Wetterextreme und Krankheiten machen dem Hopfen zu schaffen

„Leicht unterdurchschnittlich“ wird die Hopfenernte in diesem Jahr in Deutschland, teilte der Verband Deutscher Hopfenpflanzer am Donnerstag in Wolnzach (Landkreis Pfaffenhofen) mit.
Ein Grund dafür sind die Wetterextreme: „Sie waren für den deutschen Hopfen nicht optimal, weil es bis Mitte Juli zu wenig geregnet hatte und deshalb die Entwicklung unterdurchschnittlich war“, berichteten die Hopfenpflanzer. „Der Regen setzte dann Ende Juli in den meisten Anbaugebieten ein und konnte vor allem bei später reifenden Sorten Entwicklungsdefizite zum Teil wettmachen.“
Insgesamt wird deutschlandweit mit einer Erntemenge von 41.235 Tonnen gerechnet – ein Minus von elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Verglichen mit den durchschnittlichen Erträgen der letzten zehn Jahre liegt die Erntemenge um 3,2 Prozent unter dem Schnitt. Im Anbaugebiet Hallertau wurde dieser Tage auf einer Gesamtanbaufläche von 15.680 Hektar ein Ertrag von 35.500 Tonnen geschätzt, in Spalt werden auf 360 Hektar 598 Tonnen erwartet.
6,5 Prozent weniger Fläche für den Hopfenanbau
Nach wie vor kämpft die Branche aber mit Überschüssen. Und der strukturelle Wandel hält an: Im zweiten Jahr in Folge nahm die Anbaufläche in Deutschland ab. Nach einem Rückgang um 1,6 Prozent im Vorjahr verlor der Hopfenanbau in diesem Jahr 6,5 Prozent seiner Fläche, teilte der Verband weiter mit. 1326 Hektar wurden demnach gerodet, und 44 Betriebe haben ihre Hopfenproduktion eingestellt. Die verbliebenen 18.961 Hektar deutscher Hopfen werden von 965 Betrieben in sechs Bundesländern bewirtschaftet.

Auch weltweit verkleinerte sich 2024 die Hopfenanbaufläche – um 7,7 Prozent auf 55.715 Hektar. Stilllegungen in gravierendem Umfang trafen dabei die USA, wo die Anbauflächen um fast 18 Prozent auf 18 513 Hektar sanken – mit der Folge, dass Deutschland die weltweit führende Hopfennation ist und etwa 35 Prozent der weltweiten Hopfenfläche repräsentiert.
Den Hopfenpflanzern macht auch zu schaffen, dass immer weniger Bier getrunken wird. So hat die Branche bei alkoholhaltigem Bier in den ersten fünf Monaten des Jahres einen Absatzrückgang von 6,8 Prozent verzeichnet. Im vergangenen Jahr ging der Ausstoß in Deutschland um gut ein Prozent auf 83,93 Millionen Hektoliter zurück. Bier besteht in der Regel aus Wasser, Malz, Hefe – und Hopfen, er ist wichtig für die lange Haltbarkeit des Getränks. Eine Hopfenpflanze reicht für 400 bis 1000 Liter Bier. Nur ein Prozent der Hopfenernte wird für Arzneimittel verwendet, der Rest für Bier.
Falscher Mehltau, hohe Blattlauspopulationen
Und auch der Krankheits- und Schädlingsdruck führte in einigen Betrieben und ganzen Regionen zu großen Problemen, so der Hopfenpflanzerverband. „Primärinfektionen mit falschem Mehltau, hohe Blattlauspopulationen und ebenso Spinnmilbenbefall erforderten hohe Anstrengungen beim Pflanzenschutz“, hieß es.
Der Gehalt an Alphasäure im Hopfen kann derzeit den Angaben zufolge noch nicht eingeschätzt werden. Die Alphasäure ist der für das Brauen wichtigste Bestandteil des Hopfens und für die Bitternote des Biers verantwortlich. Hopfenpflanzer verkaufen ihre Hopfen zum Teil auf Basis der gelieferten Alphamenge.
Und: „Die kurzfristigen Aussichten sind nicht rosig: Angesichts eines rückläufigen Bierkonsums ist mit einer weiteren Abnahme beim Hopfenbedarf zu rechnen“, teilte der Verband weiter mit. „Die Folgen sind ein weiterer Preisdruck und eine weitere Reduktion der Hopfenfläche, bis Angebot und Nachfrage wieder in Einklang stehen.“