Bis zu 50 Grad am Bügeltisch: Das sind die Hitzehelden in Schwandorf

Von manchen heiß ersehnt, von anderen gefürchtet: Die Sommerhitze ist in dieser Woche zurück und die Schwandorfer schwitzen bei rund 35 Grad im Schatten unter einem wolkenlosen Himmel. Wer kann, sucht die Abkühlung im Freibad oder im See. Doch nicht alle sind im Urlaubsmodus: Bei einigen Arbeitsplätzen geht es dabei besonders heiß her.
Der Sommer sorgt für gute Laune – Das freut Dönerverkäufer Velat Batmaca
Der Dönerspieß dreht sich, der Grill glüht, aber Velat Batmaca von Babas Grill an der Wackersdorfer Straße hat trotzdem ein Lächeln auf den Lippen. Er packt schnell und routiniert Döner, Kebap oder Pizza ein. Zur Mittagszeit hat sich eine Schlange gebildet, die Wartenden fächeln sich Luft zu. „Ja es ist heißt, aber das ist es jeden Sommer“, lacht Batmaca. Seit 23 Jahren macht er seinen Job schon, wie er erzählt. Er kann dem Sommerwetter viel Positives abgewinnen: „Die Leute sind gut gelaunt und lachen, das ist schön“, sagt er und greift zur Zange.
Hier kommt die Hitze von oben und unten – Finn Wluka sieht dennoch nicht Rot
An der Ampelanlage am Wendelinplatz hat sich der Asphalt zur Mittagszeit bereits enorm aufgeheizt, laut Wetterdaten können es derzeit in bayerischen Städten dort bis zu 60 Grad werden. Finn Wluka ist beim Dienstleister Spie beschäftigt und kümmert sich um die Wartung und Reparatur von Verkehrsanlagen in ganz Bayern. Mit seinem Kollegen ist er bereits am frühen Morgen aus Nürnberg angereist. Mit Kopfschutzbedeckung und Gurt montiert er das Ampelgehäuse – eine schweißtreibende Angelegenheit. „Anstrengend ist das definitiv“, sagt er. Da helfe nur, viel Wasser zu trinken und auf die Signale des Körpers zu achten.

Sechs Stunden am Bügelbrett – In der Reinigung beim Globus dampft es
„Am Bügeltisch wird es schon einmal bis zu 50 Grad heiß“, weiß Claudia Hofmann. Als Filialleiterin der Textilreinigung Müden beim Globus-Verbrauchermarkt packt sie überall mit an. „Sechs Stunden am Tag stehe ich am Bügelbrett“, sagt die Textilreinigerin. Im Hintergrund läuft der Trockner, auch die Reinigungsmaschine befindet sich gerade im Trockenvorgang und gibt noch zusätzlich Hitze ab. Wenn die Ladenglocke läutet, spurten Hofmann und ihre Mitarbeiter schnell hinter die Theke. Eine Herausforderung komme mit der Hitze in jedem Fall noch zusätzlich hinzu, meint die Chefin.

Als wäre es nicht schon heiß genug – Doch ohne Föhn geht es beim Friseur nicht
Föhnfrisuren bringen nicht nur den richtigen Schwung, sondern sorgen an heißen Tagen auch noch zusätzlich für heiße Luft. Friseurin Corinna Lorenz macht ihre Kunden dennoch gerne und gut gelaunt schön. Seit acht Jahren kommt sie aus Weiden an ihren Arbeitsplatz beim Friseur Achhammer in Schwandorf. Seniorchefin Ria Achhammer hilft in der Urlaubszeit verstärkt im Geschäft, sie hat das Wohl ihrer Mitarbeiter genau im Blick. Ein voller Kühlschrank stehe für die Mitarbeiter bereit, erzählt sie. „Außerdem werden wir immer wieder mit einem Eis versorgt“, schmunzelt Lorenz. Und auch die Räume selbst hält der Friseur kühl, der Technik sei Dank.

Selbst bei Temperaturen von über 30 Grad muss jeder Pinselstrich sitzen
Auch bei großer Hitze lässt sich eine Fassade streichen, zum Beispiel die der Herz-Jesu-Kirche in Schwandorf. Doch solche Temperaturen muss Kirchenmaler und Restaurator Josef Gruber bei der Planung seiner Arbeitsschritte einbeziehen. „Wir fangen früh an und richten uns nach dem Sonnenstand“, erklärt der Handwerker. Darauf müsse alleine wegen des Materials geachtet werden, die Farbe dürfe zum Beispiel nicht zu schnell austrocknen. Bei allen Arbeiten sei es aber nicht möglich, flexibel zu reagieren. Da bleibe nichts anderes übrig, als den Arbeitstag rechtzeitig zu beenden. An den Badesee zieht es Gruber dann jedoch nicht: „Oft habe ich noch einige Arbeiten, die ich in meiner kühlen Werkstatt im Keller erledigen kann.“

Die Hundstage sind im Tierheim Schwandorf besonders zu spüren
Im Katzenhaus und in der Quarantäne-Station ist ein Durchzug kaum möglich, dabei geraten die Tierpflegerinnen Christine Drechsler und Christine Schmidt schon ins Schwitzen, sagen sie. Doch viel Zeit, sich zu beschweren, bleibt ihnen nicht. „Wir haben gerade einige neue Kitten bekommen und daher besonders viel zu tun“, berichten sie. Sie stellen hitzebedingt die Abläufe um: „Statt nachmittags gehen die Gassigeher dann am Morgen mit den Hunden spazieren“, sagt Drechsler.

Mit Schnittschutzstiefeln statt Sandalen ist Marco Gebhardt unterwegs
Der Vorarbeiter Anlagenunterhalt am städtischen Bauhof plant die schweißtreibenden Tätigkeiten, wie Hecken schneiden, Mäharbeiten oder Arbeiten mit der Motorsäge so weit es geht morgens ein. Doch nicht immer ist das möglich. Im Team achte man dann aufeinander. „Viel trinken, Sonnencreme, Kopfbedeckung und das Achten auf den eigenen Körper sind ein Muss“, stellt Gebhardt fest.
