Ein Förderverein in Neustadt hat seine Aufgabe erfüllt

Von Wolfgang Abeltshauser · 14. Juli 2025 um 11:00

Als vor Jahren die Räume bei der evangelischen Kirche in der Stadt zu klein wurden, ließ das Neustädterinnen und Neustädter nicht ruhen. Es entstand letztlich ein Gemeindezentrum. Jetzt geht ein Teil dessen Geschichte aber zu Ende.

Die Neustädterin Marjo Weber-Kniep kann sich noch gut an die Zeiten erinnern, als es noch kein Gemeindezentrum für die evangelischen Christen in der Stadt gab - sondern nur die Christuskirche als Gotteshaus. Sie spricht gegenüber dieser Zeitung von einem winzigen Versammlungsraum, einer Küche und einer Toilette. Mehrere Gruppen der Pfarrgemeinde mussten mit diesem bescheidenen Raumprogramm zurechtkommen. Und das gab es auch erst, nachdem in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts erste Erweiterungsarbeiten rund um das Kirchengebäude stattgefunden hatten.

Das Problem verstärkte sich, nachdem die Zahl der Mitglieder bis zur Jahrtausendwende immer mehr anstieg. Bis 2002 hatte sich ihre Zahl mit 1600 praktisch verdoppelt im Vergleich zu 30 Jahren davor. So ist es der Jubiläumsfestschrift aus dem Jahr 2010 zu entnehmen.

Schließlich wurde ein Förderverein auf die Beine gestellt, mit dem Ziel, ein Gemeindezentrum zu errichten. Dessen stellvertretende Vorsitzende ist derzeit noch Weber-Kniep. Aber ihre Amtszeit geht langsam zu Ende, da die derzeit noch 17 Vereinsmitglieder in einer Versammlung beschlossen, den Verein aufzulösen.

Geld floss für das Gemeindezentrum in Neustadt a. d. Donau

Letztendlich hat er ja auch seine Aufgabe erreicht. Das Gemeindezentrum hat längst seinen Platz innerhalb der Kulturstätten in Neustadt a. d. Donau. Weber-Kniep blickt zurück: „Es ist ganz gut gelaufen“, stellt sie in der Rückschau fest. Man habe gestrickt, gehäkelt und gebastelt, mit den daraus entstandenen Kreationen immer wieder Geld eingenommen. Mehrmals sei man bei Märkten in Neustadt a. d. Donau mit Verkaufsständen präsent gewesen. Auch Bücherflohmärkte habe man organisiert. Mit all dem half man mit, Geld für das Projekt zusammenzubekommen.

So begannen 2004 die Planungen für das Vorhaben, die fünf Jahre später abgeschlossen waren. 2010 begannen schließlich die Bauarbeiten, die ein Jahr später abgeschlossen werden konnten.

Als das Gemeindezentrum erst einmal eingeweiht worden war, gingen laut Weber-Kniep die Vereinsaktivitäten ehrlicherweise nach und nach zurück. Aber allein schon mit den Mitgliedsbeiträgen, immerhin zählte der Verein einst 35 Köpfe, habe man immer ein wenig mithelfen können, das durch den Bau entstandene Defizit jährlich zu senken. Außerdem sei es gelungen, kleinere Anschaffungen, etwa neue Teppiche für die Kirche, zu finanzieren.

Mit der Zeit wurden die Mitglieder wieder weniger

In den vergangenen Jahren sei das passiert, was auch andere Vereine, welcher Couleur auch immer, kennen: Die Mitglieder wurden älter, verstarben zum Teil, neue kamen keine nach. Und so entschied man sich schließlich, den Verein aufzulösen. Dazu sei dann noch ein weiterer Punkt gekommen. Festgelegt war, dass stets der in Neustadt a. d. Donau residierende evangelische Pfarrer den Posten des ersten Vorsitzenden belegt hat. Als Michael Murrmann-Kahl Ende vorigen Jahres aus diesem Posten ausschied und in Rente ging, war dieser Teil der evangelischen Geschichte in Neustadt zu Ende. Seither gibt es nur noch eine Pfarrstelle, deren Inhaber oder Inhaberin sowohl für Abensberg als auch Neustadt a. d. Donau zuständig ist.

Nach dem Beschluss über die Auflösung bleibe laut Weber-Kniep nur noch das zu tun: Wenn das Ende des Vereins rein rechtlich erst einmal eingetreten ist, werde man ein letztes Mal Kassensturz machen und das verbliebene Vereinsvermögen der evangelischen Kirchengemeinde Abensberg-Neustadt überweisen.