Herzlich und selbstironisch: Samu brachte 2500 Fans in Schwarzenfeld zum Kreischen

Es war ein Auftakt nach Maß für das erste Schlossparkfestival in Schwarzenfeld (Landkreis Schwandorf). Samu Haber, der ehemalige Frontmann von Sunrise Avenue, ließ im Schlosspark die Herzen seiner Fans höherschlagen. Bei seinem Auftritt zeigte sich der Finne ganz natürlich und nahbar – und witzelte über so manche Sprachbarriere.
Samu Haber braucht kein Aufwärmen. Er muss nur auf die Bühne kommen, die ersten Takte mit der Gitarre spielen und schon rastet das, vorwiegend weibliche, Publikum aus. Nicht anders war es bei der Premiere des Schlosspark Festivals in Schwarzenfeld. Dort sorgte der Frontmann der inzwischen aufgelösten, aber nach wie vor berühmten, Pop-Rock-Band Sunrise Avenue am Mittwochabend für einen Auftakt nach Maß – und viel Gekreische.
Hier finden Sie unseren Liveticker vom Konzert: Samu Haber rockt zum Auftakt des Schwarzenfelder Schlossparkfestivals – Newsblog zum Nachlesen
Nur was ist eigentlich das Erfolgsgeheimnis, mit dem der 49-Jährige aus Finnland weltweit die Herzen von Musikfans erobert? Die Antworten von Konzertbesuchern im Schwarzenfelder Schlosspark sind so eindeutig wie banal: „Es is halt da Samu!“, bringt es die 20-jährige Leonie auf den Punkt. Gemeinsam mit ihrer Freundin Celina hat sie einen absoluten Traumplatz ergattert: mittig in der ersten Reihe, vielleicht zweieinhalb Meter entfernt von ihrem Superstar.
Hier finden Sie Eindrücke von den zahlreichen Samu-Fans:





Ein bisschen präziser werden die beiden dann doch noch. „Er hat eine super Stimme und eine tolle Ausstrahlung.“ Wenig später ging für die beiden Mädels ohnehin ein Traum in Erfüllung. Samu holte sie auf die Bühne und wagte ein Tänzchen mit ihnen. Ganz nahbar und herzlich eben. Ein weiterer Moment mit Herz war das Duett mit der Musikerin Jennifer Lynn aus Regenstauf. Die beiden haben eine besondere Verbindung. Denn Jennifer Lynn gewann im vergangenen Jahr die Musikshow „The Voice of Germany“ – und Samu Haber war ihr Coach.
Versteht ihr auch Hochdeutsch?
Samu war sich wohl bewusst, in der tiefsten Oberpfalz gelandet zu sein
Der bewies während des Konzerts übrigens eine gehörige Portion Selbstironie: „Ich bin ja ein bisschen bekannt durch Musik“, erzählte er den Zuschauern in Schwarzenfeld. Doch vor allem sei er es wegen seiner guten Deutschkenntnisse. „Aber irgendwann werde ich in dieser einfachen Sprache auch meinen ersten Fehler machen“, so Samu weiter. Daraufhin brach direkt Gelächter aus. Denn Fans wissen natürlich, dass der Finne mit dem Deutschen gelegentlich seine Probleme hat – und dadurch neue lustige Wortkreationen erfindet.
Aber gut: Als Samu Haber dann den Song „Hiljaisuus“ in seiner Muttersprache präsentierte, dürfte das Finnisch beim begeistert mitsingenden Publikum auch nicht ganz astrein gewesen sein. Immerhin hatte Samu auch seine ganzen englischsprachigen Klassiker im Gepäck – sowohl aus seiner aktuellen Karriere als Solokünstler als auch aus der Zeit von Sunrise Avenue. „Lifesaver“ zum Beispiel oder „Fairytale Gone Bad“ – und, passend zum Abschied, „Bye Bye, Hollywood Hills“.
Damit legte der Superstar ohnehin eine Punktlandung hin. Denn direkt zum Konzertende begann es heftig zu regnen. „Da hatten wir echt Glück mit dem Wetter“, fand auch Michael Gradl hinterher. Er führt gemeinsam mit Arthur Theisinger den Musik- und Kulturverein Oberpfalz, der das Schlosspark Festival veranstaltet.
Impressionen von der Bühne:




Gradl zeigt sich sehr zufrieden mit dem Auftakt der viertägigen Reihe – und outet sich auch privat als Fan von Samu Haber. „Spätestens nach diesem Abend wäre ich es ohnehin gewesen“, so Gradl, der den Superstar vor dem Auftritt kurz traf. „Er ist voll locker drauf und die grüne, natürliche Location im Schlosspark hat ihm direkt gefallen“, verrät er.
Die Nacht verbrachte Samu Haber übrigens noch in Schwarzenfeld in seinem Nightliner-Schlafbus. Eine weite Anreise nach Schwarzenfeld hatte nicht nur der Superstar. Laut Gradl kamen sogar Besucher aus Dänemark und den Niederlanden, die das Konzert mit einem Urlaub im Oberpfälzer Seenland verbinden. Nina aus Hannover macht es ähnlich. Sie stand beim Konzert ebenfalls in der ersten Reihe. „Ich mache immer dort Urlaub, wo Samu in der Nähe ein Konzert gibt“, erzählt sie.