Nach Einbruchs-Coup bei Metzgerei Wolf in Schwandorf: Woher hatten die Täter ihr Wissen?

Die Metzgerei Wolf in Schwandorf wurde in der Mittwochnacht von Kriminellen heimgesucht. Mehrere Täter sorgten im Bürotrakt für Verwüstung und konnten einen mittleren fünstelligen Bargeldbetrag erbeuten. Dafür flexten sie unter anderem Tresore auf. Doch woher wussten sie deren Versteck? Für Firmenchef Christian Wolf steht fest: Die Diebe hatten auf jeden Fall Insiderwissen.
Das Polizeipräsidium Oberpfalz informierte am Donnerstag über den Kriminalfall. Die Tatzeit war laut Mitteilung zwischen Dienstag, 29. Juli, 18 Uhr, und Mittwoch, 30. Juli, 5 Uhr. In diesem Zeitraum müssen die Unbekannten in den Betrieb Am Ahornhof eingedrungen sein. „Nach derzeitigem Ermittlungsstand wurde dabei eine Umzäunung überwunden und ein Fenster aufgebrochen“, berichtete Polizeisprecher Jonas Krauß. Innerhalb des Gebäudes sollen die Täter dann mehrere versperrte Räume im Bürotrakt gewaltsam geöffnet haben.
Täter gingen im Bürotrakt brachial vor
In zwei dieser Büros befanden sich Behältnisse zur Aufbewahrung von Bargeld – zwei Tresore sowie eine Geldkassette. Sie wurden gewaltsam geöffnet, so die Polizei. Die Täter konnten einen mittleren fünfstelligen Bargeldbetrag erbeuten. „Die Tat wurde nach dem bisherigen Stand der Ermittlungen zielgerichtet und mit erheblichem Aufwand im Inneren des Gebäudes durchgeführt“, stellte Polizeisprecher Krauß fest. Die Kriminalpolizei prüfe nun auch einen möglichen Tatzusammenhang mit einem ähnlich gelagerten Vorfall im mittelfränkischen Raum vor wenigen Wochen, hieß es.
Es hat wie auf einem Schlachtfeld ausgesehen.
Christian Wolf, Inhaber
Firmenchef Christian Wolf bestätigte auf Anfrage der MZ den Einbruch in seinen Betrieb. Nach der Tat habe es im betroffenen Bürotrakt „wie auf einem Schlachtfeld ausgesehen“. Die Täter hätten unter anderem zwei 350 Kilogramm schwere Tresore aus der Wand gerissen und durch das Stockwerk gezogen. In einem Büro klebten sie dann die Fenster ab und nahmen die Rauchmelder außer Betrieb, so Wolf. Hier griffen die Täter dann zum Werkzeug und flexten die Tresore auf.
Der Firmeninhaber war nach eigenen Angaben „sprachlos“, als er von der Tat erfahren hatte. Wolf zeigte sich verwundert, dass die flüchtigen Täter offenbar genau wussten, wo sie Beute machen könnten. „Von einem der Tresore wusste nicht einmal unser Geschäftsführer etwas“, stellte Wolf fest. Für ihn sei daher klar, dass die Kriminellen „auf jeden Fall einen Tipp bekommen haben“.
Entstandener Sachschaden wohl weitaus höher als die Beute
Im Schwandorfer Großbetrieb ist nun Aufräumen angesagt. Unter anderem müssen zerstörte Fliesen und kaputte Wände repariert werden, berichtete der Inhaber. Der entstandene Sachschaden sei wohl weitaus höher als die eigentliche Beute der Täter.
Die Ermittler der Kriminalpolizei Amberg wollen die Tat schnell aufklären. Sie bitten um Hinweise aus der Bevölkerung: Wer im genannten Tatzeitraum im Bereich Am Ahornhof in Schwandorf verdächtige Wahrnehmungen gemacht hat, soll sich unter der Telefonnummer (09621) 8900 mit der Kriminalpolizeiinspektion Amberg in Verbindung setzen. Den Beamten geht es dabei auch um auffällige Personen oder Fahrzeuge.