Mittelaltermarkt mit Hussitenlager in Neunburg trotzte dem Regen

Nicht wegen der nachgestellten „Schlacht bei Hiltersried“ wird der Mittelaltermarkt mit Hussitenlagen 2025 in Erinnerung bleiben sondern eher wegen „der Schlacht gegen den Regen“. Es gab aber auch dabei keine echten Gewinner oder Verlierer, genau wie in der Geschichte.
Während der längeren Trockenphasen strömten die Besucher trotzdem in den Stadtpark und erfreuten sich an dem bunten Programm, dass der Festspielverein ihnen erneut präsentierte. Besucherrekorde waren unter den Bedingungen natürlich nicht zu verzeichnen.
Lappen und Hackschnitzel
Bei einem richtig heftigen Guss am Samstag kamen sogar kurzfristig Spekulationen um einen Abbruch auf, die sich aber eben so schnell verflüchtigten, wie die Regenwolken. Also wurde überall wieder weiter gemacht und die Spuren des Regens beseitigt, sei es mit dem Lappen oder notfalls unter einer Schicht Hackschnitzel. Etwa ab 13 Uhr konnte das Programm am Samstag ziemlich reibungslos über die Bühne gehen.
Der Anreiz, sich bei den relativ niedrigen Temperaturen vom Boot ins Wasser des Parksees schubsen zu lassen, hielt sich dann aber doch in Grenzen. Eigentlich sollte das traditionelle Fischerstechen, einst sogar Namensgeber für das Event im Stadtpark, heuer einen Relaunch erleben, aber daraus wurde natürlich nichts. Immerhin traten trotzdem noch neun Teams, bestehend aus einem „Stecher“ und einem Bootsführer, gegeneinander an.
Übrig blieben im Halbfinale die „Seewolfs“, die „Killerkarpfen“, die „Rentner“ und die „Badenixen. Im Finale setzten sich die Killerkarpfen gegen die Rentner durch und gewannen das Turnier, die Badenixen belegten Rang drei.
Parallel dazu gab es für das Publikum in der Arena mit Blick auf das Neunburger Schloss ebenfalls viel zu sehen und zu erleben. Die Musikgruppe „Singsang“ initiierte unter dem Titel „Drachenkinder“ ein Mitmachkonzert für die ganze Familie.
Gaukler begeisterten
Der Gaukler Sepp Schabernack begeisterte die Zuschauer mit seinen Kunststücken, ebenso wie später die Gauklertruppe des Doktor-Eisenbarth aus Oberviechtach. Die jungen Akrobaten hatten dabei natürlich mit dem rutschigen Rasengrund sowie der einen oder anderen Pfütze zu kämpfen, was aber souverän überspielt wurde.
Beifall erhielt ebenso die Greifvogelschau. Auf der Freifläche neben der Stockbahn formierten sich schließlich die Ritter in voller Rüstung um die Schlacht der Oberpfälzer gegen die Hussiten nachzustellen. Sogar die Streitwagen waren dazu aufgefahren worden. Nachdem sie zunächst einmal zurück geschlagen wurden, überrannten die Neunburger die Hussiten im zweiten Ansturm und feierten ihren Sieg, begleitet vom Applaus der doch zahlreichen Zuschauer.







Während in der Arena noch die Gruppe „Lumpenstiefel“ des Festspielvereins mit mittelalterlichen Tänzen aufwartete, verlagerte sich das Geschehen immer mehr in Richtung Seebühne, wo sich der musikalische Showdown des Programms am Samstag ankündigte. Souverän gingen dabei zunächst „Satyrius“ zu Werke, die auch schon die Eisenbarth-Truppe musikalisch unterstützt hatte.
Unplugged agierte, während des Bühnenumbaus, der „Räuberhaufen Donnerkeil“, mit gekonnter Musik und humorigen Anmerkungen. Den Höhepunkt setzten erneut „Brachmond“ mit ihrem energiegeladenen Mittelalter-Metal-Rock. Wenn die sieben Bandmitglieder mit ihrem besonderen Mix an Instrumenten loslegen, kann sich niemand den daraus resultierenden Gefühlsregungen und dem Drang sich zu bewegen, widersetzen.
Neu im Programm war als Schlusspunkt der Auftritt von „Flammentanz“ mit ihrer Feuershow, die auch akrobatische Elemente enthält. Die passende Musik dazu lieferten „Vogelfrei“. „Der Sonntag Vormittag war zunächst etwas verhalten, aber jetzt geht es schon wieder rund“, erklärte Vereinsvorsitzender Manuel Winkler auf Nachfrage.