Beim großen Feuerwehrfest in Kaspeltshub wurde es auch politisch

Von Max Schmid · 20. Juli 2025 um 19:00

Das Festwochenende der Freiwilligen Feuerwehr Kaspeltshub, die ihr 125-jähriges Bestehen feierte, erlebte am Samstag einen weiteren Höhepunkt. Zum politischen Frühschoppen wurden der Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Alois Rainer (CSU) sowie die Parlamentarische Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf erwartet. Wenig später kam auch Staatssekretär Tobias Gotthardt (FW) vom Bayerischen Wirtschaftsministerium.

Die Stadtkapelle Nittenau spielte beim Einzug den Egerländer Straßenmarsch. Im Gefolge waren die beiden Festleiter, Stefan Jobst und Markus Wankerl, sowie Landrat Thomas Ebeling (CSU), Bürgermeister Benjamin Boml (FW), die Brucker Bürgermeisterin Heike Faltermeier (CSU) sowie die frühere Staatsministerin Emilia Müller (CSU) und Vorstandsmitglieder der CSU Nittenau dabei.

Am Samstagvormittag spielte die Stadtkapelle Nittenau zünftig auf. Beim Einzug der Politiker erklang der Egerländer Straßenmarsch. - Foto: Max Schmid

Landrat sprang auf Bühne

Der Bauernverband wurde durch Geschäftsführer Josef Wittmann, Kreisobmann Josef Irlbacher und Kreisbäuerin Sabine Schindler vertreten. Landrat Ebeling, der mit einem Sprung auf die Bühne kam, um den Ablauf zu beschleunigen, gratulierte zum Jubiläum und wünschte frohe Festtage.

Bürgermeister Boml zeigte sich erleichtert, dass nach langer Zeit der Vorbereitungen das Jubiläum nun „wie geschmiert läuft“. Der fulminante Start am Freitagabend sei Zeichen dafür, dass man alles richtig gemacht habe. Die Anwesenheit der drei Politiker wertete Boml als starkes Zeichen der Wertschätzung für das Ehrenamt in der Feuerwehr.

Ein wertvolles Geschenk

Die 1900 in kleiner Wirtshausrunde gegründete Wehr habe sich zur unverzichtbaren Institution entwickelt, sei Garant für ein gesundes Dorfleben und mache gute Jugendarbeit, sagte Boml. Als Jubiläumsgeschenk hatte die Stadt eine Tragkraftspitze für rund 18 000 Euro angeschafft, die am Sonntag bei der Festmesse gesegnet werden sollte. Boml bat Minister Rainer und die beiden Staatssekretäre für den Eintrag in das Goldene Buch der Stadt auf die Bühne.

Englhardt-Kopf danke der Jubelwehr für deren Engagement. Gotthardt richtete den Dank der Staatsregierung aus und lobte den großen Zusammenhalt. In Bayern leisten laut Gotthardt 330 000 Feuerwehrleute ehrenamtlichen Dienst und kümmern sich alljährlich bei rund 250 000 Einsätzen um Menschen und Sachwerte.

Die Staatssekretäre (von links) Tobias Gotthardt und Martina Englhardt-Kopf, CSU-Vorsitzender Albert Meierhofer, Minister Alois Rainer und Bürgermeister Benjamin Boml beim Eintrag in das Goldene Buch der Stadt Nittenau - Foto: Max Schmid

Minister Rainer, der in der Straubinger Gegend beheimatet ist, gratulierte der Jubelwehr von „Kaspazou“ zum Gründungsfest. Er sei selbst viele Jahre lang aktiver Feuerwehrmann gewesen, deshalb wisse er deren Arbeit sehr zu schätzen. Als Englhardt-Kopf ihm einen gefüllten Krug auf die Bühne reichte, sagte Rainer scherzend: „Jetza sehts amal, wie sich die Staatssekretärin um ihren Minister kümmert.“

Ferner brach er eine Lanze für die Landwirtschaft, ohne die ein solches Fest nicht gefeiert werden könne, denn es gäbe dann nämlich nichts zu essen und nichts zu trinken. Ökobauern sollten laut Rainer nicht gegen die konventionellen Landwirte ausgespielt werden.

Alois Rainer (2. v. l.) hat Wurzeln in der Region: Neffe Bernd Hasselfeldt (r.), Sohn von Rainers Schwester Gerda Hasselfeldt, mit den Großneffen Christian und Marco aus Steinberg am See. - Foto: Max Schmid

Ferner kritisierte er die geplante Erhöhung des EU-Etats sowie die Kürzung der Mittel für die Landwirtschaft. Dagegen werde er sich mit allen Mitteln zur Wehr setzen. Der Minister kündigte an, dass die Agrardiesel-Steuerrückvergütung so wie früher zurückgeführt werde und sein Ministerium an Lösungen für die Änderung des Bundesjagdgesetzes arbeite. Dabei sollen auch Möglichkeiten geschaffen werden, Problemwölfe oder Fischotter zu bejagen. Eine Ausrottung dieser beiden Arten sei nicht vorgesehen.

Im Anschluss an den Frühschoppen gab es auf der Aktionsfläche ein uriges „Bremswogn-Zuing“, an dem sich zahlreiche Landwirte mit ihren Traktoren beteiligten. Eine große Schar von Zuschauern feuerte die Akteure begeistert dabei an. Die Besten wurden beim zweiten Festabend ausgezeichnet.

Nach dem politischen Frühschoppen gab es das „Bremswogn-Zuing“: hier ein alter Fendt mit 16 PS. Eine große Schar von Zuschauern feuerte die Akteure begeistert an. Die Besten wurden beim zweiten Festabend ausgezeichnet. - Foto: Max Schmid