Brunnenpreis von Regensburger Kulturverein geht an seinen Erfinder – und pausiert danach erst einmal

Wer sich um Kumpfmühl verdient macht, kommt früher oder später als Träger des Brunnenpreises in Frage. Jetzt bekommt ihn sein „Erfinder“.
In den 15 Jahren seines Bestehens hat sich der Brunnenpreis des Geschichts- und Kulturvereins Regensburg Kumpfmühl (GKVR) zu einer geachteten Auszeichnung entwickelt. Die neunte Vergabe, die am Freitag ab 19.30 Uhr im Pfarrzentrum St. Wolfgang stattfindet, stellt eine Zäsur dar. Erstens, weil der Preis dieses Mal an seinen eigenen „Erfinder“ geht. Zweitens, weil der bisher akribisch durchgehaltene Zwei-Jahres-Turnus der Verleihung aufgegeben wird.
„Künftig wird der Preis nicht mehr nach diesem festen Rhythmus vergeben, sondern immer dann, wenn sich eine neue Kandidatin oder ein neuer Kandidat als würdig erweist“, erklärt der GKVR-Vorsitzende Rainer Girg diese Änderung. Für die Auszeichnung kommen auch weiterhin Einzelpersonen oder Gruppen in Frage, die sich in hohem Maß für Kumpfmühl und seine Bürger eingesetzt haben.
Große Bandbreite an Trägern
Seit 2010 hat der Verein dabei eine gute Mischung hinbekommen. Angefangen von Prälat Alois Möstl, dem langjährigen Pfarrer von St. Wolfgang, über die (ehemaligen) Stadträte Klaus Schulz und Thomas Burger bis zum damaligen Stadtheimatpfleger Werner Chrobak kamen zunächst für den Stadtteil wichtige Honoratioren dran. Danach ging der Brunnenpreis dreimal in Folge an Institutionen, die in Kumpfmühl für Themen wie Sozialer Zusammenhalt, Umwelt und Bildung stehen. Namentlich waren dies der Frauen- und Mütterverein St. Wolfgang, die örtlichen Dauerkleingartenanlagen und das Büchereiteam der Pfarrei St. Wolfgang.
Der bis dato letzte Preisträger war 2024 Hermann Reidel, der Vorsitzende des Ortskuratoriums Regensburg und Oberpfalz der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. In Bezug auf Kumpfmühler Denkmäler hatte sich das GKVR-Gründungsmitglied besonders für die Sanierung des Salettls im Karl-Bauer-Park eingesetzt.
Noch mehr aber ist die gelungene Revitalisierung dieses Kleinods mit Hubert Wartner verbunden. „Salettl“ sei sein zweiter Vorname, hat der Gründungs- und Ehrenvorsitzende des GKVR früher gerne gescherzt. Die Liste seiner Verdienste um den Stadtteil ist freilich weitaus länger. Grund genug für den Verein, ihn zum neunten Träger des Brunnenpreises zu küren, den er selbst einst ins Leben gerufen hat.
Für Wartner ist die Auszeichnung ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk, am 18. August wird er 80 Jahre alt. Mit dem Stadtschlüssel und der Albertus-Magnus-Medaille hat er in der Vergangenheit bereits gesamtstädtische Auszeichnungen erhalten.
OB-Kandidat hält Laudatio
Die Überreichung des Brunnenpreises stellt nun ein „Heimspiel“ in Sachen Ehrungen dar. „Ich blicke in großer Dankbarkeit an die vorangegangenen Träger zurück“, sagt er und freut sich darauf, ein Teil dieser Liste zu werden.
Einer seiner Vorgänger, SPD-Fraktionschef und OB-Kandidat Thomas Burger, wird am Freitag in Vertretung der Oberbürgermeisterin die Laudatio halten. Für die musikalische Umrahmung des Abends sorgt der Multiinstrumentalist Heinz Grobmeier.
Ein Preis mit Kunst und für die Ehre
• Kein Geld: „Der Brunnenpreis ist ein Ehrenpreis, Geld gibt es dafür keins“, sagt der GKVR-Vorsitzende Rainer Girg zum in erster Linie ideellen Wert der Kumpfmühler Auszeichnung.
• Urkunde: Der Brunnenpreis kommt dennoch keinesfalls schmucklos daher. So ziert die dazugehörige Urkunde ein Aquarell des 2020 verstorbenen Arztes und Künstlers Heiner Menninger, der von 1999 bis 2008 Leiter des Kulturforums Regensburg-Kumpfmühl war.
• Medaille: Exklusiv für die Träger des Brunnenpreises gibt es eine Bronzemedaille (Bild oben), auf der die „Kumpfe“ abgebildet ist, die dem Stadtteil ihren Namen gegeben hat. Gestaltet wurde die Medaille vom Bildhauer, Grafiker und Objektkünstler Alois Achatz. Er hat auch den Brunnen am Kumpfmühler Marktplatz geschaffen.