Regensburg will mit dem neuen Sportpark Ost durchstarten

Von Marion Koller · 28. Juli 2025 um 19:00

Ein Traum erfüllt sich: Der Sportpark Ost in Regensburg mit Schwimmbad und Leichtathletikhalle ist eröffnet. Das Projekt kostete am Ende rund 55 Millionen Euro. Dort schlägt bald das Herz eines ganzen Viertels.

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Nervös warten die Sportlerinnen des SWC in ihren roten T-Shirts auf den Auftritt. Die Reden bei der Eröffnung des Sportparks Ost am Montag dauern eine Weile. Doch dann tänzeln die Mädchen über Hürden und schwingen sich am Stab in erstaunliche Höhen. Die neue, in Gelb gehaltene Leichtathletikhalle eröffnet den Vereinen und Sportlern viele Möglichkeiten, vom Sprint bis zum Stabhochsprung. „Da geht ein Traum in Erfüllung“, sagt der Regensburger Dr. Clemens Prokop, der lange Jahre Präsident des Deutschen Leichtathletikverbandes war. Man könne Generationen von jungen Sportlern gratulieren.

Für die Stadt erfüllt sich mit dem Sportpark für 55 Millionen Euro ebenfalls ein Traum, der seit der Zeit von Alt-OB Hans Schaidinger verfolgt wird. „Wir setzen ein wichtiges Zeichen für die Weiterentwicklung des Stadtteils“, betont Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer. „Das Sportzentrum soll für alle da sein.“ Die Stadt will mit Leichtathletikhalle und benachbarter Schwimmhalle die Lebensqualität im Osten erhöhen, einen Ort der Begegnung und Bewegung schaffen. Der Bau soll für den Aufbruch des Stadtteils stehen. Eine Buslinie verbindet den Sportpark seit Anfang Juli mit dem Hauptbahnhof.

Die Verantwortlichen: (von rechts) OB Gertrud Maltz-Schwarzfischer, Stadtwerk-Geschäftsführer Manfred Koller und und Bürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein. - Foto: altrofoto.de

Planer als Erste im Becken

Während sich in der Leichtathletikhalle am Montag die Gäste tummeln, wartet Schwimmmeister Joachim Maier im verwaisten Bad auf die Besichtigungsgruppen. Grün dominiert dort. Drei Becken gibt es: für Schwimmer, Nichtschwimmer und Kurse. Das Farbkonzept, Gelb für die Halle und Grün fürs Bad, des bekannten Büros Behnisch Architekten weist den Sportlern den Weg. Das Schwimmbad öffnet am heutigen Dienstag, die Halle später. Aber rund 60 Planer und weitere Mitarbeiter von Behnisch Architekten sind am Freitag schon in die Becken gesprungen. „Es ist etwas ganz Besonderes, in dem Bad zu schwimmen, das man geplant hat“, sagt Chefplaner Stephan Leissle.

Der Sportpark von außen - Foto: altrofoto.de

Wichtig war es den Architekten, die beiden Funktionen Schwimmen und Leichtathletik räumlich zu trennen, zugleich aber mit dem Foyer sinnvoll zu verbinden. Die zum Teil abgerundeten Fassaden bestehen aus einer Holzkonstruktion. „Decken und Wände im Bad sind aus Recyclingbeton, der beim Abbruch der Prinz-Leopold-Kaserne anfiel“, sagt Leissle. Wieder aufbereitet wurde der Baustoff bei einer Regensburger Firma. Das Büro Behnisch hat einst den Münchner Olympiapark entworfen.

Stadtwerk-Geschäftsführer Manfred Koller erinnert an die Grundsteinlegung für das Regensburger Sportzentrum im Dezember 2022. Nach 31 Monaten reiner Bauzeit werde das Gebäude seiner Bestimmung übergeben. Das Stadtwerk Regensburg.Bäder und Arenen GmbH hat den Sportpark gebaut und betreibt ihn.

Es gibt Becken für Schwimmer, Nichtschwimmer und Lernende. - Foto: altrofoto.de

Trotz einiger Hürden seien Zeit- und Kostenrahmen eingehalten worden, sagt Koller. Die Hindernisse: Ein erstes Planungsbüro ist pleitegegangen. Im Untergrund tauchte eine große Bunkeranlage auf. Und im Technikraum im ersten Stock kam es zu einem beträchtlichen Wasserschaden. „Aber alle Beteiligten haben mit höchstem Nachdruck an der Fertigstellung gearbeitet.“ 4,6 Millionen Euro erhält die Kommune aus KfW-Mitteln für effizientes Bauen. Diese Förderung fließt an Projekte mit energetisch hervorragender Bauweise und Anlagentechnik. Verwendet wurden bis zu 6000 Kubikmeter Recyclingbeton. Die Energie für die Wärmeversorgung wird CO2-neutral mit Hilfe von Solarthermie-Kollektoren gewonnen, die die Parkplätze überspannen. Das Bad ist mit einer KI-gesteuerten Ertrinkungserkennung ausgestattet. Diese soll Unfälle verhindern. Projektleiter Anton Huber vom Stadtwerk und der Leiter Immobilienmanagement Bernhard Lutter haben die Baustelle Schritt für Schritt vorangetrieben.

Ein Feiertag für die Stadt

Von einem Feiertag für die Sportstadt spricht Bürgermeisterin Dr. Astrid Freudenstein. Als Sportpark-Nutzer nennt sie in erster Linie die Vereine – vom SWC über SG Post/Süd und LLC Marathon bis zum Armin-Wolf-Laufteam. Im Bad wird der Schwimmclub durch das Wasser pflügen. Als wichtiges Ziel formuliert Freudenstein die Sanierung des Hallenbades in der Gabelsberger Straße. „Sonst hätten wir nicht mehr Schwimmfläche.“

Grün steht für das Bad, Gelb für die Leichtathletikhalle. - Foto: altrofoto.de

Im Publikum verfolgt Hans Schaidinger die Reden. „Das ist nicht nur Halle und Bad, sondern der Mittelpunkt für ein sich entwickelndes Viertel“, sagt er. Es sei schwierig, so hohe Summen zusammenzubringen. „So war es auch bei den 51 Millionen Euro für den Bau des Jahnstadions.“ Gerhard Neubauer, Präsident des Bayerischen Leichtathletik-Verbandes, will einen Landesstützpunkt für Leichtathletik nach Regensburg holen. Ein Riesenpotenzial sieht auch Clemens Prokop. Er hofft, dass sich die neuen Anlagen „im Hochleistungsbereich auswirken“.