Sallerner Regenbrücke hat einen neuen Namen – Bau frühestens 2028

Von Heike Haala · 30. Juli 2025 um 17:00

Brückenmonster, Stadtautobahn, Infrastrukturvorhaben: In Regensburg gibt es viele Synonyme für das, was da seit Jahren im Stadtnorden geplant ist. Nun ist noch ein weiteres im Umlauf. Die Bauherren wollen in Zukunft von der Nordspange Regensburg sprechen.

Die Bauherren, das sind Bund, Freistaat, Stadt, Landkreis, der Markt Lappersdorf und die Autobahn GmbH. Sie planen den Ausbau der Nordgaustraße, den Neubau der Sallerner Regenbrücke und den Umbau des Lappersdorfer Kreisels. Während einer Pressekonferenz im Alten Rathaus erklärten sie gestern die nächsten Schritte.

280 Meter und zehn Pfeiler

Mit dem Baubeginn der Sallerner Regenbrücke sei laut Berthold Schneider vom Staatlichen Bauamt frühestens 2028 zu rechnen. Er sprach von einer Bauzeit von fünf bis sechs Jahren. Es handle sich dabei um eine 280 Meter lange Brücke über den Regen mit acht Trag- sowie zwei Flusspfeilern und vier Fahrstreifen. Eine aktuelle Visualisierung werde es im Herbst geben. Bis dahin könnten sich Interessierte die Bilder aus dem Planfeststellungsbeschluss ansehen. Auf jeden Fall seien acht Varianten untersucht worden, umgesetzt werden soll eine stadtbildverträgliche. Parallel dazu soll laut Schneider der Lappersdorfer Kreisel so umgebaut werden, dass der Verkehr dort über mehrere Teilknoten mit Ampeln abgewickelt wird. Nicht verändert werden soll der Bereich unter der Autobahn. Die Anbindung an die Autobahn soll während der Bauarbeiten erhalten bleiben. Mit größeren und langfristigen Umleitungen sei nicht zu rechnen. Gerade verhandle das Bauamt mit 57 Grundstücksbesitzern. Hauptbetroffener sei eine Gärtnerei. Auch diese Verhandlungen seien auf dem Weg.

Michael Köstlinger vom Tiefbauamt erklärte, dass die Stadt frühestens ab dem Jahr 2029 mit dem Ausbau der Nordgaustraße auf einer Länge von 1,1 Kilometern zwischen Alexcenter und der Abzweigung der Amberger Straße beginnen werde. Ein Drittel davon soll übertunnelt sein. Auch er nannte eine Bauzeit von bis zu sechs Jahren.

Michael Köstlinger (v. l.), Leiter des Tiefbauamts, Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Prof. Wolfgang Wüst vom Bayerischen Verkehrsministerium, Planungsreferent Florian Plajer und Berthold Schneider vom Staatlichen Bauamt. - Foto: Haala

„Mit der Nordspange schaffen wir eine spürbare Entlastung für die Menschen im Regensburger Norden und im Umland“, so die Hoffnung von Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. „Die Nordspange Regensburg ist weit mehr als ein lokales Verkehrsprojekt – sie ist ein entscheidender Baustein für die sinnvolle Ergänzung des Straßennetzes und damit für die wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region“, erklärte .Prof. Wolfgang Wüst vom Bayerischen Verkehrsministerium. Planungsreferent Florian Plajer hob hervor:„Die Nordspange ist ein entscheidender Schritt für die Entwicklung der Mobilität unserer Stadt.

Immer wieder war auch vom Klimaschutz, von Grünflächen sowie von Geh- und Radwegen die Rede, die durch die Nordspange möglich werden sollen. Die Gegner des Projekts von der Bürgerinitiative „Mobilität neu denken“ sind allerdings der Ansicht, dass durch die Baumaßnahme mehr Beton, Zerschneidung der Landschaft, Lärm, Versiegelung, Grünverlust, Hitze und Feinstaub drohen.

Listen im Umlauf

Deswegen sammeln sie Unterschriften in der Hoffnung, das Projekt durch ein Bürgerbegehren verhindern zu können: „Tatsächlich in der Hand haben wir etwas über 1500 Unterschriften“, sagt Wolfgang Bogie, ein Sprecher der Bürgerinitiative.

Allerdings seien derzeit viele Listen im Umlauf, mit denen Unterschriften gesammelt werden. Deswegen könne er keine genauen Angaben dazu machen, wie viele Menschen sein Ansinnen schon unterstützen. Zu Beginn der Sammlung vor knapp zwei Monaten hatte er von 6000 gültigen Unterschriften gesprochen, die notwendig seien.