Bund Naturschutz betont: Hornissen sind nicht gefährlich – und finden kaum Lebensraum

Von Mittelbayerische Zeitung · 24. Juli 2025 um 13:00

Hornissen sind tolerante und friedfertige Tiere. Allen Legenden zum Trotz: Ihr Stich sei nicht gefährlicher als ein Bienen- oder Wespenstich, teilt der Bund Naturschutz (BN) in einer Pressemitteilung mit. Hornissen würden Menschen meiden, wo es gehe.

Eine Hornisse steche zu, wenn sie sich bedroht oder bedrängt fühlt. „Der Stich einer Hornisse ist nicht gefährlicher als der einer Honigbiene, einer Hummel oder einer herkömmlichen Wespe“, versichert Raimund Schoberer vom BN. „Dass Hornissen Menschen und Pferde mit wenigen Stichen töten können, ist wissenschaftlich widerlegt.“

Geschickte Insektenjäger

Besonders aufpassen müssten Allergiker, denn sie könnten auf bestimmte Eiweißkörper reagieren, die im Gift von Hornissen enthalten seien. Personen mit einer Bienengiftallergie seien nicht automatisch gegen Wespen oder Hornissen allergisch. Das Gute: Bei Hornissen müsse man beim Frühstück im Freien keine Angst haben, dass sich das Tier auf das Marmeladenbrot setzt. Hornissen hätten kein Interesse an Süßem.

Die dicken Brummer seien geschickte Jäger. Auf ihrem Speiseplan stünden Fliegen, Bremsen, Motten und auch Wespen, Bienen und Libellen – daher die Bezeichnung „Insektenjäger“. Gejagt werde meistens im Flug – Tag und Nacht.

Deshalb landeten Hornissen bei geöffnetem Fenster nachts auch mal im Haus. Künstliches Licht irritiere sie nämlich. Ein Zusammenleben mit den Riesenwespen sei gar nicht so kompliziert und erledige sich im Herbst von selbst. Wichtig zu wissen: Ein Hornissenjahr beginne je nach Witterung zwischen April und Mai, finde seinen Entwicklungs-Höhepunkt im August und ende im Oktober.

Folgende Tipps könnten das friedliche Zusammenleben von Menschen und Hornissen erleichtern: Entspannt bleiben: Hornissen seien scheue Tiere. Außerhalb ihres Nestbereichs gingen sie Konfrontationen gerne aus dem Weg. Verfliegt sich eine Hornisse nachts in ein Haus, könne man das Tier durch Ausschalten des Lichts und weites Öffnen der Fenster leicht zum Wegfliegen bringen.

Nester in Ruhe lassen: In einem Bereich von etwa vier Metern um das Nest reagierten Hornissen auf Störungen empfindlich und könnten angreifen. Halte man sich an diese „Ruhezone“, könne man den Hornissen bei ihrer Arbeit zuschauen.

Nur in Notfällen umsiedeln

Umsiedlung nur in Notfällen: Da natürliche Nistmöglichkeiten wie Höhlen in Laubbäumen an Waldrändern vielerorts fehlten, nutzten Hornissen auch Dachböden, Scheunen oder Vogelnistkästen. Die Riesenbrummer seien selbst in unmittelbarer Nähe von Häusern friedliche Nachbarn. „Da ein Hornissenvolk im Herbst stirbt, sollte jeder Gartenbesitzer bis zu diesem Zeitpunkt warten und erst dann das Nest entfernen“, erklärt Schoberer. Nur wenn sich der Bau an einer nicht tolerierbaren Stelle befinde, könne man über eine Umsiedlung nachdenken. Dafür brauche man Spezialisten. Ratschläge gebe die Naturschutzbehörde des Landkreises oder der Stadt.