Nach harten Wochen: Junge Bundeswehr-Soldaten legen in Lauterhofen Gelöbnis ab

Es ist ein Moment, der das Leben der Rekruten verändert und sie auch in lebensgefährliche Situationen führen kann: Die jungen Soldaten des Logistikbataillons 472 der Schweppermann-Kaserne Kümmersbruck (Landkreises Amberg-Sulzbach) legten am Donnerstag ihr Gelöbnis ab.
Im Beisein ihrer Kameraden und ihrer Familien erlebten sie diesen feierlichen Moment auf dem Sportplatz in Lauterhofen (Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz). „Ich gelobe, der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“, lauten die so wichtigen Worte, die sie auf die Truppenfahne schworen. Es war der Höhepunkt der bis ins kleinste Detail getakteten und geprobten Zeremonie, die trotz militärischer Präzision – oder gerade deswegen – Raum für Pathos und Emotionen ließ. Viele Angehörige sahen ihre Kinder, Geschwister oder Partner zum ersten Mal in Uniform. Begleitet hat das Gelöbnis das Heeresmusikkorps Ulm.
Viele Angehörige verfolgten das Gelöbnis
Die Zeremonie fand ganz bewusst nicht hinter verschlossenen Kasernentoren statt, sondern in aller Öffentlichkeit. Die Bundeswehr gehöre in die Mitte der Gesellschaft, „denn Sie verteidigen das, was wir lieben“, sagte Bundestagsabgeordnete Susanne Hierl zu den Soldaten. Ein solches öffentliches Gelöbnis sei ein Zeichen des Respekts und der Anerkennung für das, was die Soldaten für die Gesellschaft zu leisten bereit sind.

Lauterhofens Bürgermeister Ludwig Lang konnte dem nur beipflichten: „Unsere Soldaten sollen spüren: Sie haben Rückhalt in der Bevölkerung und ihr Dienst wird anerkannt.“ Er dankte auch den Familien, die sie auf ihrem Weg unterstützen, „denn auch das ist nicht selbstverständlich“. Lauterhofen stehe hinter der Bundeswehr, betonte Lang. Seit mehr als 40 Jahre pflege der Markt eine Patenschaft mit der Kaserne Kümmersbruck, besonders unterstützt von der Soldaten- und Reservistenkameradschaft.





















„Den inneren Schweinehund besiegt“
Beim Gelöbnis wurde das deutlich, indem die Reservisten und die Feuerwehr mit antraten, was stellvertretenden Kommandeur Oberstleutnant Andreas Schmaderer besonders freute. Er erinnerte daran, wie wichtig der Einsatz der Soldaten in der aktuellen Sicherheitslage für den Schutz „unserer Art zu Leben“ seien. Ein Ende des Kriegs in der Ukraine sei nach seiner Bewertung nicht in Sicht. Er appellierte an die soldatischen Werte, die die jungen Männer und Frauen in der Grundausbildung gelernt haben. Sie sollen aber auch ihre Persönlichkeit bewahren.

Der junge Soldat Jannik Desens blickte stellvertretend für seine Kameraden auf die vergangenen Wochen zurück, die kein Zuckerschlecken, aber sehr lehrreich gewesen seien. Sein Dank galt den Ausbildern, aber auch dem Zusammenhalt der Kameraden untereinander. „Wir haben unseren inneren Schweinehund besiegt. Das macht es für uns zur besten Zeit“, blickte er zurück.