Burglengenfelder Rathaus platzt aus allen Nähten - Nun gibt es Aussicht auf Besserung

Von Thomas Rieke · 13. Juli 2025 um 15:00

Das historische Rathaus ist eines der schönsten Gebäude in der gesamten Altstadt. Die Renaissancefassade mit ihren beiden sechseckigen Erkertürmen zieht die Blicke jedes Passanten auf sich. Aber: Das Gebäude aus dem 15. Jahrhundert weist einige, gravierende Schwachstellen auf. Vor allem ist es für eine zeitgemäße Verwaltung viel zu klein. Nun aber scheint die Stadt eine große Chance zu haben, das Problem zu entschärfen.

Bürgermeister Thomas Gesche (CSU) redet nicht um den heißen Brei herum. Auf Anfrage der Redaktion bestätigte er, dass der Zustand und die Kapazitäten des Rathauses für ihn und seine Mitarbeiter ein Dauerthema sind. Im Altbau müssten die Wasserleitungen und die Heizung erneuert werden, und auch der Anbau, der 1965 entstanden ist und in dem sich das Bürgerbüro befindet, benötige eine Sanierung.

Folge des Wachstums

Fast noch drängender aber sei die Raumnot. Mit den wachsenden Aufgaben und vor allem der gestiegenen Einwohnerzahl habe sich logischerweise auch der Platzbedarf für den Bürgerservice und die Ämter erhöht, erklärte Gesche. Bei seinem Antritt in 2014 hatte Burglengenfeld 12.300 Einwohner, heute sind es 14.900. Längst seien alle Büros besetzt, und von den ursprünglich zwei Besprechungszimmern stehe auch nur noch eines zur Verfügung.

Damit nicht genug: Seit Jahrzehnten gibt es keine Fraktionszimmer und auch keinen festen Sitzungssaal mehr, berichtete Gesche. Für die Treffen des Stadtrats und seiner Ausschüsse muss der historische Rathaussaal herhalten, bei dem es sich eigentlich um ein Foyer handelt.

Riesiger Aufwand für die Stadtmitarbeiter

Das bedeutet: Der Hausmeister und teils auch Mitarbeiter des Bauhofs müssen jedes Mal Tische und Stühle auf- und wieder abbauen, um zwischendurch Platz zu schaffen für Ausstellungen, Veranstaltungen des Kommunalen Musikunterrichts oder Eheschließungen. Auch die Techniker sind entsprechend gefordert. Der Aufwand sei zwar zu bewältigen, auf Dauer aber „mindestens sehr unglücklich“, meinte Gesche.

Die Stadt hat auf jeden Fall dringenden Sanierungsbedarf im Rathaus.

Thomas Gesche, Bürgermeister

Die Stadt Burglengenfeld habe also „auf jeden Fall dringenden Sanierungsbedarf im Rathaus“ und darüber hinaus einen gewissen Raumbedarf, fasste der CSU-Politiker zusammen. Daher mache man sich „selbstverständlich“ innerhalb der Verwaltung stets Gedanken über diese Thematik, die demnächst auch wieder im Stadtrat diskutiert werden soll.

Das Sparkassen-Gebäude wäre für die Stadt eine Option. - Foto: Thomas Rieke

Gut möglich, dass dies unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschieht. Denn Gegenstand der Debatte dürfte die Aussicht auf mindestens ein Immobilienangebot sein, und solche Angelegenheiten unterliegen, wie Gesche einmal mehr betonte, solange der Geheimhaltung, bis sie in trockenen Tüchern sind.

Wie berichtet, könnte es sein, dass die Sparkasse, die demnächst am Marktplatz die Seite wechseln wird, ihr frei werdendes Gebäude der Stadt angeboten hat. Darüber hinaus hat die Stadt nach MZ-Informationen eine weitere Option, und zwar in der Rathausstraße. Dort grenzt das ehemalige Schuhgeschäft Hinterwimmer direkt an das Rathaus an. Aus dem Kreis der Gebäudeeigentümer wurde bestätigt, dass Verkaufsbereitschaft bestünde. Allerdings fehle der Kommune ja das Geld, glaubt man zu wissen.

Im Hintergrund wird jedoch längst an der Lösung dieses Problems gearbeitet. Nach MZ-Informationen sollen entweder die Stadtwerke (SWB) oder die Stadtbau als Investor auftreten, und zwar nicht nur für den Erwerb, sondern auch den Umbau, der für neue Rathausräume erforderlich wäre.

In der Rathausstraße steht nach gesicherten Informationen ein Haus zum Verkauf. Die Stadtverwaltung könnte es gut gebrauchen. - Foto: Thomas Rieke