Kindertraum aus Holz und Metall: Pädagogisches Zentrum Parsberg verwirklicht Herzensprojekt

Im Herbst 2024 kam das Aus für die alte Rutsche im Pädagogischen Zentrum Parsberg – der TÜV verweigerte die Freigabe. Was dann folgte, zeigt, wie stark eine Gemeinschaft sein kann, warum selbst eine Rutsche eine große Sache ist und was der Kinderrat damit zu tun hat.
Große Kinderträume scheitern oft am Geld. Das ist im Pädagogischen Zentrum Parsberg (Päz) nicht anders als in vielen Familien. Doch diesmal war es anders. Ein Projekt, das den Kindern am Herzen lag, wurde umgesetzt. Eine neue Rutschenanlage ersetzt nun das alte, marode Spielgerät – möglich gemacht durch die Hilfe zahlreicher Spender.
Einrichtungsleiterin Birgitt Mederer erzählt, wie alles begann: Im September 2024 verweigerte der TÜV der bestehenden Rutsche die Abnahme. „Die Aluminiumröhre war zwar noch topfit, der Rest aber alt und marode. So etwas bekommt, wie ein altes Auto, keine Plakette mehr.“ Die Folge: Spielverbot.
„Wir mussten die Rutsche sperren. Darüber waren die Kinder sehr traurig“, sagt Mederer. Und eine neue? Die lässt sich nicht einfach im Baumarkt kaufen. Für Einrichtungen wie das Päz gelten wie für eine Kommune bei einem öffentlichen Spielplatz hohe Sicherheitsanforderungen – Spielplatzqualität mit TÜV-Siegel. „Das kostet viel Geld und ist aus unserem normalen Budget nicht zu machen.“
Dabei sei die Rutsche für das Päz enorm wichtig. „Das Spielgerät wurde von vielen Altersgruppen genutzt, es war quasi immer besetzt. Uns war klar: Wir brauchen dringend Ersatz.“ Die Lösung kam aus dem Haus selbst: Die Arbeitsgruppe „Big Dreams“ nahm sich der Sache an. In ihr arbeiten Vertreter des Kinderrats und Mitarbeiter der Einrichtung Hand in Hand zusammen.
Parsberg: Neue Rutschenanlage kostet 18.000 Euro
Gemeinsam planten Kinder, Jugendliche und Erwachsene die neue Rutschenanlage und bezogen dabei auch eine vorhandene kleine Rutsche mit ein, die bisher nur im Keller eingelagert war. Auch die Kosten für die Renovierung wurden ermittelt: 18.000 Euro musste das Päz für die Umsetzung aufbringen.
„Wir haben unsere Weihnachtsaktion darauf ausgerichtet“, berichtet Mederer. Denn solche Wünsche und Träume könnten nur über Spenden verwirklicht werden. Und die flossen reichlich: Unternehmen, Mitarbeiter, Privatleute – auch viele Initiativen wurden gestartet.
„Es gibt so viele Spender, dass es unfair wäre, einzelne herauszuheben“, sagt Mederer. Zudem finde sie es nicht gerecht, einen hohen Betrag eines Unternehmens zu nennen und die 50 Euro, die eine alleinerziehende Mutter gespendet hat, zu verschweigen. „Jeder Euro hat geholfen, und wir wollen allen Spendern dafür danken, dass wir die Rutsche so schnell renovieren konnten“, sagt sie und gesteht: „Ich hätte nicht gedacht, dass wir es so schnell schaffen.“
Kinderrat des Pädagogischen Zentrums staunt und dankt den vielen Spendern
Auch der Kinderrat sei nach der Aktion begeistert und erstaunt darüber gewesen, wie viel Aufwand betrieben werden musste, um das Geld zu sammeln. „Sie waren aber auch überrascht, wie viele Menschen mitgeholfen haben, das Projekt zu verwirklichen. Sie finden die neue Rutsche cool und danken im Namen aller Kinder den Helfern“, sagte Mederer.

Im Frühjahr begannen die Arbeiten. Jetzt ist der neue Rutschenturm fertig. Die TÜV-Plakette klebt, das Spielgerät ist offiziell freigegeben. „Jetzt ist gewährleistet, dass die Kinder unserer Jugendhilfeeinrichtung wieder auf Jahre eine funktionierende Rutsche haben“, sagt Mederer – kurz bevor sie zusammen mit Larissa vom Kinderrat das Absperrband durchschneidet. Und noch etwas freut sie: Weil die kleine Rutsche aus dem Keller integriert wurde, können künftig auch die Kindergartenkinder von St. Josef mitrutschen.