auf neue Beine gestellt. Man erhofft sich davon mehr Planungssicherheit. Ein wichtiger Schritt war insoweit vor kurzem die Übernahme der Trägerschaft von mehreren Einrichtungen, die zuvor von der katholischen Kirche und dem Roten Kreuz geführt wurden.

Bereits vor zwei Jahren hatte Neustadt a. d. Donau damit begonnen. Ein erster Schritt war, die Zusammenarbeit mit zwei kirchlich geführten Kindergärten zu kündigen. Die Entscheidung betraf damals die Kindergärten St. Franziskus in Mühlhausen und St. Andreas in Bad Gögging, für die mittlerweile die Kommune zuständig ist.
In wenigen Tagen folgt die Übernahme des Waldkindergartens und des Naturkindergartens.