Mit Biber und Adler auf Du und Du

Kelheim. Nanu, was war das denn für eine Truppe in der Weltenburger Enge, die vor kurzem dort mit Bollerwagen und Forscher-Ausrüstung unterwegs war? Eva Horak und Franziska Jäger kennen die Antwort: Es war die erste organisierte „Inklusionswanderung“ im Nationalen Naturmonument. Ihr sollen weitere folgen.
Kleine Füße, große Schritte
„Kleine Füße machen große Schritte“ – unter diesem Motto haben insgesamt elf Interessierte die Weltenburger Enge behindertengerecht erlebt, berichten die Leiterinnen dieser von der Regierung von Niederbayern und dem Nationalen Naturmonument (NNM) organisierten Tour, Horak (Magistra und Dozentin Behinderten- und Rehabilitationssportverband) und Jäger (Umweltpädagogische Leiterin beim NNM).
Mit allen Sinnen und Möglichkeiten die Natur zu spüren, zu erkunden, zu be-greifen: Das wollte die studierte Physiotherapeutin Eva Horak den Kindern und Erwachsenen nahebringen. Was hat sich besonders angenehm angefühlt – die warme Erde etwa, und die runden Kieselsteine am Donauufer? Was hat gepikst, das Ästchen zum Beispiel? An Forscherstationen lösten die Kinder Aufgaben. Dafür gab es am Start der dreistündigen Tour für jeden ein kleines Buch. Dort fand als erstes ein Bild aus Blüten, Blättern und Gräsern Platz. Dann studierten die Entdecker die Form der Blätter: Aha – Lindenblätter haben Herzform; Ahornblätter sehen ja aus wie die eigene Hand. Sportlich ging’s weiter, mit Balancieren und Klettern auf einem dicken Stamm, um zur Donau zu gelangen. Dort erzählte ein plüschiger Biber, wie und vor allem wo er mit seiner Familie lebt und warum gerade im Donaudurchbruch die Natur so schön und schützenswert ist. Jäger erklärte, wie eine Biberburg aussieht und was Vegetarier so alles fressen. Wie die stattlichen Nagetiere nagte jedes Kind seine eigene „Sanduhr-Karotte“ ab.
Ein unverhoffter Besucher gesellte sich dazu: ein beinahe echter „Weißkopfseeadler“ aus dem Nürnberger Zoo! Er wollte von den Kindern viel wissen über den einzigartigen Lebensraum am Donauufer.
Bunte Kunstwerke
Zeit blieb dann für Kreativität: Aus Wasserfarbe und Donaukieseln entstanden bunte Kunstwerke, die mit dem Naturerlebnis-Büchlein als Andenken mit nach Hause reisen durften. Am Rückweg klaubte die Gruppe fleißig Abfall auf, der in der Natur nichts verloren hat. Insgesamt „ein wunderschönes Naturerlebnis für die kleinen Gäste mit und ohne Handicap“, bilanzierte Horak. Und versprach: „Das wird auf jeden Fall wiederholt!“
