Schabmüller-Mitarbeiter in Berching gestalten ihren Arbeitsplatz mit VR-Brille

Von Bernhard Neumayer · 22. Juli 2025 um 16:09

Obstkorb, Salat in der Mittagspause oder Firmenfeiern: Mitarbeiter-Benefits wie diese gibt es bei zahlreichen Unternehmen. Die Firma Schabmüller aus Berching setzt sich weit darüber hinaus für die Gesundheit ihrer Beschäftigten ein. Was eine VR-Brille damit zu tun hat, zeigt ein Mitarbeiter im Rahmen einer Zertifizierung der AOK Bayern.

Die Firma Schabmüller gilt seit Dienstag als „gesundes Unternehmen“. So steht es auf dem Bronze-Zertifikat, das die AOK Bayern dem Unternehmen aus dem Berchinger Ortsteil Sollngriesbach für sein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) übergeben hat. AOK-Direktor Gerhard Lindner und Firmenkundenberater Michael Lindner überreichten Geschäftsführer Ralf Haag und Franz Semmler von der Firma Schabmüller eine Urkunde.

Zertifikate für Firmen gibt es genügend. „Doch diese Auszeichnung für die Firma Schabmüller ist etwas Besonderes“, sagte Karin Germann-Bauer, die Koordinatorin für Gesundheitsförderung bei der AOK. Denn ihren Angaben zufolge hat die AOK im Landkreis Neumarkt in den vergangenen zehn Jahren nur ein Unternehmen mit dem BGM-Zertifikat ausgezeichnet: Schabmüller.

AOK-Direktor: „Ein Alleinstellungsmerkmal“

Die AOK Bayern hat die Firma Schabmüller aus Berching als „gesundes Unternehmen“ zertifiziert: AOK-Direktor Gerhard Lindner (r.) und Firmenkundenberater Michael Lindner (2.v.l.) haben Geschäftsführer Ralf Haag (2.v.r.) und Gesundheitsbeauftragten Franz Semmler das Bronze-Zertifikat überreicht. - Foto: Bernhard Neumayer

„Mit der Zertifizierung hat die Firma Schabmüller, die sich schon immer exzellent um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter kümmert, nun offiziell ein Alleinstellungsmerkmal“, sagte AOK-Direktor Gerhard Lindner, während er das Schild und die Urkunde an Geschäftsführer Ralf Haag überreichte. „Wir legen sehr viel Wert auf gesunde Mitarbeiter“, betonte der Geschäftsführer und ermunterte Beschäftigte, sich zu melden, wenn ihnen etwas Negatives im Bereich Gesundheitsmanagement auffällt.

Diese Anliegen werden bei Schabmüller seit circa zehn Jahren in einem Arbeitskreis behandelt. Mitarbeiter Franz Semmler leitet die Gruppe und hatte die Zertifizierung in Absprache mit Firmenkundenberater Michael Lindner von der AOK ins Rollen gebracht.

AOK-Direktor Gerhard Lindner (l.) überreicht Schabmüller-Geschäftsführer Ralf Haag das Bronze-Zertifikat als "gesundes Unternehmen". - Foto: Bernhard Neumayer

„Viele Maßnahmen laufen im Hintergrund“, sagte Semmler zu konkreten Aktionen, die das Gesundheitsmanagement betreffen. Zum Beispiel testen Mitarbeiter vor der Konstruktion einer neuen Maschine mit einer VR-Brille, wie der Arbeitsplatz gestaltet ist. Können kleine und große Mitarbeiter an der Maschine arbeiten? Kommen alle mit ihren Händen an jeden Knopf? Nachdem sich Beschäftigte ihren künftigen Arbeitsplatz in der virtuellen Welt angeschaut haben, können sie Anregungen geben, wie die Maschine optimiert werden soll, damit der Arbeitsplatz möglichst ergonomisch gestaltet wird.

Mitarbeiter Christoph Mack, der für die Arbeitssicherheit zuständig ist, schätzt neben den ergonomischen Arbeitsplätzen das Essensangebot. Mittags werden Beschäftigte mit warmem Essen beliefert. Mittlerweile gibt es auch Salate. Und einmal im Monat ist Obsttag.

Mitarbeiter-Benefits bei der Firma Schabmüller in Berching

Äpfel und Bananen allein reichen aber nicht, um als „gesundes Unternehmen“ ausgezeichnet zu werden. Viele kleine Bausteine sind dafür notwendig.: Auch Handgelenksübungen, Workshops, wie man richtig hebt, Wander- und Radausflüge, Gesundheitstage oder ein Dartsturnier für das Zusammengehörigkeitsgefühl gehören dazu. Zum Geburtstag bekommt jeder Mitarbeiter zudem einen Gutschein, um während der Arbeitszeit 20 Minuten in einem Massagesessel zu entspannen, sagt Haag.

Doch sind Schabmüller-Mitarbeiter deshalb wirklich weniger krank als Beschäftigte in anderen Firmen? „Wir kämpfen genauso wie andere Unternehmen mit Fehltagen“, gesteht Haag. Zudem sei es schwierig zu messen, wie positiv sich ein Firmenfest auf das psychische Wohlbefinden der Beschäftigten auswirkt. „Aber es geht darum, dass sich Mitarbeiter bei uns wohlfühlen“, sagt Haag.

AOK-Direktor Lindner ist sich sicher, dass es sich mittel- und langfristig auszahle, wenn sich Unternehmen um die Gesundheit der Mitarbeiter kümmern. Für Firmenchef Haag ist die Bronze-Auszeichnung ein erster Schritt. „Luft nach oben gibt es immer.“ Auch in der Zertifizierung: Nach Bronze folgen Silber und Gold.

Der Weg zur AOK-Zertifizierung „Gesundes Unternehmen“

• Ziel: Die AOK Bayern unterstützt seit über 20 Jahren Firmen dabei, ein Betriebliches Gesundheitsmanagement aufzubauen. Ziel ist es, dass sich die Firmen kontinuierlich im Bereich der Gesundheitsförderung verbessern.

• Bewertung: Mit der DQS GmbH bietet die AOK Unternehmen an, ihr Betriebliches Gesundheitsmanagement neutral bewerten und zertifizieren zu lassen. Grundlage der Zertifizierung ist ein bundesweit einheitlicher Qualitätsstandard.

• Einstufung: Je nach Engagement der Firma erfolgt eine Zertifizierung in Bronze, Silber oder Gold.

• Prüfung: Zuvor müssen sich Firmen einer Prüfung unterziehen. Nach einer Beratung und Analyse der AOK über die betrieblichen Maßnahmen bewertet die DQS, inwiefern die Firma die Standards erfüllt.

• Gültigkeit: Jede Firma kann daran teilnehmen. Der Zertifikat ist zwei Jahre gültig, kann aber erneuert werden.