Von Free Jazz bis Bossa Nova – Jazzweekend auch im Landkreis Regensburg

Kallmünz: Auch im Künstlerort des Landkreises Regensburg herrschte am Wochenende große musikalische Vielfalt mit Tobias Meinhart und Female Front Jazz.
Ganz entspannt hatten Fans des Jazz und solche, die es werden wollen, die Möglichkeit, in Kallmünz drei Tage lang einen Einblick in die verschiedenen Spielarten zu gewinnen.
Nach dem Auftakt des Jazzweekends letztes Jahr in Kallmünz hatten Franziska Luber-Böhm, Jürgen Böhm, Wigg Bäuml und die Kulturschmiede heuer ihre Veranstaltungsräume angeboten. Das Callm machte am Freitag den Auftakt mit dem „Jonas Brinckmann Quartett“ aus München, das Stücke aus dem Great American Songbook spielte, und der RatisBone Connection aus Regensburg.
Am Samstagnachmittag war Ear Condition zu Gast in der Kulturschmiede. Mit E-Jazz, energischem Drum & Bass und jeder Menge Keyboards füllten sie den Innenhof. Anschließend hieß Wigg Bäuml den New Yorker Saxophonisten Tobias Meinhart in seinem Atelier willkommen. Der Jazz-in-Residence-Musiker hatte an dem Wochenende gut zu tun, vier Auftritte absolvierte er im Rahmen des Jazzweekends in Regensburg in verschiedenen Formationen. Der gebürtige Regensburger war als Zweiercombo zusammen mit dem ebenfalls aus New York stammenden, mittlerweile in Prag lebenden Jesse Simpson am Schlagzeug gekommen.
Improvisieren aufs Schönste
Die beiden improvisierten und groovten aufs Schönste zusammen, die Akustik in dem hohen Raum vom Wigg tat ihr übriges. Im schönen Schloss Raitenbuch mit seinem efeubewachsenen Felsengarten stand anschließend das CK4 (kurz für Ciernia/Kisielewsky Quartett) aus Wien auf der Bühne. Die Female Fronted Jazz-Band mit ihren beiden Frontfrauen verband in ihrem Programm groovigen Jazz mit Soul und Latinelementen.

Chris Kisielewsky, in Wien lebend und mit ukrainischen Wurzeln, und Monika Ciernia, derzeit in München und Miami beheimatet, aber aus Polen stammend, zogen die Zuhörer mit einer ungewöhnlichen Mischung aus osteuropäischen und westlichen Klängen, Authentizität und Charme in ihren Bann.
Dabei verflochten die beiden Frontfrauen vokal und instrumental ihre Stimmen und ergänzten sich harmonisch. Den Ausklang im Schloss Raitenbuch bildete am Samstagabend dann die vierköpfige Band Nujakasha aus München und Nürnberg mit einer rein instrumentalen Musik die von Hip-Hop, Jazz und Soul geprägt war.

Der Sonntagvormittag, quasi zum Frühschoppen, gehörte Colors Of Brazil, die im Bürstenbinder ein Repertoire aus eigenen und bekannten Kompositionen von Bossa-Nova, Chorinho, Samba, Jazz und Afro-Rhythmen spielten.
Ansteckende Lebensfreude
Ansteckende Lebensfreude, Samba und Zoigl-Bier anstatt Caipirinha konnten die Besucher dort genießen. Mit Stimme, Piano, Saxophon und Percussion ließen die Musiker am letzten Jazzweekend-Tag die verschiedenen Kulturen miteinander verschmelzen. Es bleibt zu hoffen, dass diese Veranstaltung auch im nächsten Jahr wieder in Kallmünz über die Bühne gehen wird. Ortsbewohner und Gastronomen würden sich freuen.