Die Regensburger Biergartensaison hat ein Loch: So gehen Wirte damit um

Von Elias Reichert · 11. August 2025 um 15:23

Am Freitagmittag in Regensburg: Der Spitalgarten ist prall gefüllt, nur vereinzelte, schattenlose Tische bleiben unbesetzt. In der Woche davor war noch das Gegenteil zu sehen: Vier bis fünf Wochen lang, von Anfang Juli bis Anfang August, waren die Biergärten wie leergefegt. Im wichtigsten Monat, wie die Gastronomen berichten, konnten sie wetterbedingt teilweise sogar gar nicht öffnen.

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„Es gibt natürlich immer mal ein Loch“, erzählt Anton Sperger, der Wirt vom Spitalgarten. Dass dieses Loch aber einen ganzen Monat füllt, das sei man aber eigentlich nicht gewohnt. Auf Nachfrage, wie er diesen Juli erlebt habe, antwortet er kurz und knapp: „Anstrengend.“ Denn trotz des ausbleibenden Geschäfts beschäftigt er weiter um die 94 Mitarbeiter, die, wie in der Gastro üblich, auch auf Trinkgeld angewiesen sind oder zumindest damit rechnen und bei ausbleibender Kundschaft „unruhig“ würden.

Wirt Mathias Reichinger vom Kneitinger am Arnulfsplatz und dem Biergarten Unter den Linden hat dieses Problem nicht. Er hat den Luxus, je nach Wetterlage mehr Angestellte in den Biergarten oder ins Gasthaus zu schicken. Trotzdem mache sich das Loch im Juli auch bei ihm bemerkbar. Es sei eben Sommer und die Leute wollten in den Biergarten, das Gasthaus sei nicht für alle eine Alternative. Und die ersten sonnigen Tage im August haben sich direkt bemerkbar gemacht, der Biergarten füllt sich, während dagegen am Arnulfsplatz wieder mehr Plätze frei bleiben.

Der Biergarten Unter den Linden füllt sich langsam. - Foto: Elias Reichert

Susanne Gleich, die Betreiberin des Eisbuckels in Kumpfmühl, zeigt sich unbeeindruckt von der Wetterlage. Ihr uriger Biergarten mit großer Kneipe ziehe zu 80 Prozent Stammkundschaft an und „die brauchen abends halt ihr Bier, da ist das Wetter egal. Wenn’s kalt ist, gehn’s halt rein”.

Im August bleibt der Ansturm auf Biergärten aus

Einen regelrechten Ansturm durch das bessere Wetter nimmt keiner der Gastronomen wahr. Gleichs Stammkundschaft bleibe so oder so stabil und daneben kämen vor allem Kunden, die zufällig über ihr Lokal stolpern. Reichinger und Sperger geben beide vorsichtig an, dass schon etwas mehr los sei als zur Zeit üblich, so richtig einschätzen könne man das aber noch nicht.

Der Biergarten am Eisbuckel ist mittags noch fast leer. - Foto: Elias Reichert

Dass die Nachfrage nicht höher ist, wie man nach einem solch langen Loch in der Biergartensaison erwarten könnte, erklären sie mit den Ferien. Im August seien viele Kunden im Urlaub, während der Städte-Tourismus weniger wird. Deshalb sei der Juli auch der wichtigste Monat der Biergartensaison, der aus Sicht der Gastronomen leider mit den Erwartungen so gar nicht mithalten konnte.

Sorgen machen sich die Wirte nicht

Alle Wirte berichten aber einstimmig, dass sie keinen Grund zur Sorge sehen. Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, wo Regen und Hochwasser im Mai und Juni den Beginn der Saison bestimmt haben, startete die Saison dieses Jahr früh mit vielen warmen Tagen. „Man kann sich das Wetter nicht aussuchen und muss es nehmen wie’s kommt“, stellt Reichinger pragmatisch fest. Für den August sei jetzt ja auch erst mal sehr gutes Wetter gemeldet, stellt er zufrieden fest – der Wetterbericht am Service-PC seines Biergartens bleibt ständig geöffnet.