Ehemaliger Kandidat von Germany's Next Topmodel läuft bei Nacht der Mode in Regensburg

Wie würde die Mode aus der Zeit König Ludwigs I. heute und damit 200 Jahre später aussehen? Das war die Leitfrage, mit der sich Meisterschüler der Deutschen Modeschule in München in den vergangenen Monaten auseinandergesetzt haben. Das Ergebnis war eine Modenschau auf einem 20 Meter langen Laufsteg vor dem Bayernmuseum am Samstag. Einer zog dabei alle Blicke auf sich.
Und das lag nicht nur daran, dass Keanu Bohatsch das einzige männliche Model war, das etliche der 40 Kreationen bei der Nacht der Mode im Rahmen der derzeit in Regensburg laufenden Landesausstellung „Ludwig I. – Bayerns größter König?“ präsentierte. Der Mann hat in diesem Jahr auch an der Casting-Sendung Germany‘s Next Topmodel (GNTM) teilgenommen und ist dabei einigen der Besucher auf dem Donaumarkt im Gedächtnis geblieben.
Das Wetter hielt
Trotz des Regens am Samstag hatten Tausende den Weg zum Donaumarkt und ins Museum der Bayerischen Geschichte gefunden. Gegen 19 Uhr – da hatte die Nacht der Mode noch drei Stunden vor sich – sprach Natascha Zödi-Schmidt, Pressesprecherin am Haus der Bayerischen Geschichte, von 6000 Menschen, die das Museum besucht hatten. 3000 davon hatten laut ihren Angaben an den kostenlosen Führungen teilgenommen. Zudem schätzte sie, dass bei den ersten beiden von drei Modenschauen insgesamt 4000 Menschen zugesehen haben könnten. Und so zog sie bereits am frühen Abend ein positives Resümee – sowohl was das Feedback ihrer Gäste anging, als auch zum Wetter. Obwohl es am Samstag etliche Male regnete, zu den Schauen blieb es trocken.
Einen Podcast zur Ausstellung hören Sie hier: Warum König Ludwig I. keine Lust mehr hatte
Vor der zweiten dieser Laufsteg-Shows hatte Moderatorin Valerie Fischer erklärt, wie es zur Inspiration für die gezeigten Kreationen kam: Einige der Meisterschüler hatten sich Ludwigs Schönheitengalerie in Schloss Nymphenburg angesehen. Das sind 38 Portraitmalereien von Münchner Frauen, die bei König Ludwig I. auf die eine oder andere Weise Eindruck hinterlassen hatten. Roland Müller-Neumeister, künstlerischer Leiter der Modeschule ergänzte, dass sich zudem einige Interpretationen zum Thema Dirndl unter den gezeigten Kreationen befanden.

Die Modeschüler zeigten Entwürfe mit Puffärmeln, Tunnelzügen, Korsetts, Volants oder Rüschen – und damit Details der Mode aus der Biedermeier-Zeit. Als moderne Elemente fanden sich Stoffe wie Ballonseide oder Jeans, aber auch Chunky Sneaker.
Diese Ideen entlockten den Besuchern, die sich dicht an dem Laufsteg drängten, so manches „Ahh“ und „Ohh“. Immer wieder brandete Zwischenapplaus für die Mode auf.

Unter diesen Gästen befanden sich Petra Landfried, Birgit Vehe und Monika Meller. Allen drei Frauen hat die Modenschau sehr gut gefallen. Landfried schwärmte von den Schleppen mit viel Stoff. Vehe gefielen die Raffungen und die Mieder. Meller hatte bei etlichen Outfits das Gefühl, dass sie durchaus tragbar sind. Allerdings hätten sie bei all dem Gedränge gerne besseren Blick auf den Laufsteg gehabt. „Wir haben die Schuhe gar nicht gesehen“, sagte Meller. Vehe überlegte, ob eine Live-Leinwandübertragung da hätte Abhilfe schaffen können.
Schüler erklären Entwürfe
Meisterschülerin Clara Harke erklärte, was sie sich bei ihrem Entwurf gedacht hat. Sie hatte ein Korsettkleid mit einem Umhang entworfen und sich bei der Schnürung für eine Variante entschieden, die von vorne zu öffnen ist. „Dass das Korsett vorne zu lockern ist, hat den Frauen eine gewisse Selbstständigkeit gegeben“, sagte sie. Claudia Kneißl dagegen hatte sich die Griechin aus der Schönheitengalerie ausgesucht: Katharina Botzaris. Deswegen setzte sie auf ein Schulterteil aus Leder und einen Miedergürtel über einem Kleid, auf dessen Muster griechische Architektur und Ornamente zu sehen waren.

Martin Veit, Leiter der Modeschule, berichtete, dass die Meisterschüler trotz des 1. Ferientags bis zuletzt an den gezeigten Stücken gearbeitet hatten. Ihre Auseinandersetzung mit dem Thema habe bereits im Februar begonnen.
