Ritter stürzt beim Drachenstich Furth im Wald vom Pferd, kämpft aber unbeeindruckt weiter

Das zweite Festspielwochenende in Furth im Wald (Landkreis Cham) steht im Zeichen der Hofrechte am Samstagabend, bei dem auch ehemalige Ritterpaare geehrt werden und ein Minister seine Aufwartung macht. Christian Bernreiter und alle anderen Zuschauer in der ausverkauften Arena bekamen vor den Ehrungen eine grandiose Show zu sehen. Nur einer wollte den Spielverderber geben – hatte aber gegen einen furios aufgelegten Ritter Tobias Jelinek keine Chance.
Gegen 19 Uhr fuhr die Limousine von Bernreiter vor dem Rathaus vor. Begrüßt wurde der Minister von Bürgermeister Sandro Bauer, Landrat Franz Löffler sowie Martina Englhardt-Kopf, Staatssekretärin im Landwirtschaftsministerium des Bundes. Es erklangen die Fanfaren des Spielmannszug Grenzfähnlein, bevor um 20 Uhr die Aufführung begann.
Hier finden Sie eine Bildergalerie: Drachenstich-Spielscharzug durch die Stadt Furth im Wald
Das Gute hat gewonnen
Routiniert und mit Leidenschaft wurde der ewige Kampf Gut gegen Böse auf die Bühnenbretter gebracht, bevor der eigentliche Höhepunkt anstand, bei dem sich Tobias Jelinek wohl unsterblich gemacht hat. „Es ist halt ein Drachenkampf“, hat Inspizient Heinz Winklmüller nach der Schlussszene gesagt. „Da kann immer etwas Unvorhergesehenes geschehen.“
So war es auch. Ritterpferd Sam war an diesem Abend hypernervös, verweigerte mehrfach den Sturm auf den Drachen, warf den Ritter sogar schließlich ab. Doch der ließ sich nicht beeindrucken, sprang wieder aufs Pferd und erledigte seinen Job mit Bravour. Dementsprechend frenetisch war der Jubel, als Tobias auf dem Drachen stand und ihm mit einem beherzten Stich seines Schwertes den Todesstoß gab.
Riesenapplaus auch, als das Ritterpaar den Rathaussaal betrat. Bauer und Löffler sprachen dabei aus, was alle Anwesenden dachten. Jemand, der noch nie auf einem Pferd gesessen ist, könne nicht ermessen, wie schmal die Gasse zwischen Drache und Trennwand ist. Pferde seien keine Maschinen. Wie Tobias Jelinek beherzt weitergemacht hat, dafür gebühre ihm ein großes Dankeschön. Löffler drückte es so aus: „Meine Hochachtung! Das muss Dir erst einmal einer nachmachen. Du wirst in die Geschichte des Drachenstichs eingehen.“
In die Geschichte eingehen werde aber auch die Stadt Furth im Wald selbst, denn: „Ihr wachst in diesem Jahr über euch hinaus.“ Natürlich meinte er damit auch die Landesgartenschau.










Bei so viel Begeisterung wollte auch Bernreiter nicht mit Lob hinten anstehen: „Allergrößten Respekt, das Ritterpaar war großartig.“
Die Bedeutung des Festspiels hatte zuvor Bauer in seiner Rede zum Ausdruck gebracht: „Dieses Festspiel ist weit mehr als ein Schauspiel oder ein Spektakel – es ist Herzstück unserer Identität.
Drachenstich verbindet
Es verbindet Generationen, es stiftet Gemeinschaft, es hält Werte lebendig, es gibt Mut für Gegenwart und Zukunft.“Und: Es hat seit Samstagabend eine Ikone mehr.

Hofrechte: Ehrung für Ritterlegende Josef Späth
Bei den Hofrechten stehen die Ehrungen für ehemalige Ritter an. Josef Späth zum Beispiel, er war Ritter im Jahr 1950. Anschließend trug sich die Prominenz noch ins Goldene Buch der Stadt ein. Schauen Sie mal, welche Jubiläumsritterpaare geehrt wurden
















